Lecture: 4.02.030a Fremdheit und Aufbruch. Eine Einführung in die Frühe Neuzeit (1500-1800) - Details

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General information

Course name Lecture: 4.02.030a Fremdheit und Aufbruch. Eine Einführung in die Frühe Neuzeit (1500-1800)
Subtitle
Course number 4.02.030a
Semester WiSe25/26
Current number of participants 129
Home institute Institute of History
Courses type Lecture in category Teaching
Next date Wednesday, 17.12.2025 16:00 - 18:00
Type/Form
Lehrsprache deutsch

Rooms and times

A11 1-101 (Hörsaal B)
Wednesday: 16:00 - 18:00, weekly (2x)
No room preference
Wednesday: 16:00 - 18:00, weekly(1x)

Comment/Description

Die Frühe Neuzeit war eine Zeit, die uns heute vielfach fremd erscheint (man denke nur an das Phänomen der Hexenverfolgungen) und zugleich von vielen Aufbrüchen hin zur 'Moderne' gekennzeichnet war. Zwischen Dorf und Stadt, Hof und Werkstatt, Kanzel und Katheder verhandelten Gesellschaften ihre Ordnung neu. Wir verfolgen in der Vorlesung, wie sich ständische Hierarchien behaupteten und verschoben, wie aus städtischer Verdichtung ein selbstbewusstes Bürgertum erwuchs, wie Familie, Haushalt und Geschlechterordnung den Alltag strukturierten und wie Körper, Ernährung, Festkultur und Spielräume von Sport und Vergnügen soziale Grenzen markierten. Religiöse Praxis spannte sich von Volksfrömmigkeit und Aberglauben bis zu Konfessionalisierung und Hexenglaube; Norm und Abweichung begegnen uns in Kriminalitätsgeschichten, Verfahren der Strafjustiz und Debatten über Selbsttötung. Ökonomisch rücken Zünfte, Handwerk, Handel und Formen des Frühkapitalismus ins Zentrum, politisch prägen Söldnerwesen, stehende Heere und die Herausbildung eines Staateneuropas das Machtgefüge des Alten Reiches und seiner Nachbarn. Perspektiven von Minderheiten und Migration, insbesondere jüdisches Leben, öffnen den Blick für Inklusion und Exklusion. Schließlich verknüpfen wir europäische Expansion von der Fahrt des Kolumbus bis zur Unabhängigkeit der Vereinigten Staaten mit den tiefgreifenden Transformationsprozessen des 18. Jahrhunderts, in denen ständische Ordnungen in bürgerliche Gesellschaftsvorstellungen übergehen.