4.03.907 Forschungsseminar: Kritik und Versöhnung - Details
Universität Oldenburg
19.02.2018 17:17:00

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Kritik und Versöhnung ACHTUNG: Dies ist ein öffentlicher Kongress. Durch die Teilnahme können KEINE KREDITPUNKTE erworben werden

Allgemeine Informationen

Veranstaltungsnummer 4.03.907
Semester Wintersemester 2014/2015
Aktuelle Anzahl der Teilnehmenden 24
erwartete Teilnehmeranzahl 99
Heimat-Einrichtung Institut für Philosophie
Veranstaltungstyp Forschungsseminar in der Kategorie Lehre
Erster Termin Do , 15.01.2015 18:30 - 21:30, Ort: (Cine-K)
Art/Form Kongress
Leistungsnachweis Durch Teilnahme an diesem Kongress können keine KP erworben werden.
Die Teilnahme lohnt sich trotzdem allemal.
Lehrsprache deutsch

Lehrende

Tutor/-innen

Zeiten

Termine am Donnerstag. 15.01. 18:30 - 21:30, Freitag. 16.01. 10:45 - 18:30, Freitag. 16.01. 19:30 - 23:00, Samstag. 17.01. 11:00 - 18:00, Sonntag. 18.01. 12:00 - 14:00

Veranstaltungsort

(Cine-K) Donnerstag. 15.01. 18:30 - 21:30
(V03 0-E005 und V03 0-E004) Freitag. 16.01. 10:45 - 18:30
Samstag. 17.01. 11:00 - 18:00
(Polyester) Freitag. 16.01. 19:30 - 23:00
(Karl-Jaspers-Haus) Sonntag. 18.01. 12:00 - 14:00

Studienbereiche

Kommentar/Beschreibung

In der Einleitung seiner Negativen Dialektik formuliert Adorno 1966 den Anspruch, dass einzig eine rückhaltlose Kritik an den bestehenden Verhältnissen einen Ausblick auf die Befreiung der Menschen gewährt. Damit stellt er sich in die Tradition des kategorischen Imperativs, welche die Maximen richtigen Handelns in einem radikalen Gegensatz zwischen Sittlichkeit und Wirklichkeit zu bestimmen versucht.
Der geplante Kongress für Studierende und Promovierende soll in Anlehnung an diese Tradition der Frage nachgehen, inwieweit eine schonungslose Austragung von Gegensätzen dazu beitragen kann, diese entweder zu lösen oder aber auszuhalten. Dazu ist es notwendig, verschiedene Auffassungen des Verhältnisses von Kritik und Versöhnung gegeneinander zu stellen. Darf unversöhnliches Denken kompromisslos sein, wo doch Identifikation angesichts des Verlusts eines verbindlichen geistigen Kosmos‘ durch den Sturz sowohl der religiösen Glaubenssysteme wie der philosophischen Geistesmetaphysik ein allzu berechtigter Wunsch ist? Wohlweislich wird der Renitenz einer Generalkritik an den gegebenen Verhältnissen eine destruktive Wirkung vorgehalten, insofern sie die allen gleichermaßen zustehende Versöhnung von Ich und Wirklichkeit verwehrt; doch dieser Einwand erhält selbst eine zynische Wendung:
So komm‘ wir doch nicht weiter, das weiß doch jedes Kind / Es wird Zeit für Harmonie mein Freund, sonst sterben wir noch blind! / Also feier‘ den Scheiß - so komisch es klingt - / und tanz einfach ab zu jedem Song der swingt“ (Käpt’n Peng).
Aktuelle ästhetische Reflexionen spiegeln eine wesentliche Verlusterfahrung, deren Ursachen durch eine mal postmoderne, mal postdemokratische Inter-pretation der Gesellschaft nur unzureichend erfasst werden. Die vielerorts zu konstatierende Unfähigkeit, sich über Ungerechtigkeit und Unrecht zu empören, ist keineswegs nur mit der Trägheit und Faulheit der Einzelnen zu erklären, sondern muss auch auf die Verfasstheit einer Gesellschaft zurückgeführt werden, deren Sachzwänge und Funktionsmechanismen das subjektive Bewusstsein präformieren, seine kritischen Potentiale domestizieren und für eine falsche Versöhnung vereinnahmen. Um zu vermeiden, dass eine wahrhafte Versöhnung der Interessenkonflikte durch deren Einebnung in Verwaltungsvorgängen des Politik- und auch Wissenschaftsbetriebs konterkariert wird, ist es erforderlich, trotz und wegen aller Diversität möglicher theoretischer Perspektiven auf den Wahrheitsanspruch von Kritik zu insistieren. So nimmt sich der Kongress zum Anlass, durch eine interdisziplinäre Auseinandersetzung mit dem Thema Kritik und Versöhnung Bestimmungen dieses Begriffspaars sowie deren gesellschaftspolitische Konsequenzen herauszuarbeiten. Damit soll zugleich der gesellschaftskritische Auftrag der Wissenschaft in Erinnerung gerufen und fortgetrieben werden.

Weitere Informationen zum Kongress finden sich unter:
www.kritikundversoehnung2015.uni-oldenburg.de

Call for Papers zum Download
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Fragen/Anregungen/Kontakt per E-Mail:
KritikUndVersoehnung2015@uni-oldenburg.de