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University of Oldenburg
01.12.2021 05:13:16
Seminar: 4.03.2106 Leibniz, Monadologie - Details
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General information

Course name Seminar: 4.03.2106 Leibniz, Monadologie
Subtitle
Course number 4.03.2106
Semester Sommersemester 2021
Current number of participants 25
expected number of participants 30
Home institute Institute of Philosophy
Courses type Seminar in category Teaching
Preliminary discussion Tue., 13.04.2021 10:00 - 12:00
First date Tue., 13.04.2021 10:00 - 12:00
Type/Form Blockseminar
Pre-requisites Das Seminar richtet sich an Studierende, die bereits über philosophiegeschichtliche Kenntnisse verfügen.
Learning organisation Das Seminar findet in ausschließlich digitaler Form über BBB statt. In der digitalen Vorbesprechung wird erläutert, unter welchen inhaltlichen Gesichtspunkten die Studierenden den Text der 'Monadologie' vorbereiten sollen. In den digitalen Blocksitzungen, die innerhalb einer Woche stattfinden, soll die 'Monadologie' dann gemeinsam gelesen und diskutiert werden.
Performance record Hausarbeit bzw. mündliche Prüfung (digital oder in Präsenz, gemäß den von der Universitätsleitung beschlossenen Hygienebestimmungen)
Lehrsprache deutsch

Course location / Course dates

n.a. Tue., 13.04.2021 10:00 - 12:00
Mon., 26.07.2021 10:00 - 13:00
Tue., 27.07.2021 10:00 - 13:00
Wed., 28.07.2021 10:00 - 13:00
Thu., 29.07.2021 10:00 - 13:00
Fri., 30.07.2021 10:00 - 13:00

Module assignments

Comment/Description

Gottfried Wilhelm Leibniz (1646-1716) ist nicht nur einer der bedeutendsten neuzeitlichen Philosophen, sondern ein Universalgenie, das sich ebenso auf dem Gebiet der Mathematik, der Physik, der Logik, der Theologie, der Linguistik, der Psychologie, der Biologie, der Geschichte, der Politik und der Rechtswissenschaften hervorragend auskannte und in jeder dieser Disziplinen bahnbrechende Leistungen erbracht hat. Unter anderem verdankt man ihm die Entwicklung der Infinitesimalmethode, die Systematisierung des Dualsystems sowie die Entwicklung der ersten mechanischen Rechenmaschinen, die als Vorläufer des modernen Computers gelten können. Dabei war Leibniz nie als Professor tätig, sondern stand als Diplomat und Bibliothekar in fürstlichen Diensten, entwickelte eine ausgedehnte Reisetätigkeit durch ganz Europa und unterhielt eine umfangreiche, mehrsprachige Briefkorrespondenz mit über 1000 verschiedenen Adressaten der unterschiedlichsten Berufe und Stände (Wissenschaftler, Philosophen, fürstliche Persönlichkeiten, Geistliche usw.).

Leibniz’ bewegtes Leben ist denn auch der Grund dafür, dass er sein philosophisch-wissenschaftliches Denken nicht in umfangreichen Büchern, sondern teils in seinen Briefen, teils in kurzen Abhandlungen niedergelegt hat. Unter seinen philosophischen Schriften hat ein kleiner Traktat, den er 1614 (d.h. zwei Jahre vor seinem Tod) verfasst hat und der später unter dem Titel 'Monadologie' veröffentlicht wurde, besondere Berühmtheit erlangt. Leibniz entwickelt darin in 90 kurzen Paragraphen eine metaphysische Deutung der Wirklichkeit, die originelle Lösungsansätze für zahlreiche philosophische Grundprobleme bietet: die Vereinbarkeit von absoluter Individualität und logisch-gedanklicher Universalität, das Verhältnis von Geist und Körper, die Frage der Unsterblichkeit der Seele, die Stellung des Menschen im Gesamtzusammenhang der belebten Natur sowie die Frage der Theodizee, d.h. die Rechtfertigung des Glaubens an die Existenz Gottes angesichts des Bösen in der Welt. So kurz dieser kleine Traktat auch anmutet, so dicht gedrängt sind die darin entfalteten Gedanken und so zahlreich die philosophiegeschichtlichen Anspielungen, die es zu entschlüsseln und zu verstehen gilt.

Kerngedanke der 'Monadologie' ist, dass die gesamte Wirklichkeit aus einfachen, nicht weiter zerlegbaren Einheiten („Monaden“, von griechisch: monas = Einheit) besteht, die immaterieller, rein geistiger Natur sind und dennoch in einer unauflöslichen universalen Verbindung miteinander stehen. Der Einheitsgedanke ist bei Leibniz also gerade nicht im Sinne einer Negation von Differenz und Individualität gemeint, sondern dient vielmehr dazu, die gesamte materielle wie nichtmaterielle Wirklichkeit als „universale Harmonie“ zu verstehen, in der jedes Ding (Materie, Pflanze, Tier, Mensch und Gott) seinen Platz hat und auch das kleinste und unscheinbarste Wesen zur Vollkommenheit, Vernunftgemäßheit und Schönheit des Ganzen beiträgt und daher unverzichtbar ist.

