Die Vorlesung gibt einen ersten Überblick über die Entwicklung von Forschungsdesigns sowie die Voraussetzungen, Anwendungsmöglichkeiten und die Interpretation von gängigen quantitativen statistischen Verfahren. Es wird ein Einblick in mixed-method Modelle gegeben. Die Teilnehmenden erwerben Kompetenzen für die Interpretation statistischer Kennzahlen in wissenschaftlichen Publikationen. Zudem können sie kompetent entscheiden, welches Auswertungsverfahren bei welcher Fragestellung angemessen ist.
Im Zentrum des Seminars geht es um die quantitative Forschungsmethode des Fragebogens. Es gibt Einblicke in die Konzeption, die Durchführung und die Auswertung von Fragebogenstudien. Im Detail werden wir mit vorhandenen Daten einer Studie mit Grundschulkindern zum Lesestrategiegebrauch arbeiten. Nach einer inhaltlichen Auseinandersetzung mit dem Themengebiet der Lernstrategien werden wir den Großteil des Seminares mit der Statistik-Software SPSS arbeiten, verschiedene Analysearten kennenlernen, Hypothesen aufstellen und anhand der vorhandenen Daten überprüfen. Die Prüfungsleistung wird durch die Erstellung eines Forschungsberichtes abgeleistet.
In dem Seminar soll ein eigene Forschungsarbeit geplant, durchgeführt und ausgewertet werden. Dabei soll nach Möglichkeit auf aufwendige und genehmigungspflichtige Datenerhebungen in Schulen etc. verzichtet werden. Stattdessen wollen wir "Daten" untersuchen, die leicht zugänglich sind und Möglichkeiten zur wissenschaftlichen Bearbeitung bieten (z.B. Diskussionen in Online-Foren, Zeitungsberichterstattung, Kinderbuch- oder Hörspielanalyse, Twitter-Nachrichten).
Prüfungsleistung ist ein schriftlicher Forschungsbericht von maximal 15 Seiten.
Die SeminarteilnehmerInnen sind frei in der Wahl des Forschungsthemas (soweit aus ethischen oder praktischen Gründen nichts dagegen spricht) und der Forschungsmethode. Zu den einzelnen Arbeitsschritten im Forschungsprozess (Themenfindung, Fragestellung festlegen, Forschungsmethode auswählen, Erhebungsplanung und -durchführung, Datenanalyse und Verschriftlichung) werden begleitend zur Forschungsarbeit in den Gruppen allgemeine Grundlagen im Seminar vermittelt. Von den TeilnehmerInnen wird erwartet, dass sie sich darüber hinaus mit spezifischen Aspekten ihrer Forschungsarbeit selbständig vertiefend befassen.
Im Verlauf des Seminars sollen die Forschungsgruppen zwei kurze mündliche Präsentationen halten: 1. Zu Beginn des Seminars wird das Forschungsdesign (Thema, Fragestellung, theoretischer Hintergrund und Forschungsansatz) der Gruppe vorgestellt und mit den SeminarteilnehmerInnen diskutiert.
2. Zum Ende des Seminars werden die gefundenen Forschungsergebnisse präsentiert.
In der empirischen Bildungsforschung kommen häufig Erhebungsmethoden zur Anwendung, bei denen eine Person im Rahmen einer wissenschaftlichen Untersuchung auf einen Stimulus reagiert. Dies ist beispielsweise im Rahmen einer Befragung der Fall, bei der eine Person auf eine Frage reagiert. Die befragte Person ist sich dabei bewusst, dass sie an einer wissenschaftlichen Untersuchung teilnimmt. Diese Vorgehensweise kann Reaktivitätseffekte, wie den Effekt sozialer Erwünschtheit im Antwortverhalten, hervorrufen. Nichtreaktive Verfahren sind hingegen Methoden, mit denen Daten von Personen erhoben werden, ohne dass diesen bewusst ist, dass sie Teil einer wissenschaftlichen Untersuchung sind. Nichtreaktive Methoden haben damit den Vorteil, dass sie Reaktivitätseffekte ausschließen. Dennoch werden diese Methoden in der Bildungsforschung eher selten angewandt. Dabei können sie einen zusätzlichen (und oft auch originellen) Beitrag zur Prüfung von Forschungshypothesen leisten. Im Seminar wird sich auf die nichtreaktive Beobachtung sowie auf das Feldexperiment als zentrale nichtreaktive Methoden konzentriert. Anhand von Fallbeispielen werden zunächst die Möglichkeiten und Grenzen beider Methoden speziell für pädagogisch-psychologische Fragestellungen ausgelotet. Anschließend werden eigene Fragestellungen und Anwendungen dieser nichtreaktiven Methoden entwickelt und durchgeführt.
