kum230 - Art History and Media History II (Course overview)

kum230 - Art History and Media History II (Course overview)

Institute of Art and Visual Culture 9 KP
Module components Semester courses Wintersemester 2025/2026 Examination
Course or seminar (2 Veranstaltungen)
(
2 Veranstaltungen: 1 SE oder 1 VL; 1 SE;
)
  • Limited access 3.06.131 - Intersektionale Perspektiven auf Gender und Widerstand in den visuellen Kunst- und Kulturwissenschaften Show lecturers
    • Prof. Dr. Friederike Nastold

    Monday: 16:00 - 18:00, weekly (from 13/10/25)

    Aktuelle antifeministische Diskurse und Politiken sowie Angriffe auf geschlechtliche Selbstbestimmung im Kontext (neu)rechter Bewegungen erzeugen eine neue Dringlichkeit bezüglich der Frage nach möglichem Widerstand – im Alltag wie auch in den Kunstwissenschaften. Das Seminar beleuchtet Formen, Strategien und Geschichten des Widerstands, die sich in aktivistischen Bewegungen, in künstlerischen Praktiken oder im Alltag zeigen. Dabei steht die Frage im Zentrum, welche widerständigen Praktiken – wie Sorge tragen und solidarisch miteinander sein – als Werkzeuge dienen können, um heteronormative Gewalt aufzuzeigen und Machtverhältnisse zu verschieben. Neben interdisziplinär angelegten Gastvorträgen zu verschiedenen Schwerpunkten steht die gemeinsame Lektüre und die Analyse von künstlerischen Positionen im Zentrum des Seminars. Ist Kunst widerständig? Inwiefern können sich künstlerische und aktivistische Strategien gegenseitig bedingen? Wie können wir uns selbst ermächtigen, wie machtvolle Bündnisse bilden? Ziel des Seminars ist es, verschiedene theoretische Ansätze und Konzepte zu Gender und Widerstand in den visuellen Kunst- und Kulturwissenschaften kennenzulernen und diese mit künstlerischen Analysen zu verknüpfen.

  • Limited access 3.06.132 - Digitale Bildpolitiken Show lecturers
    • Prof. Dr. Petra Löffler

    Wednesday: 12:00 - 14:00, weekly (from 15/10/25)

    Bilder rahmen den Blick, bestimmen den Raum des Sichtbaren, generieren Wissen auf spezifische Weise und sie machen handeln. Galt es lange als Eigenheit fotografischer Bilder, dass sie Realitäten objektiv abbilden und daher Ereignisse ebenso bezeugen können wie sie zu befragen, erzeugen digitale Technologien aus Daten hybride Bilder zwischen science und fiction. Das Seminar wird diese prekäre Epistemologie digitaler Bilder in einer Reihe von Fallstudien untersuchen, die vor allem die bildpolitischen Herausforderungen und Konsequenzen digital generierter Bilder beleuchten. Durch die Beschäftigung mit drei künstlerisch-wissenschaftlichen Positionen (Harun Farocki, Hito Steyerl, Joanna Zylinska) soll ein Instrumentarium für die kritische Kontextanalyse digitaler Bilder und ihrer Politiken gewonnen werden. Die Bereitschaft zur Lektüre englischsprachiger Texte wird vorausgesetzt.

  • Limited access 3.06.133 - Une exposition imaginaire: Kuratieren mit Malraux und Warburg (Projektseminar) Show lecturers
    • Judith Brachem

    Monday: 10:00 - 12:00, weekly (from 13/10/25)
    Dates on Friday, 06.02.2026 - Saturday, 07.02.2026, Friday, 13.02.2026 10:00 - 14:00

