Kinder- und Jugendliteratur hat für das pädagogische Handeln seit jeher eine große Bedeutung gehabt. Neben dem Unterhaltungs- und Sprachbildungsaspekten soll sie eine intergenerationale Brücke sein und die jüngere Generation in das gesellschaftliche Werte- und Normenverständnis einführen. Literatur versucht Realität abzubilden, um Kindern die Anknüpfung an ihre Erfahrungen zu ermöglichen. Daher ist Kinder- und Jugendliteratur ein beliebtes Medium welches in der Pädagogischen Arbeit in der Schule ihren festen Platz einnimmt.
Literatur wird aber auch als ein ideologisches Instrument verstanden, das Macht - insbesondere auf Kinder - ausgeübt. Denn das in der Literatur vermittelte Weltbild ist ein Fragment öffentlicher Diskurse und Ungleichheitsverhältnisse, in dem gesellschaftsrelevante Subjektpositionen verhandelt werden.
Im Rahmen des Seminars wollen wir einen kritischen Blick auf die aktuelle Kinder und Jugendliteratur aus einer diskriminierungssensiblen Perspektive werfen. Studierende lernen mit Hilfe machtkritischer und dekonstruktiver Methoden Bücher, Geschichten und Bilder entlang migrationsgesellschaftlich relevanter Differenzkategorien zu untersuchen. Sie entwickeln dabei Sensibilität für gesellschaftliche Ungleichheits- und Machtverhältnisse und entwickeln Strategien für ein diskriminierungskritisches pädagogisches Handeln unter den Bedingungen von Differenz und Ungleichheit.
Verstehen wir unsere Gesellschaft als eine (und nicht nur neuerdings, sondern auch schon immer, und immer mehr) durch anhaltende globale, postkoloniale Migrationsprozesse maßgeblich geprägte Migrationsgesellschaft , so lässt es sich erwarten, dass auch die Schule, als ein gesellschaftlich und sozial wichtiger (Bildungs-)Ort, dem Phänomenen der Vervielfältigung von Lebens- und Bildungserfahrungen Rechnung trägt. Doch auf unterschiedlichen Ebenen scheint aktuell gerade dies ein Ort zu sein, an dem homogenisierende Vorstellungen von Normalität, Identität und Zugehörigkeit dermaßen ausgeprägt zu sein scheinen. Auch nach Jahrzehnten der Migrationsbewegungen werden systematische diskriminierende Ausschlüsse vieler junger Menschen festgestellt, deren Leben aufgrund von Migration nicht in den engen Erwartungsrahmen der Schule passen. In Zeiten globaler Mobilität von Menschen ist die Institution Schule in einer Migrationsgesellschaft einmal mehr herausgefordert bestehende Ordnungen, Routinen und das Verhältnis zwischen Bildungsdispositionen der Schüler*innen und den Bildungserwartungen und -angeboten der Institution zu überprüfen und anzupassen.
• Was wäre, wenn alle Schüler*innen und alle Lehrer*innen gerne in der Schule wären, weil dies ein Ort wäre, an dem sie als Individuen geachtet und respektiert und vor Diskriminierung geschützt wären?
• Was wäre, wenn Schule auch für zugewanderte Schüler*innen und Lehrer*innen Ort wäre, an dem sie ihren Bildungs- und Berufsweg einfach weiter verfolgen würden ohne zunächst die ihnen zugeschriebenen Sprach-und Bildungsdefizite ausgleichen zu müssen. Und wenn ihr Wissen und ihre Sprachkenntnisse als gleichwertig und nicht als minderwertig gelten würden?
• Was wäre, wenn diskriminierungs- und rassismussensibler Unterricht curricular verankert wäre?
• Was wäre, wenn an Schulen Schüler*innen lernten was es hieße Verantwortung für globale postkoloniale Zusammenhänge zu übernehmen?
In der Wissenschaftlichen Auseinandersetzung/ im Fachdiskurs zu Schule in der Migrationsgesellschaft werden diese Fragen bereits seit langer Zeit diskutiert und Perspektiven und Ansätze entwickelt, die bereits auch in unterschiedlichen schulischen Handlungsfeldern erprobt worden sind. Im Rahmen des Seminars werden einige dieser Perspektiven, die sich am Ziel migrationsgesellschaftliche Diskriminierung in Schule, in der Schulpädagogik und Schulorganisation abzubauen orientieren, vorgestellt und diskutiert werden.
