Der Klimawandel ist ein medial vermitteltes Phänomen. Diagramme, Satellitenbilder, Datenvisualisierungen, Dokumentarfilme, Kunstprojekte, politische Kampagnen, Protestaktionen, journalisitsche Narrative und didaktische Formate prägen, wie „Klima“ sichtbar, erzählbar und verhandelbar wird. Im Seminar untersuchen wir, mit welchen ästhetischen, narrativen und technischen Mitteln Klima in massenmedialen, künstlerischen, aktivistischen und edukativen Kontexten visualisiert und kommuniziert wird. Dabei befassen wir uns mit historischen wie aktuellen Beispielen. Im Zentrum stehen Fragen nach Evidenz, Affekt und Handlungsmacht, nach der Autorität von Bildern und Daten sowie nach der politischen Wirksamkeit medialer Klimadarstellungen.
Neben der Lektüre wissenschaftlicher (teils englischsprachiger) Texte und der Sichtung von Materialien ist die Ringvorlesung “1,5 Grad? Wie Medien Wissen über den Klimawandel vermitteln” ergänzender Bestandteil des Seminars: https://elearning.uni-oldenburg.de/dispatch.php/course/details?sem_id=a842c90660057ed039e8f575545eec97&again=yes.
Zu den Vorträgen: Die Kulturwissenschaftlerin Prof. Dr. Birgit Schneider (Uni Potsdam) wird ihre Forschung zu Klimabildern und visueller Klimawandelkommunikation, insbesondere zu Datenvisualisierungen und Karten sowie deren Epistemologie vorstellen. Prof. Dr. Julia Bee (Ruhr-Uni Bochum) forscht und lehrt insbesondere zu Klimagerechtigkeit. Sie ist Mitgründerin des Arbeitskreises Media Climate Justice und wird in ihrem Vortrag Möglichkeiten aufzeigen, wie sich Handlungsoptionen aus der (Medien-)Wissenschaft heraus entwickeln lassen. Dr. Sophie Berg und Dr. Hendrik Wolter (Uni Oldenburg) haben im Rahmen des Projekts „Immersive Playful Understanding and Learning for Sustainability Engagement“ (IMPULSE) am Department für Wirtschafts- und Rechtswissenschaften ein Lehrmodul für Studierende zu Nachhaltigkeitsdilemmata konzipiert und erprobt. Inwiefern Brett- oder immersive Online-Spiele Studierende für Nachhaltigkeitsprobleme sensibilisieren können, werden sie in der Vortragsreihe diskutieren. Ergänzt wird das Vortragsprogramm durch die Vorführung des Films „Ending Cycles: Water Forms Mendoza“ (2025) von Richard Kachel und ein Gespräch zwischen Petra Löffler und dem Dokumentarfilmemacher.
Die Teilnahme an den Vorträgen ist verpflichtend und wird durch den Ausfall einzelner Seminarsitzungen ausgeglichen.
Termine der Ringvorlesung:
Je Mittwoch, 18-20 Uhr c.t. : 29.04., 20.05., 03.06., 24.06.
Die Voraussetzungen zur aktiven Teilnahme, Prüfungsleistungen und der Ablauf des Seminars werden in der ersten Sitzung am 08.04. besprochen.
Am 04. Mai 2026 eröffnet die 61. Kunstbiennale 2026 in Venedig, die dort seit 1895 alle zwei Jahre stattfindet und zu einer der wichtigsten internationalen Ausstellungen zeitgenössischer Kunst gehört. Im Zentrum des Seminars steht das diesjährige Thema der Venedig Biennale mit dem Titel „In Minor Keys“. Das Seminar widmet sich darüber hinaus schlaglichtartig der Geschichte der Venedig Biennale und weiteren Weltkunstausstellungen wie den Biennalen in São Paulo oder Istanbul. Des Weiteren stehen ausgewählte künstlerische Werke der diesjährigen Biennale im Fokus. Die Schwerpunkte der diesjährigen Biennale werden auf der Exkursion nach Venedig im September 2026 vertieft, für die 15 Plätze zur Verfügung stehen.
Organisatorische Informationen:
Die Exkursion wird bezuschusst, allerdings ist dennoch mit einer Eigenbeteiligung in Höhe von 200-250 Euro pro Person zu rechnen. Es stehen 15 Plätze zur Verfügung. Zur Teilnahme am Seminar mit Exkursion wird um eine 1/2 Seite Motivationsschreiben als PDF-Datei bis zum 23.03.2026 mit der Betreffzeile „Motivationsschreiben“ plus Vor- und Nachnamen gebeten an friederike.nastold@uol.de.
