Stud.IP Uni Oldenburg
University of Oldenburg
27.07.2021 08:45:45
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Sommersemester 2021 139 Veranstaltungen
VAK Course number Title Type Lecture
Basic studies
Main studies
Seminar
Practical course
Colloquium
Research group
Working group
Project group
Committee course
Community forum
Internship
Language course
Technical methodology
Excursion
Tutorial
Workshop
SWS Semester weekly hours Lecturer
4.03.1205 Immanuel Kant: Grundlegung zur Metaphysik der Sitten Tuesday: 10:15 - 11:45, weekly (from 13/04/21)

Kants „Grundlegung zur Metaphysik der Sitten“ ist sein erstes bedeutendes ethisches Werk. Hier sucht Kant nach einem rein formalen Prinzip, das als universeller Maßstab moralischen Handelns und damit als objektive, kultur- und geschichtsübergreifende Grundlage einer Ethik dienen kann. Er bestimmt dieses Prinzip als „Kategorischen Imperativ“, dessen Bedeutung für die philosophische Ethik heute kaum zu unterschätzen ist. Zentral ist in diesem Zusammenhang Kants Überzeugung, dass die moralische Qualität einer Handlung nicht von den tatsächlichen Konsequenzen der Handlung abhängig ist. In diesem Seminar werden wir Kants Argumenten textnah folgen, und sie anschließend kritisch diskutieren. Der Text ist in zahlreichen Ausgaben erhältlich. Es empfiehlt sich die Anschaffung einer Version des Textes, in der die Seitenzahlen der Akademie-Ausgabe enthalten sind.
Seminar 2 Dr. phil. Sabine Hollewedde
4.03.9004 Forschungskolloquium Ideengeschichte The course times are not decided yet.
In dem Kolloquium werden Abschluss- und Doktorarbeiten besprochen, die in der Ideengeschichte angesiedelt sind. Es dient zum Austausch über methodische und sachliche Fragen, die sich gerade im Spannungsfeld verschiedener theoretischer Zugänge bilden. Kern sind die Studien, die sich um das DFG-Projekt zur Theorie-Reihe des Suhrkamp-Verlags gruppieren und nun in der Endphase der Bearbeitung sind.
Colloquium - Prof. Dr. Matthias Bormuth
4.02.315b Philosophisches Lernen im Sachunterricht Friday: 10:00 - 12:00, weekly (from 28/05/21)

Die in der Vorlesung vermittelten philosophischen und philosophiedidaktischen Grundlagen werden in der Übung zum philosophischen Lernen im Sachunterricht vertieft und angewandt. Es werden unterschiedliche Methoden und Konzepte des Philosophierens mit Kindern vorgestellt und praktisch erprobt. Sofern die Pandemie-Lage es erlaubt, soll hierbei auch die Einbindung von Grundschulkindern erfolgen. Teile der Veranstaltung werden ggf. als Blocktermine durchgeführt. Nähere Informationen folgen.
Exercises 2 Anna Plader
4.03.1008 Arthur Schopenhauer: Die Welt als Wille und Vorstellung (Fortsetzung) Thursday: 14:15 - 15:45, weekly (from 15/04/21)

„Nicht den Zeitgenossen, nicht den Landesgenossen- der Menschheit übergebe ich mein […] Werk, in der Zuversicht, daß es nicht ohne Werth für sie seyn wird.“

Im ersten Semester standen die Fragen im Mittelpunkt, wie Schopenhauer philosophiegeschichtlich einzuordnen und inwiefern sein Werk heute von Bedeutung und Aktualität ist. Grundlagen zu Schopenhauers Überlegungen in Die Welt als Wille und Vorstellung hinsichtlich der Wege des Subjektes zu Vorstellung und Erkenntnis sowie die Beschaffenheit des Willens als metaphysisches Konstrukt wurden erarbeitet.
Im zweiten Semester gilt es, eigene Fragestellungen an die Texte zu entwickeln, sie in Bezug auf konkrete Zusammenhänge zu beziehen, Positionen zu entwickeln und diese argumentativ zu stützen. Neben der Vertiefung der bisher erworbenen Kenntnisse zur Texthermeneutik und zum wissenschaftlichen Arbeiten steht das philosophische Argumentieren im Mittelpunkt.
Die Prüfungsleistung umfasst einen Vortrag samt schriftlicher Ausarbeitung.