Literaturhinweise:
Lee, Raymond M. (2000). Unobtrusive Methods in Social Research. Buckingham (Philadelphia): Open University Press.
Webb, Eugene J.; Campbell, Donald T.; Schwartz, Richard D.; Sechrest, Lee (1975). Nichtreaktive Meßverfahren. Weinheim [u.a.]: Beltz.
Im Seminar werden wir uns inhaltlich mit der Studienmotivation von Lehramtsstudierenden auseinandersetzen und eine kleine empirische Interviewstudie dazu durchführen. Zusammen werden wir eine Forschungsfrage entwickeln, einen Interviewleitfaden konzipieren, Interviews mit Studierenden führen, diese transkribieren und mit der Inhaltsanalyse nach Mayring auswerten. Die Konzeption der Studie, die Datenerhebung und -auswertung finden zum Großteil im Seminar statt, die Transkription und die Ergebnisdarstellung sind zuhause (in Gruppenarbeit) zu erledigen. Prüfungsleistung ist ein Forschungsbericht (Abgabe 31.03).
Die standardisierte Befragung stellt ein zentrales Erhebungsinstrument der empirischen Bildungsforschung dar. Gleichwohl kommt sie im Kontext der Schulbuch- und Lehrmittelforschung eher selten zur Anwendung. Hier dominieren traditionell hermeneutische Verfahren, mit denen die Inhalte von Schulbüchern und anderen Lehrmitteln erforscht werden. Im Seminar werden zunächst mögliche Fragestellungen und Erkenntnisinteressen im Rahmen der Schulbuch- und Lehrmittelforschung diskutiert, bei denen der Einsatz standardisierter Befragungen als Erhebungsinstrument sinnvoll erscheint. Dabei wird auch auf die Vor- und Nachteile dieser Methode insbesondere zu weniger standardisierten, qualitativ ausgerichteten Interviews eingegangen. Anschließend werden eigene Befragungsprojekte entwickelt und durchgeführt.
Literaturhinweise:
Diekmann, Andreas (2016). Empirische Sozialforschung: Grundlagen, Methoden, Anwendungen.
Reinbek bei Hamburg: Rowohlt.
Schnell, Rainer; Hill, Paul B.; Esser, Elke (2013). Methoden der empirischen Sozialforschung. München: Oldenbourg.
Im Seminar werden Sie eine eigene Forschung planen, durchführen und erste Ergebnisse präsentieren. Es werden in jeder Sitzung Grundlagen zu den wichtigen Aspekten für die Entwicklung eines Forschungsvorhabens erarbeitet und im Anschluss für das eigene Forschungsvorhaben konkretisiert.
Das Seminar beginnt mit Grundlagen zu qualitativer Forschung sowie zum Thema Energie und Schülervorstellungen dazu. Im Anschluss wird eine eigene Forschungsfrage entwickelt. Danach werden verschiedene Methoden erarbeitet und für die Forschungsfrage konkretisiert. Im Anschluss an die Durchführung werden Möglicheiten zur Auswertung und Interpretation der Daten besprochen und angewendet. Des Weiteren werden Gütekriterien besprochen sowie Hinweise zu Auswertungsprogrammen gegeben.
In dem Seminar werden eigene Forschungsarbeiten (in Gruppenarbeit) anhand der Analyse von Kinderzeichnungen durchgeführt. Dafür werden zwei Datensätze an Kinderzeichnungen zur Verfügung gestellt (s.u.). Eine eigene Erhebung von Daten ist ebenfalls möglich, sofern dies im zeitlichen Rahmen des Seminars umgesetzt werden kann. Während des Seminars werden Kenntnisse über spezifische Merkmale von Kinderzeichnungen sowie über Möglichkeiten der Forschung mit und wissenschaftlichen Analyse von Kinderzeichnungen vermittelt. Von den Studierenden wird erwartet, dass sie für ihre Forschungsarbeit unter Anleitung einen eigenen Themenschwerpunkt festlegen und dazu passende Froschungsfragen und Analysestrategien entwickeln. Zudem soll eine eigenständige wissenschaftliche Analyse der Zeichnungen vorgenommen werden, die in einem Forschungsbericht (Prüfungsleistung) verschriftlicht und zusätzlich im Seminar mündlich präsentiert wird (ca. 15 Minuten; aktive Teilnahme). Der Forschungsansatz kann dabei qualitativ (intensive Analyse weniger Zeichnungen) oder qualitativ-quantitativ (Kategorisierung und statistische Analyse von Zeichnungsinhalten) gestaltet werden.