Das Seminar stellt sich die Aufgabe, diesen leibnizschen Grundtext auf seine philosophiegeschichtlichen (v.a. neuplatonischen, scholastischen und neuzeitlich-cartesianischen) Voraussetzungen hin zu untersuchen und den monadologischen Denkansatz unter systematischen Gesichtspunkten auf seine philosophische Aktualität hin zu befragen.


Literaturhinweise:

Primärtext: G.W. Leibniz, Monadologie, frz./dt., übers. und hg. von Hartmut Hecht, Stuttgart, Reclam, 1998.

Sekundärliteratur:
• Hans Poser, Gottfried Wilhelm Leibniz zur Einführung, Hamburg, Junius, 2016 (3. Aufl.).
• Michael-Thomas Liske, Gottfried Wilhelm Leibniz, München, C.H. Beck, 2000.
• Hubertus Busche, Gottfried Wilhelm Leibniz: Monadologie (Klassiker auslegen, Bd. 34), Berlin, Akademie Verlag, 2009.
• Hubertus Busche, Leibniz’ Weg ins perspektivische Universum. Eine Harmonie im Zeitalter der Berechnung, Hamburg, Meiner, 1997.
• Heinz Heimsoeth, Atom, Seele, Monade. Historische Ursprünge und Hintergründe von Kants Antinomie der Teilung, Wiesbaden, Steiner, 1960.
• Hanns-Peter Neumann, Monas, Monaden, Monadologien (1600-1770), Stuttgart, Steiner, 2013.
• Dietrich Mahnke, Unendliche Sphäre und Allmittelpunkt. Beiträge zur Genealogie der mathematischen Mystik, Tübingen, Niemeyer, 1937; Nachdruck: Frommann, 1966.
• Werner Schneiders, Gottfried Wilhelm Leibniz: Das Reich der Vernunft, in: Josef Speck (Hrsg.), Grundprobleme der großen Philosophen – Philosophie der Neuzeit I, Göttingen, Vandenhoeck & Ruprecht, 1979, 139-175.
• Hans-Ulrich Baumgarten, „Bewegung als Selbsttätigkeit. Überlegungen zur Theorie der Monaden bei Leibniz“, Philosophisches Jahrbuch 103 (1996), 355-366.
• Kurt Hübner, „Der logische Aufbau der Monadologie“, Studia Leibnitiana 13,2 (1981), 267-277.
• Wulf Hübner, „Monade und Welt. Ein Beitrag zur Interpretation der Monadologie“, Studia Leibnitiana 7 (1975), 105-121.
• Klaus-Erich Kaehler, „Wie ist Monadologie möglich?“, Perspektiven der Philosophie 10 (1984), 249-269.
• Hans Poser, Zum Begriff der Monade bei Leibniz und Wolff, in: Albert Heinekamp u. a. (Hrsg.), Metaphysik, Ethik, Ästhetik, Monadenlehre (Studia Leibnitiana, Supplementa 14), Wiesbaden, Steiner, 1975, 383-395.
• Robert E. Butts, „Leibniz’ Monads: A Heritage of Gnosticism and a Source of Rational Science“, Canadian Journal of Philosophy 10,1 (1980), 47-62.
• Karl Eswein, „Die Spiegelung des Universums in den Monaden bei Leibniz“, Philosophisches Jahrbuch der Görres-Gesellschaft 41 (1928), 83-97.
• Hans Leisegang, „Die Erkenntnis Gottes im Spiegel der Seele und der Natur“, Zeitschrift für philosophische Forschung 4 (1949), 161-183.
• Marielle Echelard-Dumas, „Der Begriff des Organismus bei Leibniz: ›biologische Tatsache‹ und Fundierung“, Studia Leibnitiana 8 (1976), 160-186.
• Mamuka Bitchaschwili, „Gibt es neuplatonische Elemente in Leibniz’ Philosophie?“, in: T. Kobusch / B. Mojsisch / O.F. Summerell (Hrsg.), Selbst – Singularität – Subjektivität: Vom Neuplatonismus zum Deutschen Idealismus, Amsterdam, Grüner, 2002, 241-247.
• Werner Schneiders, „Harmonia universalis“, Studia Leibnitiana 16 (1984), 27-44.
• Werner Schneiders, „Respublica optima. Zur metaphysischen und moralischen Fundierung der Politik bei Leibniz“, Studia Leibnitiana 9,1 (1977), 1-26.

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