ges123 - Medieval History (Course overview)

ges123 - Medieval History (Course overview)

Institute of History 9 KP
Eine Übersicht der Prüfungsberechtigen finden Sie unter https://uol.de/fk4/studium-und-lehre/studiengaenge/pruefungen/pruefungsberechtigte.
Module components Semester courses Winter semester 2023/2024 Examination
Lecture
  • No access 4.02.020 - Das Hochmittelalter im Überblick Show lecturers
    • Prof. Dr. Almut Höfert

    Tuesday: 16:00 - 18:00, weekly (from 24/10/23)

    Das Hochmittelalter (900–1250) ist eine Epoche des Umbruchs, die besonders gut illustriert, wie sehr sich „das Mittelalter“ (500–1500) in seinem Verlauf veränderte. Urwälder wurden gerodet, neue Gebiete und Handelsrouten erschlossen, die Zahl der Dörfer erreichte einen historisch einmaligen Höchststand. Das Bevölkerungswachstum schlug sich ebenfalls in der wachsenden Zahl und Bedeutung der Städte nieder und veränderte die sozialen Strukturen. Politisch verlor das römisch-deutsche Reich seine Vorrangstellung in Europa, mit den Kreuzzügen richtete sich der Blick auch in den Nahen Osten. Durch die Rezeption antiken und arabischen Wissens veränderte sich die gelehrte Kultur und die ersten Universitäten wurden gegründet. In der Architektur entstand mit der Gotik und ihren hohen Kathedralen ein Stil, der bis heute die Stadtbilder prägt. Für diejenigen, die diese Vorlesung im Basismodul Mittelalter (ges121) und in den Modulen Profilbildung (ges186, ges187, ges188) belegen, wird die erfolgreiche Teilnahme an der Vorlesung mit einem Test (am Dienstag, 16.1.2024, 16.15 bis 17.10h) nachgewiesen. Für die Module ges122, ges123 und ges124 besteht von meiner Seite aus keine Anforderung zum Test (und wird in der Regel von den Dozierenden in den zugehörigen Seminaren auch nicht gefordert). Für die Prüfungsanforderungen in anderen Modulen wenden Sie sich bitte an die jeweiligen Modulverantwortlichen (diejenigen, die diese Vorlesung im Masterstudiengang Museum und Ausstellung belegen, schreiben den Test auch mit).

Seminar
  • No access 4.02.022 - Umbruchszeiten: Die Kirchenreformen im Hochmittelalter Show lecturers
    • Prof. Dr. Almut Höfert

    Thursday: 14:00 - 16:00, weekly (from 19/10/23)
    Dates on Friday, 19.01.2024 14:15 - 17:45

    Bitte kombinieren Sie die Veranstaltung mit der Vorlesung 4.02.020. Im Zuge des Bevölkerungsanstieges im Hochmittelalter kam es zu den Kirchenreformen, die die Gesellschaft in vielerlei Hinsicht prägten. Als eine der spektakulärsten Episoden aus dieser Zeit gilt vor allem seit dem 19. Jahrhundert der Gang nach Canossa, als Kaiser Heinrich IV. sich im tiefen Winter 1076/77 über die Alpen kämpfte, um von Papst Gregor VII. die Aufhebung seiner Exkommunikation zu erlangen. Aber in den Kirchenreformen ging es um mehr: Mönche und Nonnen mussten sich auf neue Anforderungen von Reformäbten und -äbtissinnen einstellen, die angesichts laxer moralischer Standards in den Klöstern nun andere Töne anschlugen, Priester und Bischöfe wurden zur konsequenten Einhaltung des Zölibats aufgefordert, die Kirche wurde nun merkwürdig „gegendert“, es wurde gegen homosexuelle Praktiken gewettert, während Könige und Päpste miteinander um Sakralität wetteiferten. Wir werden in diesem Seminar die heftigen Debatten, Konflikte und Umbrüche untersuchen, die in dieser Zeit stattfanden. Dabei werden wir auch fragen, inwiefern die hochmittelalterlichen Kirchenreformen und der Investiturstreit ab dem 19. Jahrhundert als Beleg für eine „typisch europäisch-abendländische“ Trennung zwischen Religion und säkularer Sphäre herangezogen wurden und diskutieren, ob im Zuge der hitzigen Streitigkeiten im Hochmittelalter neue Kommunikationsräume in Bezug auf eine „Öffentlichkeit“ entstanden. Als Vorbereitung für die Seminararbeit werden wir Forschungsüberblicke (Aufgabenstellung am 7.12.23, Abgabetermin am 4.1.24, ca. 3-4 Seiten) für eine Schreibwerkstatt (Freitag, 19.1.24, 14-18h, zwei reguläre Donnerstagssitzungen fallen dafür weg) erstellen. Zur Studienleistung gehören zudem kurze Lektürekommentare. Prüfungsleistung in ges122, ges123 und ges124: Seminararbeit; für ges186, ges187, ges188: regelmäßige Mitarbeit sowie der Test in der zugehörigen Vorlesung am 16.1.24). Lit.: Goez, Werner: Kirchenreform und Investiturstreit 910–1122. Stuttgart 2000; McLaughlin, Megan: Sex, Gender and Episcopal Authority in an Age of Reform, 1000–1122. Cambridge 2010; Zey, Claudia: Der Investiturstreit (Reihe Beck Wissen). München 2016.