    Das Seminar "Une exposition imaginaire: Kuratieren mit Malraux und Warburg" ist als Format des Forschenden Lernens konzipiert. Die Studierenden entwickeln in Kleingruppen eine imaginäre Ausstellung, deren Konzeption sich auf Denkfiguren und visuelle Verfahren von André Malraux (Le musée imaginaire) und Aby Warburg (Bilderatlas-Methode) stützt. Ausgangspunkt sind dabei nicht originale Werke oder reale Institutionen, sondern die Idee eines imaginären Museums, das durch Reproduktion, Montage und Anordnung von Bildern neue Bedeutungszusammenhänge schafft. Dies erlaubt sowohl die Reflexion über mediale Bedingungen von Kunstrezeption als auch eine kritische Auseinandersetzung mit klassischen Ordnungssystemen der Kunstgeschichte. Den Abschluss bildet die Präsentation und Reflexion der entwickelten Ausstellung zum Ende des Semesters. HINWEIS: Kommen Sie wegen Hinweisen zur Zeitplanung (asynchrone Gruppen-Sitzungen im Media-Lab) und zur Gruppenaufteilung auf jeden Fall zur ersten Sitzung oder schreiben Sie mir eine Mail, wenn Sie an der ersten Sitzung nicht teilnehmen können.

  • Limited access 3.06.134 - Eine etwas andere Einführung in 'die Kunst der Moderne' Show lecturers
    • Dr. Kea Wienand

    Thursday: 14:00 - 16:00, weekly (from 16/10/25)

    Der Titel verspricht, eine etwas andere Einführung in die Kunst ‚der Moderne‘ zu vermitteln. Mit diesem zugegebenermaßen riskanten Versprechen ist angedeutet, dass die Veranstaltung nicht einfach nur den großen Erzählungen, die sich um die ‚Kunst der Moderne‘ ranken, folgen will. Es wird zwar auch darum gehen, die wesentlichen Eigenschaften und Charakteristika der bildenden Künste (mit einem Fokus auf Malerei, Skulptur und Collage) dieser ‚Epochenkonstruktion‘, die grob das 19. und das frühe 20. Jahrhundert umfasst, herauszuarbeiten und bekannte künstlerische Positionen kennenzulernen. Wir werden die kunsthistorischen Narrationen jedoch kritisch reflektieren und auf ihre Ausschlüsse sowie ihre Verstrickungen in Machtstrukturen befragen. Bekanntermaßen sind die modernen künstlerischen ‚Neuerungen‘ zumeist männlichen, westeuropäischen Künstlern zu geschrieben worden und in der Tat waren es auch meist diese (häufig aus wohlhabenden Verhältnissen stammenden) Künstler, die überhaupt das Risiko eingehen konnten, mit überkommenen künstlerischen Traditionen zu brechen und Kunst als Möglichkeitsraum zu nutzten. Es hat aber auch eine ganze Reihe von Frauen* und queeren* Personen gegeben, die künstlerisch tätig waren und wesentliche Beiträge geleistet haben, die allerdings nur vereinzelt Eingang in die Kunstgeschichtsschreibung erhalten haben. Dass viele Neuerungen in dieser komplexen historischen Situation an Repräsentationen von Geschlecht ausagiert wurden, ist aus geschlechtertheoretischer Perspektive nicht verwunderlich. Geschlechternormen wurden dabei nicht nur neu verhandelt, sondern auch weiter tradiert und erneut festgeschrieben. Die feministische Kunst- und Kulturgeschichte hat sich diesen wenig beachteten Aspekten angenommen und dabei auch diverse Künstlermythen aufgedeckt, die über die Zeit um 1900 vermittelt werden. Aufgearbeitet wird von einer kritischen Kunstwissenschaft zunehmend auch, welche weiteren Geschichten rund um die Moderne und ihre Kunst nicht erzählt wurden – wie zum Beispiel jüdische Kulturschaffende in Vergessenheit gerieten, welchen Einfluss verschiedene Migrations- und Fluchtgeschichten hatten, aber auch, welche bekannten modernen Künstler:innen faschistischen Ideologien zugeneigt waren. Insgesamt steht der Eurozentrismus in den Erzählungen um die Moderne in den machtkritischen Kulturwissenschaften zur Debatte. Auch für uns ergeben sich daraus Fragen, so zum Beispiel: Welche Rolle künstlerische Objekte von anderen Kontinenten für die ‚Kunst der (europäischen) Moderne‘ spielten? Ob überhaupt von der Moderne gesprochen werden kann? Und: In welchem Verhältnis ‚die Kunst der Moderne‘ zum Kolonialismus, der sich um 1900 auf seinem Höhepunkt befand, stand? Zu diskutieren ist die Annahme, dass ‚die Kunst der Moderne‘ eine europäische Idee war! Die Auswahl der Themen und Positionen wird gleichwohl eine subjektive bleiben, die nur einen Einblick vermitteln und Schlaglichter werfen kann. Da sie dabei ebenso blinde Flecke produziert und hinterlässt, sind die Studierenden aufgefordert, meine Auswahl kritisch zu ergänzen! +An die Studierenden der Gender Studies: Dieses Seminar diskutiert durchgehend auch den Umgang mit der Kategorie Geschlecht (in der Geschichtsschreibung, in den Repräsentationen, in kunsthistorischen Besprechungen usw.) ebenso wie damit verschränkte Kategorien wie Sexualität, Klasse, Rassisierungen, Ethnie, Religion usw. Ein Interesse an ‚Kunst der Moderne‘ und die Bereitschaft, sich auch mit dieser zu befassen, ist allerdings eine unumgängliche Voraussetzung für die inhaltliche Auseinandersetzung im Seminar.