Bei dieser Veranstaltung handelt es sich um eine Folgeveranstaltung, sie kann nur besucht werden, wenn das Seminar im letzten Semester absolviert wurde.
Seminar 2 M.A. Natalie Giuseppina Dutescu
4.03.1007 Bernard Bolzano: Wissenschaftslehre (Fortsetzung) Monday: 16:15 - 17:45, weekly (from 19/04/21)

Dieses Seminar erstreckt sich über zwei Semester und führt anhand eines Klassikers in das forschungsorientierte philosophische Arbeiten ein. Der Klassiker ist in diesem Fall Bernard Bolzanos "Wissenschaftslehre" von 1837. Bolzano war ein böhmischer Philosoph, Mathematiker und Theologe. Er präsentiert in der "Wissenschaftslehre" weite Teile seiner Theoretischen Philosophie, insbesondere seine Erkenntnistheorie, Logik, Sprachphilosophie, Philosophie des Geistes und seine Ontologie. Wir werden Ausschnitte der "Wissenschaftslehre" lesen, analysieren und die herausgearbeiteten Begriffe, Aussagen und Argumente einer Bewertung unterziehen. Zum einen sollen dabei ganz basale Dinge geschult werden wie Textanalyse, Literaturrecherche, philosophisches Schreiben, Zitation und Vermeidung von Plagiaten. Zum anderen geht es aber auch darum, dass Sie selbst forschend tätig werden, indem Sie eine Forschungsfrage entwickeln, diese Frage beantworten, Ihre Antwort einem Publikum präsentieren und sie mit ihm diskutieren. Um Bolzano als Urgroßvater der Analytischen Philosophie gerecht zu werden, wird besonders viel Wert auf begriffliche Schärfe und argumentative Stärke gelegt.
Seminar 2 Prof. Dr. Mark Siebel
4.03.1201m Einführung in die Praktische Philosophie Wednesday: 18:00 - 20:00, weekly (from 14/04/21)

Tutorial - Peter Nienaber
Dr. Sven Ellmers, Dipl.-Sozw.
4.03.5301 Welche Natur? Naturphilosophie 2.0 Monday: 10:00 - 12:00, weekly (from 12/04/21)

Philosophische Reflexionen über "die Natur" lassen sich bis zu den Anfängen menschlicher Kulturgeschichte zurückverfolgen. Das lässt den Schluss zu, dass es sich bei "der Natur" um eine Art Konstante der menschlichen Entwicklung handelte. Die Frage, was "die Natur" ist und ob es sie überhaupt gibt, wird jedoch mit der zunehmenden anthropogenen Zerstörung "unserer Natur" immer drängender. Bill McKibben brachte die Diskussion um das Verständnis der Natur zu einem Kulminationspunkt als er 1989 behauptete, dass die Menschheit das Ende der Natur erreicht habe. Im Seminar werden wir uns der aktuellen Diskussion um den Begriff und die mögliche Existenz der Natur nähern.
Als Prüfungsleistungen sind Referate (gemäß PO ca. 40-45 min bzw. 30-35 min für PHI311 + schriftliche Ausarbeitung von 10-12 Seiten) und Hausarbeiten (ca. 20 S. für PHI330, 16-18 S. für PHI311, 18-20 S. für PHI510 und PHI30) möglich.
Das Seminar wird als synchrones Online-Seminar stattfinden.
Textgrundlage:
Bill McKibben: The End of Nature. New York 1989
Steven Vogel: Thinking like a Mall. Boston 2016.
Seminar 2 Myriam Gerhard
4.03.1257 Zum Jargon der Identität: Sprache und Philosophie autoritärer Bewegungen Thursday: 18:00 - 20:00, weekly (from 15/04/21)