  • No access 4.02.023 - Die Natur als Katastrophe? - Mensch-Umwelt-Beziehungen im Mittelalter Show lecturers
    • Anne-Greta Sacher

    Tuesday: 14:00 - 16:00, weekly (from 17/10/23)

    Bitte kombinieren Sie die Veranstaltung mit der Vorlesung 4.02.020. Ein Nachdenken über globale Erwärmung, Energiewende, ökologischen Fußabdruck und Nachhaltigkeit ist im Alltag, den Medien und der Politik heute vielfältig präsent. Doch nicht erst seit der aktuellen Klimakrise setzen sich Menschen mit Natur und Umwelt auseinander, auch in der Vergangenheit waren Zeitgenoss*innen etwa von natürlichen Rohstoffen abhängig, fürchteten die Auswirkungen von klimatischen Extremereignissen oder veränderten selbst Landschaften durch Siedlung und Rodung. Als Gegenstand der historischen Forschung ist die Umwelt besonders in den vergangenen zwei Jahrzehnten verstärkt in den Mittelpunkt gerückt, und auch für die mittelalterliche Epoche lassen sich verschiedene Ebenen der Natur-Mensch-Beziehung gewinnbringend in den Blick nehmen. Einen prägnanten Zweig bildet etwa die ‚Katastrophenforschung‘, die sich u.a. mit extremen Natur- und Wetterereignissen wie Erdbeben, Überschwemmungen oder Bränden als Krisenmomenten mittelalterlicher Gesellschaften beschäftigt. Im Rahmen des Aufbauseminars soll nicht nur, aber auch, nach der Darstellung, Deutung und Bewältigung von Naturkatastrophen auf Basis unterschiedlicher Quellengattungen gefragt werden. Ergänzend werden wir uns mit weiteren ausgewählten Facetten der vielschichtigen Beziehung zwischen Menschen und Umwelt im Mittelalter auseinandersetzen, etwa dem Umgang mit spezifischen ökologischen Lebensräumen wie dem Wald. Forschungsgeschichtlich sollen Entstehung und Entwicklung der (mittelalterlichen) Umweltgeschichte oder Fragen der interdisziplinären Zusammenarbeit (beispielsweise bei der Untersuchung klimatischer Verhältnisse während der ‚Kleinen Eiszeit‘) aufgegriffen werden. Erwartet wird die Bereitschaft zur aktiven Mitarbeit, genauere Hinweise zu Studienleistungen folgen zu Beginn der Veranstaltung. Prüfungsleistung ist eine Hausarbeit. Literaturhinweise: John Aberth: An Environmental History of the Middle Ages: The Crucible of Nature, London / New York 2013; Wolfgang Behringer: Kulturgeschichte des Klimas. Von der Eiszeit bis zur globalen Erwärmung, 5. Aufl., München 2010; Peter Dilg (Hrsg.): Natur im Mittelalter. Konzepte - Erfahrungen – Wirkungen. Akten des 9. Symposiums des Mediävistenverbandes, Marburg, 14. - 17. März 2001, Berlin 2003; Kai Peter Jankrift: Brände, Stürme, Hungersnöte. Katastrophen in der mittelalterlichen Lebenswelt, Ostildern 2003; Margit Mersch (Hg.): Mensch-Natur-Wechselwirkungen in der Vormoderne - Beiträge zur mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Umweltgeschichte, Göttingen 2016; Gerrit Jasper Schenk: Der Mensch zwischen Natur und Kultur. Auf der Suche nach einer Umweltgeschichtsschreibung in der deutschsprachigen Mediävistik – eine Skizze, in: François Duceppe-Lamarre / Jens Ivo Engels (Hg.), Umwelt und Herrschaft in der Geschichte / Environnement et pouvoir, Berlin 2008, S. 27-51; Gerrit Jasper Schenk (Hrsg.): Katastrophen. Vom Untergang Pompejis bis zum Klimawandel, Ostfildern 2009; Thomas Wozniak: Naturereignisse im frühen Mittelalter. Das Zeugnis der Geschichtsschreibung vom 6. bis 11. Jahrhundert, Berlin / Boston 2020.