  • Limited access 3.06.135 - Wer hat hier eigentlich das Sagen? Die Gegenwartskunst und der Staat (LA V/D) Show lecturers
    • Timo Merten

    Friday: 12:00 - 14:00, weekly (from 17/10/25)

    Wer hat hier eigentlich das Sagen? Diese – etwas formlos formulierte – Frage nach der Sprech- und Deutungshoheit über Kunst und dem (Un-)Abhängigkeitsverhältnis zwischen dem Staat auf der einen und Künstler*innen und künstlerischen Institutionen auf der anderen Seite steht im Mittelpunkt dieses Seminars. Ausgehend von der Vorstellung einer zwangsläufig politischen und mitunter kritischen Kunst setzen wir uns anhand von ausgewählten künstlerischen Beispielen und aktuellen kulturpolitischen Debatten mit dem Verhältnis von Gegenwartskunst und dem Staat auseinander: In welcher Form sind Künstler*innen von staatlicher Förderung abhängig und wie reagieren sie auf diese Abhängigkeit? Inwieweit können Künstler*innen bei finanzieller Abhängigkeit kritische Positionen artikulieren und wie sehen diese aus? Und wie wirken politische Entscheidungsträger*innen auf die Unabhängigkeit der Künste ein? Gemeinsam legen wir im Seminar eine theoretische Grundlage (z.B. aufbauend auf Jacques Rancières Essay „Ist Kunst Widerständig?“ oder Chantal Mouffes Text „Artistic Activism and Agonistic Spaces“), diskutieren aktuelle kulturpolitische Entscheidungen (etwa die durch den aktuellen Kulturstaatsminister aufgeworfene Debatte um ein Verbot von geschlechtergerechte Sprache in staatlich geförderten Kulturinstitutionen oder die kürzlich erfolgte Umbenennung des Haus für Medienkunst Oldenburg) und analysieren künstlerische Positionen, die innerhalb des genannten Spannungsfeldes zu verorten sind oder sich diesem widmen.

Tutorial (oder selbstorganisierte studentische Veranstaltung)
(
1 TU oder 1 selbstorganisierte studentische Veranstaltung
)
  • Limited access 3.06.137 - Tutorium Show lecturers
    • Annemarie Schiemenz, (sie/ihr)

    Monday: 12:00 - 14:00, weekly (from 13/10/25)

  • Limited access 3.06.138 - Selbstorganisierte studentische Veranstaltung (nach Absprache mit einer der Modulverantwortlichen) Show lecturers
    • Prof. Dr. Friederike Nastold