Autoritäre und populistische Bewegungen erfahren ungebrochenen Zulauf: Insbesondere durch
Sprache und Auftreten, aber auch durch das Verwenden von Verschwörungsideologien wird ver-
sucht sich Geltung zu verschaffen.
Im Seminar werden wir uns Theorien – insbesondere der Kritischen Theorie und Psychoanalyse
– zur Entzauberung von autoritären Denkmodellen anschauen, um diese anhand aktueller und
historischer Beispiele zu überprüfen. Ein besonderer Augenmerk wird dabei auf dem sprachlichen
„Jargon“ sowie antisemitischen Implikationen liegen.
Das Seminar richtet sich insbesondere an Studierende, die Positionen der Kritischen Theorie mit
aktuellen gesellschaftspolitischen Fragestellungen verbinden möchten. Vorkenntnisse der Kriti-
schen Theorie sind förderlich aber nicht zwingend erforderlich.
Seminar 2 Ruben Obenhaus, M.A.
Spielend philosophieren Monday: 16:00 - 17:30, fortnightly (from 03/05/21)

Community-Forum - Merle Gerdes
4.03.8005 Begleitveranstaltung zum Projektband Werte und Normen (GHR300) Thursday: 16:00 - 18:00, weekly (from 15/04/21)

Ziel des Projektbands ist die Förderung des Forschenden Lernens durch das Einnehmen einer forschenden Perspektive im Rahmen kleiner Forschungsprojekte. Das Projektband soll dazu beitragen, schulpraktisches Wissen mit einer selbstständigen wissenschaftlichen Arbeitsweise zu verknüpfen. Es bietet die Möglichkeit, einzeln oder im Team auf eine konkrete Fragestellung der Schulpraxis einzugehen und diese eigenständig unter Anwendung von geeigneten Forschungsmethoden bzw. Evaluationsmethoden zu bearbeiten. Das Projektband nimmt vor allem die Entwicklung kleinerer Forschungsprojekte zu Fragen nach gesellschaftlichen Werten und Normen mit Bezug zur schulischen Praxis in den Blick.
Das Seminar findet im WiSe 20/21 in hybrider Form (Mix aus Präsenz- und Online-Lehre) statt.
Der Anteil der Präsenz-Lehre wird mind. 50% betragen. Die restlichen Seminarsitzungen werden sowohl in synchroner (BigBlueButton - Online-Konferenz) als auch asynchroner Form (angeleitete Phasen von Selbststudium) durchgeführt.
Seminar - Thomas Fokken, M.Ed.
4.03.1202 "Die praktische Regel ist..." Monday: 10:00 - 12:00, weekly (from 12/04/21)

„Die praktische Regel ist jederzeit ein Produkt der Vernunft ...“ (Kant). In diesem Lektürekurs wird der Anfang der "Kritik der praktischen Vernunft" von I. Kant gelesen und diskutiert. Was sind Maximen, Imperative, praktische Grundsätze und praktische Regeln?

I. Kant, Kritik der praktischen Vernunft, Hamburg 2003 (PhB 506) ISBN: 3-7873-1650-7
Seminar 2 apl. Prof. Dr. Hans-Georg Bensch
4.03.1201a Einführung in die Praktische Philosophie Monday: 16:00 - 18:00, weekly (from 12/04/21)