  • No access 4.02.024 - Dämonenglauben im Hochmittelalter Show lecturers
    • David Weiss

    Wednesday: 16:00 - 18:00, weekly (from 18/10/23)

    Das Mittelalter wird häufig als „dunkel“ beschrieben. Einer der Gründe ist die Furcht der Menschen der Zeit vor Dämonen, die als Diener des Teufels galten. Die Vorstellungen über diese im wahrsten Sinne des Wortes „höllischen Kreaturen“ unterschieden sich in ganz Europa. Oft waren sie Teil des Volks- und Stammesglaubens noch aus der Zeit von vor dem Siegeszug des Christentums. Das Seminar widmet sich dem Dämonenglauben in unterschiedlichen europäischen Regionen und thematisiert dabei auch die Bekämpfungs- und Bewältigungsmethoden der Menschen, um mit den eigenen Ängsten umzugehen – beispielsweise in Form künstlerischer Darstellungen. Der zeitliche Fokus liegt auf dem Hochmittelalter. Erwartet wird die Bereitschaft zur aktiven Mitarbeit.

  • No access 4.02.025 - Burg und Kirche im Spätmittelalter auf der ostfriesischen Halbinsel Show lecturers
    • Prof. Dr. Antje Sander

    Friday: 10:00 - 12:00, weekly (from 03/11/23), Location: A01 0-010 a, A06 4-418
    Dates on Friday, 01.12.2023 09:00 - 10:30, Location: A11 0-018

    Bitte kombinieren Sie die Veranstaltung mit der Vorlesung 4.02.020.

Hinweise zum Modul
Kapazität/Teilnehmerzahl 80 (
Um eine möglichst homogene Verteilung der Teilnehmer*innen zu gewährleisten, sind die Seminare teilnahmebeschränkt. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte direkt an die jeweiligen Veranstalter*innen.
)
Module examination
RE
Skills to be acquired in this module
Die Studierenden …
  • verfügen über strukturiertes historisches Grundwissen über das Mittelalter;
  • beherrschen den Zugang zu mittelalterlichen (Original-)Quellen;
  • verfügen über Reflexionsvermögen hinsichtlich fachlicher Konzepte und Ansätze und entwickeln eigene Standpunkte in der kritischen Auseinandersetzung mit den Ergebnissen der Forschung;
  • entwickeln selbständig historisch relevante Fragestellungen, bearbeiten sie theoretisch-methodisch geleitet und gelangen so zu rationalen Urteilen;
  • analysieren die Bedingungen historischen Wandels in vergleichender Perspektive;
  • sind sich der historischen Prägung der Gegenwart bewusst und können Probleme der gegenwärtigen Gesellschaft historiographisch einordnen sowie kritisch reflektieren;
  • beherrschen die adressatengerechte Vermittlung historischer (Er-)Kenntnisse.