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University of Oldenburg
17.08.2022 15:19:55
Seminar: 4.03.221 Autoritärer Charakter und Vorurteil: Soziologische Untersuchungen der Kritischen Theorie - Details
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General information

Course name Seminar: 4.03.221 Autoritärer Charakter und Vorurteil: Soziologische Untersuchungen der Kritischen Theorie
Subtitle
Course number 4.03.221
Semester Sommersemester 2019
Current number of participants 47
expected number of participants 60
Home institute Institute of Philosophy
Courses type Seminar in category Teaching
First date Thu., 04.04.2019 10:00 - 12:00, Room: A14 1-112
Type/Form Seminar
Lehrsprache deutsch

Course location / Course dates

A14 1-112 Thu.. 10:00 - 12:00 (12x)
A13 0-028 Thu.. 10:00 - 12:00 (1x)

Module assignments

Comment/Description

Einleitung

Wenn in empirischer Forschung von Ideologie gesprochen wird, dann nur im Sinne einer Weltanschauung, zu der man sich entscheiden und bekennen könne oder die durch individuelle Umstände erworben oder aufgenötigt werde. Das gesellschaftliche Ganze, von dem in vielen Untersuchungen eh nicht die Rede ist, wird auf einen bloßen Backround reduziert. Das Ganze zerfällt in habituelles Verhalten und Interessen verschiedener sozialer Schichten und Generationen. Die Vorstellung über die Individuen schwankt zwischen bloßen Trägern des Verhaltens und der Interessen oder den Individuen als unterhintergehbaren Quellen dieses Verhaltens und Interessen. Beides läuft darauf hinaus, die Bedeutung des gesellschaftlichen Prozesses für das Bewusstsein aller seiner Glieder und zugleich die Individuen als konkrete Individuen durchzustreichen. Diese Vorstellung ist selbst wiederum kein bloßer Irrtum, sondern selber Resultat von Ideologie, wie sie die gesamte Gesellschaft als falsches Bewusstsein produziert.
Dass es so etwas wie eine objektive Gesellschaftstruktur gebe, die ihre Individuen und deren Bewusstsein auf bestimmte Weise erzeugt, ist Forschungsgegenstand der Kritischen Theorie seit Marx. Wie diese Individuen darauf reagieren und wieso rationale wie irrationale Momente so nah beieinander liegen können, hat die Kritische Theorie mit der freudschen Psychoanalyse versucht zu erklären. Texte der Kritischen Theorie beziehen sich neben anderen Autoren immer auch auf diese Grundlagen. Sie sind nicht nur dadurch sehr voraussetzungsreich. Durch ihre oft essayistische Art schaffen sie es zudem, sowohl bei strengen Empirikern als auch Logikern unbeliebt zu sein, weil ihre empirische Basis im Text nicht ausgeführt bzw. ihre Logik gesellschaftliche und historische Elemente enthält. In beiden Fällen bleibt die Frage offen, woher die Kritische Theorie ihr Material zu den im 20. Jh. aktuellen Ereignissen und Bevölkerungsschichten bezieht. Dass Autoren der Kritischen Theorie selber auch empirische Studien durchgeführt haben, ist zwar nun nicht unbekannt. Deren Kenntnis kann aber dabei helfen, Thesen und Argumente der Kritischen Theorie nachzuvollziehen.

Textgrundlage

Ausschnitte aus folgenden Texten:
  • Adorno: Studien zum autoritären Charakter (Faschismusskala, Vorurteil)
  • Horkheimer, Fromm, Marcuse: Studien zu Autorität und Familie (Theoretische Entwürfe)
  • Kracauer: Die Angestellten
  • Löwenthal: Falsche Propheten
  • Adorno, Horkheimer: Dialektik der Aufklärung (Elemente des Antisemitismus)
Dies ist nur eine vorläufige Liste und kann sich noch verändern bzw. durch Vorschläge erweitert werden. Die meisten Ausschnitte werden bei StudIP zur Verfügung gestellt.

Thema des Seminars
Wie in diesen Studien das Verhältnis zwischen Theorie und Empirie ist, soll Thema des Seminars sein. Wir werden uns um die Grundlagen der Studien bemühen und ihre Methoden und einige Resultate diskutieren. Die Studien selber sind viel zu groß, um sie ganz zu lesen, daher werden wir nur Ausschnitte behandeln. Es bleibt aber freilich allen Seminarteilnehmern offen, aus Interesse und/oder im Rahmen einer Prüfungsleistung sich umfassender mit den Studien zu befassen.

Hinweis zur Teilnahme
Die Texte sind zwar voraussetzungsreich und sicherlich ist es notwendig zum vollständigen Begreifen auch die Grundlagen der Kritischen Theorie zu kennen. Dennoch muss es auch möglich sein, irgendwo mal anzufangen. Sowohl Anfänger als auch Fortgeschrittene sind daher willkommen.

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