Zum Ende des Seminars entwickeln die Teilnehmenden auf der Grundlage der vermittelten Perspektive und eigens vertieften Schwerpunktthemen eigene fallspezifische handlungspraktische Konzepte für eine diskriminierungskritische pädagogische Praxis, die Sie gegenseitig vorstellen und gemeinsam diskutieren.
Verstehen wir unsere Gesellschaft als eine (und nicht nur neuerdings, sondern auch schon immer, und immer mehr) durch anhaltende globale, postkoloniale Migrationsprozesse maßgeblich geprägte Migrationsgesellschaft , so lässt es sich erwarten, dass auch die Schule, als ein gesellschaftlich und sozial wichtiger (Bildungs-)Ort, dem Phänomenen der Vervielfältigung von Lebens- und Bildungserfahrungen Rechnung trägt. Doch auf unterschiedlichen Ebenen scheint aktuell gerade dies ein Ort zu sein, an dem homogenisierende Vorstellungen von Normalität, Identität und Zugehörigkeit dermaßen ausgeprägt zu sein scheinen. Auch nach Jahrzehnten der Migrationsbewegungen werden systematische diskriminierende Ausschlüsse vieler junger Menschen festgestellt, deren Leben aufgrund von Migration nicht in den engen Erwartungsrahmen der Schule passen. In Zeiten globaler Mobilität von Menschen ist die Institution Schule in einer Migrationsgesellschaft einmal mehr herausgefordert bestehende Ordnungen, Routinen und das Verhältnis zwischen Bildungsdispositionen der Schüler*innen und den Bildungserwartungen und -angeboten der Institution zu überprüfen und anzupassen.
• Was wäre, wenn alle Schüler*innen und alle Lehrer*innen gerne in der Schule wären, weil dies ein Ort wäre, an dem sie als Individuen geachtet und respektiert und vor Diskriminierung geschützt wären?
• Was wäre, wenn Schule auch für zugewanderte Schüler*innen und Lehrer*innen Ort wäre, an dem sie ihren Bildungs- und Berufsweg einfach weiter verfolgen würden ohne zunächst die ihnen zugeschriebenen Sprach-und Bildungsdefizite ausgleichen zu müssen. Und wenn ihr Wissen und ihre Sprachkenntnisse als gleichwertig und nicht als minderwertig gelten würden?
• Was wäre, wenn diskriminierungs- und rassismussensibler Unterricht curricular verankert wäre?
• Was wäre, wenn an Schulen Schüler*innen lernten was es hieße Verantwortung für globale postkoloniale Zusammenhänge zu übernehmen?
In der Wissenschaftlichen Auseinandersetzung/ im Fachdiskurs zu Schule in der Migrationsgesellschaft werden diese Fragen bereits seit langer Zeit diskutiert und Perspektiven und Ansätze entwickelt, die bereits auch in unterschiedlichen schulischen Handlungsfeldern erprobt worden sind. Im Rahmen des Seminars werden einige dieser Perspektiven, die sich am Ziel migrationsgesellschaftliche Diskriminierung in Schule, in der Schulpädagogik und Schulorganisation abzubauen orientieren, vorgestellt und diskutiert werden.
Zum Ende des Seminars entwickeln die Teilnehmenden auf der Grundlage der vermittelten Perspektive und eigens vertieften Schwerpunktthemen eigene fallspezifische handlungspraktische Konzepte für eine diskriminierungskritische pädagogische Praxis, die Sie gegenseitig vorstellen und gemeinsam diskutieren.
Schulbücher sind trotz zunehmender Digitalisierung immer noch die wichtigsten Lehrmedien im Unterricht. Sie sind zudem als ein besonderes, gesellschaftlich relevantes Medium zu verstehen, in dem der Konsens darüber was in der Gesellschaft als legitimes Wissen gilt und wer zur Gesellschaft dazu gehört ‚ablesen’ lässt. Zu pädagogischer Professionalität gehört nicht nur ein professionelles didaktisches Vermitteln von Lehrinhalten, sondern auch kritisches reflektieren von Routinen und Gewissheiten. Das Seminar führt in die Grundlagen einer differenzsensiblen und diskriminierungskritischen theoretischen und empirischen Perspektive auf Lehrmaterialien ein.
Am Beispiel von Lehrwerken findet exemplarisch eine Auseinandersetzung mit dem Medium 'Schulbuch' statt. Im Fokus stehen pädagogische Fragen für eine diskriminierungskritische Schule in einer Migrationsgesellschaft, die sich auch mit Rassismus als gesamtgesellschaftliches Phänomen auseinander setzt.
