für lehramtsorientierte Studierende Kernveranstaltung des Moduls mkt295
zusätzlich Blocktermine n. V.
Räume: falls möglich Nähraum und Labor
In dieser Veranstaltung geht es darum, als Lernende konsequent einmal das didaktische Konzept der „Ästhetischen Forschung“ nach Helga Kämpf-Janssen exemplarisch auszuprobieren. Das Konzept deckt sich in vielen Bereichen mit dem Konzept der Didaktik der Textilen Sachkultur und ist grundsätzlich dem forschungsbasierten Lernen/Lehren zuzuordnen. Es gibt einen Ausgangpunkt, das kann ein Objekt, ein Text, ein Geräusch, ein Problem…sein, davon ausgehend wird frei aber nicht beliebig zur Ursache mit verschiedensten Methoden geforscht. Zu den Methoden zählen: recherchieren, sammeln, zeichnen, fotografieren, befragen, anordnen, präsentieren und vieles mehr. Es gibt Methoden, die konkret einer Frage nachgehen (Interviews führen, recherchieren) und Methoden, die helfen, die Ursache besser zu begreifen: zeichnen, nachbauen, beschreiben, Methoden, die interpretieren: assoziative Herangehensweise wie freie Texte schreiben und darstellende künstlerische Techniken.
Dieses Prinzip findet sich auch in Designprozessen. Während Design „das planvolle – also absichtliche, vorsätzliche, zielorientierte – Gestalten von physischen und virtuellen Gegenständen, Innen- und Außenräumen, Informationen und sozialen Beziehungen“ (Borries, Friedrich von: Weltentwerfen, Suhrkamp 2017, S. 9) ist, sind in diesem Prozess immer auch Phasen des nicht zielgerichteten Experimentierens enthalten. Beispielsweise gestalterische Übungen die zu einer neuen Formgebung verhelfen (können), Versuche mit Materialien, um alternative Anwendungen oder Verarbeitungen zu finden und in anderen Lehr-Lern-Räumen andere Lehr-Lern-Erfahrungen zu machen. Wie im Konzept der ÄF sind diese Prozesse frei, aber nicht beliebig, ein Interesse, eine Motivation sind Voraussetzung für eine Spurensuche und damit auch zielführend. Wichtig ist, auf dem Weg offen zu bleiben für neue Inspirationen die dazu führen können, dass ein anderer Weg eingeschlagen wird und das Ziel sich verändert.
In diesem Kurs erforschen wir die Verbindung von Zeichnung und der druckgrafischen Technik Monotypie auf Textil und Papier. Die Themen „Muster – Sammlungen – Serie“ dienen als Ausgangspunkt: Wie entstehen Muster? Wie lässt sich eine Serie entwickeln? Wie kann ich durch künstlerisches Gestalten ein Thema erforschen? Zeichnen spielt dabei eine zentrale Rolle: als Werkzeug zur Beobachtung, Ideenentwicklung und Formfindung. Skizzen und freie Zeichnungen bilden die Grundlage für die Drucke und werden im gesamten Arbeitsprozess weiterentwickelt, kombiniert und variiert.
Die Teilnehmenden erstellen eigene Drucke und verwenden ein selbstgestaltetes Artjournal zur Dokumentation und Reflexion ihrer Arbeit. Das Artjournal begleitet den gesamten Prozess als Inspirationsquelle, Entwurfsraum und Instrument zur Entwicklung einer eigenen Formensprache sowie zur Vermittlung von Präsentationstechniken.
Der Kurs ist ergebnisoffen, eröffnet jedoch die Perspektive, konkrete Produkte zu entwickeln. Im Verlauf des Kurses können auch ergänzend textile Techniken wie Nähen, Schneiden und Sticken angewendet werden.
Diese Veranstaltung ist aus dem Sommersemester 2025 verschoben worden. Die damals eingetragenen Studierenden haben Vorrang vor neuen Studierenden.
Blocktermin in der veranstaltungsfreien Zeit
Hinweise zum Modul
Prerequisites
für Studierende des BA Materielle Kultur: Textil mit Studienbeginn ab WiSe 2023/24: für Studierende mit und ohne Lehramtsorientierung sowie für Studierende des M.Ed. Textiles Gestalten Sonderpädagogik mit Studienbeginn ab WiSe 2023/24
für Studierende des BA Materielle Kultur: Textil mit Studienbeginn bis einschließlich SoSe 2023: i.d.R. nur für Studierende ohne Lehramtsorientierung
Curriculare Abfolge (gemäß § 9 Abs. 6 BPO neu): i.d.R. Geräteschein und Kompetenzen des Moduls mkt020 (in Ausnahmefällen können in Absprache mit den Lehrenden jedoch einzelne Veranstaltungen vorgezogen werden)
Further information
Module Capacity: unrestricted
Method of assesment
PK
Exam dates
Möglichst im Semester der letzten belegten Kernveranstaltung (Ü mit W oder K/Ü) bis spätestens 15.03. bzw. 15.09.
Learning outcomes/competencies
Kompetenzen:
Spezialisierung und Profilierung durch individuelle Vertiefung von textil-, labor- und medienpraktischen Kompetenzen mit technischen, gestalterischen und analytischen Anteilen.
Sicherheit im Umgang mit Material, Stil und Form (formaler Ausdruck)
Das Kolloquium "Ästhetische Forschung" bündelt diese Erfahrungen und Fertigkeiten mit folgenden Zielen:
durch gezieltes Recherchieren, Beobachten und Fragenstellen relevante Aufgabenfelder zu entdecken (forschungsorientierte Arbeits- und Denkweise)
auf der Basis professioneller handwerklicher Qualifikationen eine routinierte experimentelle Visualisierungs- und Gestaltungspraxis zu entwickeln.
die eigenen Lernerfahrungen zu reflektieren und in Ansätzen Methoden für den zielgruppenorientierten Transfer in andere Lern- und Lehrsituationen zu erarbeiten und zu diskutieren.
Die Prüfungsform (fachpraktische Prüfung oder Portfolio) dient dem Nachweis von:
forschungsorientierter Arbeits- und Denkweise,
methodischem Können (zielgerichtete Recherchen, experimentelle Reihen und ästhetische Forschung),
qualifizierten handwerklichen und gestalterischen Fähigkeiten,
Ausdauer, Eigeninitiative und innovativem Handeln.