Das Seminar untersucht die Medien und Technologien der wissenschaftlichen Erkundung des Meers und seiner Habitate, die sich parallel zur Kolonialisierung der Ozeane herausgebildet haben. Dazu werden wir die Tiefsee nicht nur als einen Raum mit fluiden Grenzen begreifen, sondern gleichermaßen als fragiles epistemisches Milieu, in dem biologische Theorien der Diversität und maritime Medientechnologien erprobt und situierte Wissenspraktiken ausgebildet werden. Meeresbiologische Forschungen operieren in diesem Milieu mit Medientechniken der Beobachtung und Überwachung, in Laboren mit bildgebenden Verfahren, um die Auswirkungen der Erwärmung und Versauerung der Meere auf Organismen und Habitate zu erforschen. Das Seminar verbindet Theorie und Praxis. Gemeinsam mit Studierenden aus dem Fachbereich „Digitale Medien“ der Hochschule für Künste Bremen wird ein Konzept für eine Ausstellung entwickelt, die im November 2026 in Barcelona einen meeresbiologischen Kongress begleiten wird. Zwei Blocktermine (22. Mai und 15. Juni, jeweils 14-18h) werden an der HfK Bremen stattfinden. Am 22.5. werden wir auch von 10-13h das Marum in Bremen besuchen. Im anschließenden WS sollen die Ergebnisse des Ausstellungsprojekts weiterentwickelt werden.
Unter „Film“ stellen wir uns typischerweise einen Langfilm vor, der im Kino, im Fernsehen oder bei einem Streaming-Anbieter läuft. Abseits dieses Formats existieren jedoch zahllose weitere Spielarten filmischer Bilder, denen oft viel weniger Aufmerksamkeit zu Teil wird. Dazu gehören Kurzfilme, für die es spezialisierte Festivals, Kinoreihen, früher eigene Programmplätze im Fernsehen und mittlerweile auch diverse Anlaufstellen im Internet gibt (etwa die Streaming-Plattform im Titel der Lehrveranstaltung). Im Seminar tauchen wir ein in die aufregende Welt des kurzen Films. Wir sprechen über unterschiedliche narrative Formen, Stile, Genres, Macharten, aber auch über Produktionsbedingungen und Auswertungsmöglichkeiten. Deshalb beinhaltet das Seminar eine Exkursion zum renommierten Kurzfilmfestival Hamburg (KFFH).
Das Seminar findet etwa zur Hälfte in Oldenburg, zur anderen Hälfte auf dem KFFH statt. Die Teilnahme an der Exkursion ist verpflichtend. Es besteht die Möglichkeit, eine Studierendenakkreditierung für das gesamte Festival i.H.v. ca. 20€ zu erwerben. Die Termine in Hamburg werden so geplant, dass eine An- und Abreise an den jeweiligen Tagen aus Oldenburg möglich ist. Das KFFH bietet für diejenigen, die länger in Hamburg bleiben wollen, Unterstützung bei der Suche nach preiswerten Unterkünften an.
Hinweise zum Modul
Prerequisites
Grundlegende Kenntnisse in Medientheorie
Reference text
15 KP | 3 Veranstaltungen: 1 Seminar zur Einführung (Pflicht, studierbar im 1. oder 2. Semester); 1 S; 1 Ü/S | 1. bis 3. FS, PM | Löffler
Für Studierende nach alter Prüfungsordnung: Falls Sie das Modul im Rahmen des Fakultätsbereichs belegen und die Anmelderegeln für die Lehrveranstaltungen nicht erfüllen, melden Sie sich bitte direkt bei den Lehrenden, um in die Lehrveranstaltungen eingetragen zu werden. Es besteht kein Anrecht auf einen Platz in den Lehrveranstaltungen.
Prüfungszeiten
Die Prüfungsleistungen sind am Ende des Semesters zu erbringen.
Module examination
G
Skills to be acquired in this module
- Vertiefte Kenntnisse der einschlägigen Modelle der Medienanalyse - Vertiefte Einsichten in die Interdisziplinarität der Medienanalyse gewinnen - Kenntnis der wesentlichen methodischen Ansätze der Medienanalyse (z.B. Film-, Fernseh-, Soundanalyse) - Fähigkeit zur kritischen Bewertung vorliegender Analyseansätze - Fähigkeit zur Anwendung der Analysemethoden auf ein Medienprodukt/ Erstellung einer exemplarischen Medienanalyse