Seminar: 4.03.2302 Heidegger: Was ist Metaphysik? - Details

Seminar: 4.03.2302 Heidegger: Was ist Metaphysik? - Details

General information

Course name Seminar: 4.03.2302 Heidegger: Was ist Metaphysik?
Subtitle
Course number 4.03.2302
Semester SoSe2025
Current number of participants 41
expected number of participants 25
Home institute Institute of Philosophy
Courses type Seminar in category Teaching
First date Wednesday, 09.04.25, 12:00 - 14:00 o'clock V02 0-004
Type/Form Seminar
Lehrsprache deutsch

Rooms and times

V02 0-004

  • Wednesday, 12:00 - 14:00, Weekly (from 09.04.25)

Module assignments

Comment/Description

Eigentlich ist Metaphysik eine längst vom wissenschaftlichen Fortschritt überholte Antiquität. Sie beanspruchte, den inneren Zusammenhang der gesamten Welt mit der Kraft des begreifenden Denkens erarbeiten und letztlich auf ein Prinzip bringen zu können, das die Einheit und Struktur des Kosmos garantiert. Die Wissenschaft aber hat endlich mit diesem Aberglauben aufgeräumt. Von den alten religiösen, moralischen und kosmologischen Postulaten ist nichts übrig geblieben. Die Fragen nach den letzten Gründen, nach der Einheit der Welt oder dem Absoluten kann man sich mittlerweile sparen: es geht um nichts anderes als die systematische Erfassung der Tatsachen. Über das bloß vorhandene Seiende hinauszufragen, ist sinnlos. Denn dahinter befindet sich – nichts. Wo einst Gott, das Transzendentalsubjekt oder der Weltgeist den Horizont absteckten, vor dem das Seiende überhaupt vernünftig thematisiert werden konnte, klafft nun eine Leerstelle. Genau das wird in der Philosophie Martin Heideggers zum Problem: die Wissenschaft kann ihre eigenen Erkenntnisse nicht mehr legitimieren. Gibt es keine unbedingte Instanz, von der aus sich die trügerische und vergängliche Welt des Seienden überblicken lässt, hängen die Wissenschaften grundlos in der Luft. Es darf zwar kein Absolutes geben – eine solche Annahme wäre unwissenschaftlich. Und dennoch kann die tatsächliche Welt des Seienden nur zum Gegenstand gemacht werden, wenn sie in Beziehung auf etwas Anderes definiert wird. Aber es gibt nichts Anderes. Aus der Krise der Wissenschaften erwächst das Problem des Nichts.
In seiner Freiburger Antrittsrede unter dem Titel „Was ist Metaphysik?“ entwirft Martin Heidegger unter dem Eindruck der Krise der Wissenschaften ein neues Verständnis von Philosophie, das die theoretische Tradition aufnimmt um sie im doppelten Wortsinn zu Grunde zu führen: Das Denken kann sich nicht mehr selbst begründen und deshalb droht es innerlich zu zerfallen. Darin offenbart es aber zugleich, dass es niemals einen selbstgenügsamen Begründungszusammenhang bildete, sondern aus eigener Kraft an die absolute Wahrheit nicht heranreichen kann. Denken – so Heidegger – kommt erst dann wirklich zu sich selbst, wenn es sich aufgibt. Ob diese fatale Konsequenz tatsächlich so unausweichlich ist, wie sie uns von Heidegger präsentiert wird, soll Thema des Seminars sein. Anhand der übersichtlichen und verhältnismäßig zugänglichen Antrittsrede Heideggers aus dem Jahr 1929 wird in die philosophischen Probleme auf dem Niveau des 20. Jahrhunderts eingeführt. Da er es nicht lassen konnte, seine Schrift immer wieder zu kommentieren und einzuordnen, bieten das 1943 angehängte Nachwort und die 1949 vorangestellte Einleitung die Gelegenheit, Heideggers philosophischen Amoklauf weiterzuverfolgen, der ihn zu einem überzeugten Anhänger des Nationalsozialismus machen sollte.

Admission settings

The course is part of admission "Anmeldung gesperrt (global)".
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The following rules apply for the admission:
  • Admission locked.