Für die wissenschaftliche Analyse stehen zwei fertige Datensätze zur Verfügung:
1. Zeichnungen von 4-10jährigen Kindern über ihre Zukunftsvorstellungen. Diese beinhalten Themen wie technologische Entwicklungen, Berufsvorstellungen u.ä.
2. Zeichnungen von 8-13jährigen Kindern über ihre politischen Themeninteressen (z.B. Krieg, Umweltzerstörung, Flucht)
TeilnehmerInnen sollten grundlegende Kenntnisse über Forschungsmethoden (Vorlesung) besitzen.
In diesem Seminar werden aus psychologisch-pädagogischer Perspektive verschiedene diagnostische Verfahren mittels eigener wissenschaftlicher Fragestellungen beleuchtet. Diagnostische Verfahren sind in zunehmendem Maße für Lehrer*innen aller Schulformen direkt oder indirekt relevant, selbst wenn keine eigene Diagnostik durchgeführt werden sollte, so ist das Wissen um die Hintergründe zur Konstruktion solcher Verfahren bedeutsam. Im Rahmen kleinerer Gruppenarbeiten können selbst gewählte Schwerpunkte gelegt werden, wobei qualitative oder quantitative Verfahren zum Einsatz kommen können.
Die Teilnehmenden arbeiten das ganze Semester lang in kleinen Gruppen (3-5 Personen). In diesen Gruppen wird eine eigene Fragestellung entwickelt, ein vorhandener Fragebogen genutzt oder ein eigener Fragebogen erstellt. Es werden Daten erhoben, analysiert und interpretiert. Die Ergebnisse werden mit Power Point vorgestellt. Studierende, die einen Schein erwerben möchten, schreiben einen abschließenden Bericht.
Die Teilnehmenden arbeiten das ganze Semester lang in kleinen Gruppen (3-5 Personen). In diesen Gruppen wird ein Interviewleitfaden entwickelt und in einer ersten Version getestet und überarbeitet Es werden Interviews geführt, transkribiert, ausgewertet und interpretiert. Die Ergebnisse werden mit Power Point vorgestellt. Studierende, die einen Schein erwerben möchten, schreiben einen abschließenden Bericht.
Im Blockseminar werden wir uns inhaltlich mit der Studienmotivation von Lehramtsstudierenden auseinandersetzen und eine kleine empirische Interviewstudie dazu durchführen. Zusammen werden wir eine Forschungsfrage entwickeln, einen Interviewleitfaden konzipieren, Interviews mit Studierenden führen, diese transkribieren und mit der Inhaltsanalyse nach Mayring auswerten. Die Konzeption der Studie, die Datenerhebung und -auswertung finden im Seminar statt, die Transkription und die Ergebnisdarstellung sind zuhause (in Gruppenarbeit) zu erledigen. Prüfungsleistung ist ein Forschungsbericht (Abgabe 31.03).
Studierende belegen eine Vorlesung und ein Seminar.
Prüfungszeiten
Module examination
BE
Skills to be acquired in this module
Ziele des Moduls Kennenlernen wichtiger psychologischer und pädagogischer Forschungsmethoden, die dazu befähigen, empirische Studien zur Schul- und Unterrichtsforschung und Schulleistungsstudien zu verstehen und kritisch analysieren und eigene kleinere Studien (auch im Rahmen der Anfertigung der Abschlussarbeiten) konzipieren, durchführen und auswerten zu können.
Kompetenzen
Kompetenzbereich: Forschung
Die Absolvent*innen...
verstehen Ziele und Methoden der empirischen Lehr- und Lernforschung und der Bildungsforschung.
rezipieren, bewerten und interpretieren Ergebnisse schul- und unterrichtsbezogener Forschung sowie nationaler und internationaler Schulleistungsstudien.
erkennen die Relevanz empirischer Forschungsergebnisse für die eigene berufliche Praxis und die Schulentwicklung.
planen kleine Studien zu lern- und unterrichtsbezogener Forschung kooperativ, setzen sie um und werten sie aus.
verstehen Ziele und Vorgehensweisen schulischer Evaluationsforschung
verfügen über grundlegenden Kenntnisse quantitativer und qualitativer Methoden