kum840 Art Mediation, its Institutions and Media (Course overview)

kum840 Art Mediation, its Institutions and Media (Course overview)

Institute of Art and Visual Culture 15 KP
Module components Semester courses Sommersemester 2026 Examination
Seminar
  • 3.06.421 - Diesseits der Bedeutung: Spannungsfelder der Kunst zwischen Empfindung und Erkenntnis, Erotik und Hermeneutik, Sinnlichkeit und Verstand Lehrende anzeigen
    • Dr. Lukas Mathis Töpfer
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    • Monday, 10:00 - 12:00, Weekly (from 13.04.26)

    „In place of a hermeneutics we need an erotics of art.“/„Statt einer Hermeneutik brauchen wir eine Erotik der Kunst.“ Mit diesem berühmt-berüchtigten Satz beendet Susan Sontag im Jahr 1964 ihren Essay „Against Interpretation“/„Gegen Interpretation“. Sie spricht sich in diesem Text für eine Betonung des sinnlichen Erfahrens von Kunst, des ästhetischen Erlebens und des involvierten, engagierten, ja leidenschaftlichen Empfindens aus. Das Interpretieren und Verstehen, das Reflektieren und Erkennen, das Auslegen und Erklären, d. h. in Sprache Übersetzen, kurz: all die Praktiken, die sich 1964 im Wort „Hermeneutik“ verdichten, werden von Sontag zugunsten einer verheißungsvoll klingenden „Erotik der Kunst“ abgewertet. Ihr Text lässt sich somit als Echo einer grundlegenden Spannung lesen, welche die Rezeption von Kunst über die Jahrhunderte hinweg dominiert hat: zwischen Sinnlichkeit und Verstand, zwischen Affektion und Kognition oder – in der Sprache der jüngsten Vergangenheit – zwischen „Vibe“ und „Content“. Das Seminar widmet sich – im Anschluss an Sontag – prägnanten historischen und zeitgenössischen Fallstudien, die das Verhältnis von „Erotik“ und „Hermeneutik“ in den Bildkünsten besonders spannungsvoll anschaulich machen. Diese Fallstudien sollen auf Basis von kurzen Impulsen aus der Kunsttheorie möglichst unterschiedlich perspektiviert und kritisch diskutiert werden. Es gilt herauszuarbeiten, welchen Spielraum konkrete Kunstwerke und Institutionen der Rezeption, Vermittlung und Deutung lassen, wie sie bestimmte Erfahrungen ermöglichen, wie sie Erkenntnisse vorstrukturieren und wie sich Empfindungen und Bedeutungen im „ästhetischen Verstehen“ mitunter komplex verschränken. Wie könnte Sontags „Erotik der Kunst“ im Einzelnen ausgestaltet, vielleicht sogar vorgelebt werden? Gibt es ein Diesseits der Bedeutung im Begegnungsraum der Kunst?

Exercises bzw. Projekt
(
1 UE bzw. 1 Projekt
)
  • 3.06.423 - Museen als Kontaktzonen? Lehrende anzeigen
    • Dr. Kea Wienand
    Termine anzeigen
    • Thursday, 14:00 - 16:00, Weekly (from 09.04.26)

    Ausgangspunkt der Veranstaltung ist das Konzept der 'Kontaktzone' von Marie L. Pratt (1991) sowie dessen Adaption durch James Clifford (1997), der damit einforderte, Museen als 'öffentliche Orte' zu gestalten, in denen unterschiedliche Kulturen aufeinandertreffen, sich austauschen, aber auch in Konflikt miteinander geraten können. Weitergehend werden wir uns mit jüngeren Reflektionen und konkreten Umsetzungen der Idee des 'Museums als Kontaktzone' befassen. Da diese Veranstaltung als Übung mit theoretischer Fundierung konzipiert ist, werden wir das letzte Drittel darauf verwenden, eigene Projekte zu entwerfen und diese zu diskutieren. Die Veranstaltung richtet sich an Studierende, die Interesse an Museumsarbeit haben und über diese vor dem Hintergrund post-/dekolonialer Theorien, Theorien der Geschlechterforschung und im Kontext von Migrationsgesellschaften nachdenken wollen. Erwartet wird die Bereitschaft theoretische Texte zu lesen und zu diskutieren, sich in Gruppenarbeit miteinander auszutauschen und mit kleinen Inputs bzw. Kommentaren und Präsentationen die Veranstaltung aktiv mitzugestalten.

Hinweise zum Modul
Reference text
kum840 | 15 KP | 1 S , 1 Ü bzw. Projekt | 1. Semester und/oder 2. Semester und/oder 3. Semester; Wahlpflicht | Vogt

Falls Sie das Modul im Rahmen des Fakultätsbereichs belegen und die Anmelderegeln für die Lehrveranstaltungen nicht erfüllen, melden Sie sich bitte direkt bei den Lehrenden, um in die Lehrveranstaltungen eingetragen zu werden. Es besteht kein Anrecht auf einen Platz in den Lehrveranstaltungen.
Module examination
G
Skills to be acquired in this module
Ziel dieses Moduls ist die Entwicklung der Fähigkeiten zur kritischen Reflexion der Bedeutung von Vermittlung in Hinsicht auf Wahrnehmungen und Bewertungen ästhetisch-visueller Phänomene.

Im Einzelnen sollen erarbeitet werden:
- Kenntnisse der Geschichte, der Struktur und der Konzepte kunstvermittelnder Institutionen;
- Fähigkeiten der Analyse institutioneller und medialer Vermittlung unter dem Gesichtspunkt ihrer möglichen Wirkungen und der impliziten Ein- und Ausschlussmechanismen;
- Fähigkeiten zur Entwicklung alternativer und experimenteller Formen der Vermittlung von kunst- und mediengeschichtlichen Wissensgegenständen in und jenseits von tradierten Institutionen;
- Fragen der Kunstvermittlung, ihrer Institutionen und Medien auch praktisch in einer Übung bzw. einem Projekt zu erproben und zu reflektieren.