Tutorial - Antigone Fischer
Simon Fischer
4.03.4101 phi410: Leitung eines Tutoriums The course times are not decided yet.
Im Rahmen dieses Moduls wird den Studierenden die Möglichkeit geboten, die Leitung eines Fachtutoriums im Bachelorstudiengang zu übernehmen. Auf diese Weise können die Studierenden wichtige didaktische und soziale Kompetenzen erwerben und in enger Zusammenarbeit mit den beteiligten Hochschuldozenten a) das vorhandene Wissen vertiefen und b) praxisrelevante Fähigkeiten (Sprechen vor größeren Gruppen, verständliches Aufbereiten unterschiedlicher Inhalte, Teamfähigkeit und anderes mehr) ausbilden. Eine Aufbereitung der Erfahrungen und das Vermitteln relevanter Kenntnisse finden in einer Begleitveranstaltung statt, die von einem Hochschullehrer oder einem Doktoranden mit entsprechendem Hintergrund durchgeführt wird. Dieses Modul hat den Umfang eines Semesters und findet studienbegleitend statt.
Studierende, die das Praxismodul "phi410 - Leitung eines Tutoriums“ wählen möchten, müssen sich rechtzeitig um ein Tutorium bewerben. Für die Leitung eines Tutoriums in der Theoretischen Philosophie oder in der Logik (WiSe) ist eine Bewerbung bis zum 15.06. desselben Jahres bei Prof. Dr. Mark Siebel erforderlich. Für die Leitung eines Tutoriums in der Praktischen Philosophie (SoSe) ist eine Bewerbung bis zum 15.12. des Vorjahres bei Herrn Prof. Dr. Tilo Wesche erforderlich.
miscellaneous - Prof. Dr. Mark Siebel
Prof. Dr. Tilo Wesche
4.03.3711 Pädagogische Arbeit gegen Antisemitismus Dates on Monday. 09.08.21 10:00 - 13:00, Tuesday. 10.08.21 - Thursday. 12.08.21 10:00 - 16:00, Friday. 13.08.21 10:00 - 14:00
Die Auseinandersetzung mit Antisemitismus in pädagogischen Kontexten ist oftmals begleitet von Unsicherheiten, die aus der Komplexität des Phänomens erwachsen: In welchen Formen kann Antisemitismus sich äußern? Wie kommt es dazu? Und wie können mir entsprechende Kenntnisse dabei helfen, Konzepte und Handlungsstrategien zur Prävention und Bekämpfung von Antisemitismus zu entwickeln?
Im Seminar lernen wir bestehende Konzepte aus der politischen Bildungsarbeit gegen Antisemitismus kennen und erproben diese gemeinsam. Um sie fundiert beurteilen und bei Bedarf weiterentwickeln zu können, erarbeiten wir als Grundlage Erklärungsansätze der Antisemitismusforschung, die das Phänomen des Antisemitismus zu ergründen suchen.
Seminar - Caroline Kather
4.03.2304 Platons Ideenlehre Tuesday: 16:00 - 18:00, weekly (from 13/04/21)
Dates on Saturday. 17.07.21 16:15 - 17:45, Thursday. 05.08.21 10:00 - 13:00

Im Zentrum der Metaphysik Platons steht die Annahme, dass es ein System von notwendigen, unwandelbaren und ewigen Einheiten gibt, die Idee (idea, eidos, genos, to auto…) genannt werden und an deren Spitze die Idee des Guten steht. In diesem Kurs werden wir die Ideentheorie philosophiegeschichtlich genau rekonstruieren und Platons Argumente zugunsten der Existenzannahme der Ideen systematisch-kritisch überprüfen. Grundkenntnisse der Aussagenlogik und der Prädikatenlogik erster Stufe sowie des Altgriechischen sind sehr hilfreich; sie sind jedoch keine notwendige Bedingung für die Kursteilnahme.
Seminar 2 Dr. Gregor Damschen, M.A.
4.03.1201k Einführung in die Praktische Philosophie Wednesday: 12:00 - 14:00, weekly (from 14/04/21)
Dates on Monday. 19.07.21 14:00 - 16:00, Wednesday. 28.07.21 08:30 - 10:30

Tutorial - Nicolas Hannemann
4.03.6101 phi610 - Selbststudium The course times are not decided yet.
Das Modul Selbststudium besteht aus drei Phasen:
1. Initiierung: Die/der Studierende wählt, folgend ihren/seinen besonderen Studieninteressen und beraten durch die betreuende Lehrperson, ein geeignetes Werk aus. Die Lehrperson entwickelt – den bisherigen Studienverlauf einbeziehend – Fragestellungen, an denen sich die oder der Studierende bei der Auseinandersetzung mit dem Werk orientieren kann.
2. Lektüre: Die/der Studierende arbeitet den ausgewählten Text eigenständig durch, wobei ihr/ihm die betreuende Lehrperson bei Problemen oder Fragen zur Verfügung steht.
3. Kolloquium: Diskussion und Bewertung der Arbeitsergebnisse zwischen der/dem Studierenden und der betreuenden Lehrperson.
miscellaneous - Dr. phil. Nils Baratella
apl. Prof. Dr. Hans-Georg Bensch
Prof. Dr. Matthias Bormuth
Dr. Gregor Damschen, M.A.
Dr.phil. Ingo Elbe
Dr. Sven Ellmers, Dipl.-Sozw.
Myriam Gerhard
PD Dr. Tilman Hannemann
Dr. phil. Stephan Kornmesser
Prof. Dr. Johann Kreuzer
apl. Prof. Dr. Susanne Möbuß
Dr. Peter Neumann
Prof. Dr. Christa Runtenberg
Prof. Dr. Mark Siebel
Prof. Dr. Martin Vialon, (Yeditepe Universität Istanbul)
Prof. Dr. Tilo Wesche
Dr. phil. Christine Zunke
4.03.5101 Jüdische Philosophie Thursday: 10:00 - 12:00, weekly (from 15/04/21)
Dates on Monday. 26.07.21, Thursday. 29.07.21, Monday. 02.08.21 09:00 - 16:00