    Dates on Monday, 13.10.2025 18:00 - 20:00
    Das selbstorganisierte Tutorium wählt im Rahmen des Aufbaumoduls kum230 einen selbstgewählten Themenschwerpunkt, um bspw. bereits kennengelernte kunsthistorische Ansätze weiter zu vertiefen und/oder neue, bisher wenig im Studium thematisierte Schwerpunkte zu erarbeiten. Im Rahmen des selbstorganisierten Tutoriums soll ein gemeinsamer Austausch, Lektüre und Werkanalysen im Zentrum stehen. In dieser einmalig von der Modulbeauftragten geleiteten Sitzung werden alle Informationen rund um das selbstorganisierte Tutorium vermittelt. Alle Interessierten sind herzlich zu dieser einmalig stattfindenden Einführungssitzung eingeladen. Sie haben anschließend die Möglichkeit sich in Kleingruppen zusammen zu finden und erste Schwerpunktideen für das selbstorganisierte Tutorium zu entwickeln. Ab der zweiten Sitzung findet das selbstorganisierte Tutorium zu einem selbst gewählten Zeitpunkt, zu einem selbstgewählten Thema und in Eigenregie der Kleingruppe statt. Anforderungen im Rahmen des selbstorganisierten Tutoriums: (1) Erarbeitung eines Themas und Ablaufplans der Veranstaltung, aus dem ersichtlich wird, welche Texte/welcher Schwerpunkt in jeder Sitzung bearbeitet werden (insgesamt 14 Sitzungen à 90 Minuten). Senden Sie den Ablaufplan vor Start des selbstorganisierten Tutoriums an friederike.nastold@uol.de (inkl. der Namen der Kleingruppenteilnehmer*innen). Sie können inhaltlich selbst einen Schwerpunkt wählen. (2) Erstellen eines Protokolls pro Sitzung (= insgesamt 14 Protokolle). Als Gruppe können die Protokolle (= Ergebnisse der Diskussionen, keine Textzusammenfassung) aufgeteilt werden, jede Person (!) gibt abschließend 14 Protokolle in einer pdf ab. Siehe hierzu den Prüfungsordner unter Dateien. Abgabe: in Form von 2 pdfs (1. pdf=Ablaufplan, 2. pdf=14 Protokolle in einem pdf, benannt mit Nachname_Vorname) am 15.02.2026). Alle Fragen zum selbstorganisierten Tutorium werden in dieser ersten Sitzung mit der Modulverantwortlichen besprochen, sodass Sie im Anschluss in Kleingruppen starten können. 1 x in Präsenz: Montag, 13.10.25, 18:00-20:00 Uhr, dann eigenverantwortlich organisiert.

Hinweise zum Modul
Prerequisites
Fremdsprachenkenntnisse in Englisch. Für den Professionalisierungsbereich im Bachelor gilt: Bei der Anmeldung zu den Veranstaltungen eines Moduls haben „facheigene“ Studierende grundsätzlich Vorrang, d.h. fachfremde Studierende können nur Veranstaltungsplätze belegen, die nicht von Fachstudierenden benötigt werden. Interessierte fachfremde Studierende müssen vor der (endgültigen) Anmeldung zu einem Modul mit den Modulverantwortlichen klären, ob sie die für den erfolgreichen und konstruktiven Besuch erforderlichen Voraussetzungen erfüllen, d.h. über die erforderlichen Kompetenzen verfügen. Über die Art des Nachweises dieser Kompetenzen entscheidet der/die Modulverantwortliche (Gespräch, Test, o.ä.).
Reference text
kum230 | 9 KP | 1 V / 1 S; 1 S; 1 T oder 1 selbstorganisierte stud. Veranst. | 4./6. FS | je nach Studiengang Pflicht oder Wahlpflicht | Nastold
Module examination
G
Skills to be acquired in this module
Ziel dieses Aufbaumoduls ist die Erweiterung der Kenntnisse in Kunst- und Mediengeschichte sowie von methodischen Ansätzen und ihre Anwendung.

Dabei geht es darum,
- grundlegende Methoden der Beschreibung und Analyse (form-, strukturanalytisch, ikonografisch/ikonologisch, semiotisch, diskursanalytisch) von künstlerischen und medialen Phänomenen aus Geschichte und Gegenwart exemplarisch zu erproben und deren Möglichkeiten und Grenzen auszutesten;
- an unterschiedlichen Gegenstandsbereichen der Kunst- und Mediengeschichte (Gattungen, Genres, „neue“ und „alte Medien“) die Historizität gegenwärtiger visueller Kultur begreifbar zu machen;
- Methoden der Kunst- und Medienwissenschaft exemplarisch in ihren unterschiedlichen Fokussierungen zu vergleichen, abzugrenzen bzw. deren Verbindungsmöglichkeiten zu diskutieren.