Neben theoretischen Perspektiven lernen die Teilnehmenden zum Ende der Veranstaltungsreihe eine eigenständige (Teil-)Analyse von ausgewählten Schulbuchseiten durchzuführen und stellen handlungspraktische Überlegungen für den Umgang mit analysiertem Unterrichtsmaterial an, die sie in der Gesamtgruppe vorstellen und diskutieren.
Der vermittelte kritische Zugang lässt sich auch auf andere sowohl digitale als auch gedruckte Bildungsmedien innerhalb und außerhalb von Schule übertragen.
Schulbücher sind trotz zunehmender Digitalisierung immer noch die wichtigsten Lehrmedien im Unterricht. Sie sind zudem als ein besonderes, gesellschaftlich relevantes Medium zu verstehen, in dem der Konsens darüber was in der Gesellschaft als legitimes Wissen gilt und wer zur Gesellschaft dazu gehört ‚ablesen’ lässt. Zu pädagogischer Professionalität gehört nicht nur ein professionelles didaktisches Vermitteln von Lehrinhalten, sondern auch kritisches reflektieren von Routinen und Gewissheiten. Das Seminar führt in die Grundlagen einer differenzsensiblen und diskriminierungskritischen theoretischen und empirischen Perspektive auf Lehrmaterialien ein.
Am Beispiel von Lehrwerken findet exemplarisch eine Auseinandersetzung mit dem Medium 'Schulbuch' statt. Im Fokus stehen pädagogische Fragen für eine diskriminierungskritische Schule in einer Migrationsgesellschaft, die sich auch mit Rassismus als gesamtgesellschaftliches Phänomen auseinander setzt.
Neben theoretischen Perspektiven lernen die Teilnehmenden zum Ende der Veranstaltungsreihe eine eigenständige (Teil-)Analyse von ausgewählten Schulbuchseiten durchzuführen und stellen handlungspraktische Überlegungen für den Umgang mit analysiertem Unterrichtsmaterial an, die sie in der Gesamtgruppe vorstellen und diskutieren.
Der vermittelte kritische Zugang lässt sich auch auf andere sowohl digitale als auch gedruckte Bildungsmedien innerhalb und außerhalb von Schule übertragen.
In den (deutschsprachigen) Bildungswissenschaften und der (Schul-)Pädagogik ist ‚Differenz‘ bzw. ‚Heterogenität‘, vor allem seit Mitte der 1990er Jahre, ein zentraler Bezugspunkt theoretischer Debatten und praktischer Konzepte. Im Rahmen von (schul-)pädagogischen Diskursen interessieren in erster Linie soziale und gesellschaftliche Unterschiede zwischen Menschen und zwar jene, die einerseits bedeutsam sind für Lern- und Bildungsprozesse und andererseits durch Lern- und Bildungsprozesse nahegelegt, fortgeführt und ermöglicht werden. Das Modul greift diese Heterogenitätsdiskurse auf und vermittelt grundlegende Kenntnisse differenztheoretischer und diskriminierungskritischer Ansätze und macht diese fruchtbar für (schul-)pädagogische Professionalisierungsprozesse. Im Mittelpunkt steht die Auseinandersetzung mit historischen und systematischen Zugängen der erziehungswissenschaftlichen und pädagogischen Thematisierung von Diversität und Ungleichheit, um daran anknüpfend differenzsensible und diskriminierungskritische Konzepte pädagogischer Professionalität kennenzulernen, zu diskutieren und im Hinblick auf schulische Praxis zu reflektieren.
Kompetenzen
Die Inhalte des Moduls beziehen sich auf die Entwicklung von Basiskompetenzen, die in der Masterverordnung unter §1 Abs. 2 formuliert sind (bspw. Heterogenität von Lerngruppen; Auseinandersetzung mit Ansätzen Interkultureller Kompetenz). Die Studierenden setzen sich mit unterschiedlichen Differenzverhältnissen (etwa race, class, gender, dis/abiltity) und darin wirksamen Ungleichheitskategorien in ihrer Bedeutung für Lern- und Bildungsprozesse sowie Formen der Subjektformierung auseinander. Die Studierenden lernen schulische Strukturen und Handlungsroutinen mit Blick auf verschiedene und sich überlagernde Differenzverhältnisse kennen und lernen damit verbundene Forschungsperspektiven beispielsweise kritischer Differenz- und Intersektionalitätsforschung kennen. Die in der Masterverordnung unter §1 Abs. 2 festgehaltene pädagogische und didaktische Basiskompetenz a) wird im Rahmen des Moduls in einer differenztheoretischen Perspektive entwickelt. Dabei ist unter anderem die Arbeit an Fällen und anderem empirischen Material ein wichtiger methodisch-didaktischer Zugang.