In einem Überblick wird in die Geschichte der Jüdischen Philosophie eingeführt. Beispiele aus verschiedenen Epochen sollen Besonderheiten der jeweiligen philosophischen Konzeptionen aufzeigen, um diese nach Möglichkeit an sich, aber auch im Kontext eines allgemeinen
Diskurses erfassen zu können.
Seminar 2 apl. Prof. Dr. Susanne Möbuß
4.03.1251 Einführung in die Sozialphilosophie Monday: 14:00 - 16:00, weekly (from 12/04/21)

Die Sozialphilosophie fragt nach dem Wesen und der Legitimität unserer sozialen Praktiken und Institutionen, die Bedingungen für ein gelingendes Leben des Einzelnen in einer Gesellschaft und im Verhältnis zu anderen Menschen sind. Damit stellt sie so etwas wie ein Zwischenglied zwischen Ethik und politischer Philosophie dar. Ebenso wie diese zwei Disziplinen leitet sie sich aus Fragestellungen her, die Aristoteles in seiner Politik formuliert und die die Philosophie bis heute prägen und deren gesellschaftliche Relevanz begründen. Insbesondere seit der Neuzeit werden unterschiedliche Konzeptionen des Sozialen formuliert: während in den Theorien zu Gesellschaftsverträgen noch Begründungszusammenhänge des Sozialen gesucht werden, wird die Sozialphilosophie spätestens im Zuge des Entstehens der bürgerlichen Gesellschaft zum Ort der Analyse eines Unbehagens und der Entfremdungserscheinungen kapitalistischer Gesellschaften. Im Seminar werden wir uns also mit Begründungstheorien des Sozialen, wie auch mit den kritischen Zeitdiagnosen die mit diesen einhergehen, in Texten von Hegel, Marx, Nietzsche, Arendt, Nussbaum, Mouffe und gegenwärtigen Autor*innen wie Illouz, von Redecker, Jaeggi und Honneth auseinandersetzen. Dies verlangt von den Teilnehmer*innen die Bereitschaft zur Lektüre der Texte und zur Übernahme eines Inputs.
Seminar 2 Dr. phil. Nils Baratella
4.03.2206 Carl Schmitt, Der Begriff des Politischen/Theorie des Partisanen Thursday: 10:00 - 12:00, weekly (from 15/04/21)

Schmitt gilt heute als Klassiker des politischen Denkens. In der Rezeption steht sein 1932 erschienenes Werk „Der Begriff des Politischen“ – eine Programmschrift des politischen Existentialismus – im Mittelpunkt. Hier wendet sich Schmitts politische Philosophie gegen die Tradition sowohl von Aristoteles als auch von Thomas Hobbes: Nicht ein gutes Leben oder der Ausgang aus dem Kriegszustand sind ihm zufolge politisch, sondern die Unterscheidung von Freund und Feind und die damit verbundene Möglichkeit des Krieges. In der 1963 publizierten „Theorie des Partisanen“ hat Schmitt seine frühere Schrift teilweise revidiert und aktualisiert. Beide Schriften werden im Seminar gelesen und diskutiert. Dabei soll untersucht werden, ob Schmitts Begriff des Politischen wissenschaftlich haltbar ist und welche Grundzüge seine politische Philosophie kennzeichnen.
Bitte besorgen Sie sich die beiden Schriften:

Carl Schmitt, Der Begriff des Politischen. Text von 1932 mit einem Vorwort und drei Corollarien, 7. Aufl. 5. Nachdruck der Ausgabe von 1963. Berlin 2002
Carl Schmitt, Theorie des Partisanen. Zwischenbemerkung zum Begriff des Politischen. 6. Aufl. Berlin 2006
Seminar 2 Dr.phil. Ingo Elbe
4.03.9902 Information zum Akzentuierungsmodul phi540 (Master) The course times are not decided yet.
Im Rahmen des Akzentuierungsmoduls können alle Seminare gewählt werden, die unter phi510, phi520 und phi530 stehen und nach Absprache auch fortgeschrittene Seminare anderer Fächer, soweit sie für den gewählten Studienschwerpunkt relevant sind.
WICHTIG: Es dürfen keine Seminare gewählt werden, die bereits im Rahmen eines anderen Moduls belegt werden, d.h. es ist keine Doppelanrechnung ein und desselben Seminars für mehrere Module möglich!
miscellaneous - in Bearbeitung
4.03.1003 Hume: Eine Untersuchung über den menschlichen Verstand (Fortsetzung) Monday: 12:00 - 14:00, weekly (from 12/04/21)
Dates on Friday. 07.05.21 13:00 - 14:00

Im Sommersemester setzen wir die Lektüre und Diskussion von Humes Untersuchungen fort. Der Schwerpunkt des Seminars wird im Sommersemester jedoch auf der Entwicklung der Forschungsfragen der Teilnehmer liegen.
Seminar - Myriam Gerhard
4.03.3707 Das Höhlengleichnis im Schulunterricht Tuesday: 08:00 - 10:00, weekly (from 13/04/21)

Mit Platons Höhlengleichnis aus der "Politea" ist ein bekanntes und auch beliebtes Thema im Philosophie- bzw. WuN-Unterricht der gymnasialen Oberstufe genannt. Die in vielen Schulbücher präsentierte Darstellung unterscheidet sich aber z. T. erheblich von der Platon-Fassung. In diesem Seminar werden Schulbuchpassagen mit dem Platon-Text konfrontiert. Aber insbesondere werden die Fragen erörtert: Warum sind es drei Gleichnisse bei Platon? Und warum wird das Dargestellte überhaupt in Gleichnisform vorgestellt?
Seminar 2 apl. Prof. Dr. Hans-Georg Bensch
4.03.2201 Aporien der liberalen Staatslehre - Der geschlossene Handelsstaat von Fichte Monday: 16:00 - 18:00, weekly (from 12/04/21)

Schon seit Platons Staat gab es den Gedanken, die menschliche Gesellschaft planvoll nach bestimmten Prinzipien und daher vernünftig zu gestalten. Dieser Gedanke zeigte sich umso stärker, als die Aufklärung mit der religiösen und ständischen Tradition Schluss machen und ein neues Zeitalter der Menschheit und des Individuums einläuten wollte. Fortan sollten Gemeinschaft und Gesellschaft dem Individuum dienen. Doch mit dem Umsturz aller bisherigen Ordnung, in der es feste Hierarchien und Zugehörigkeiten gab, schien der Mensch, als an sich seiendes Individuum gedacht, dem anderen Menschen ein Wolf zu sein. Wie ist Gemeinschaft und Gesellschaft möglich, wenn jeder Einzelne als frei und gleich gegenüber anderen gedacht wird? Eine der Lösungen, die bereits das ganze Problem deutlich macht, war der Leviathan von Thomas Hobbes, ein fast allgewaltiger, sterblicher Gott, der aus rationaler Abwägung jedes Einzelnen geschaffen wurde, damit genug Sicherheit für die Freiheit jedes Einzelnen gewährleistet ist. Nun gab es in der Geschichte der Menschheit viele autoritäre Systeme, aber erst in der liberalen Staatstheorie, wird die Autorität sich selbst zum Problem, wenn sie sowohl aus der Freiheit der Einzelnen entstehen und dauerhaft bestehen als auch für die Freiheit der Einzelnen angewandt werden soll. Oder wie es in der berühmten Gettysburg Adress von Abraham Lincoln nach dem Amerikanischen Bürgerkrieg optimistisch heißt:

„that this nation, under God, shall have a new birth of freedom – and that government of the people, by the people, for the people, shall not perish from the earth.“

Man könnte diese Aporie, dass politisch liberales Denken zu autoritären Strukturen führt, für ein bloßes Gedankenproblem halten, das entweder nur akademisch geführt oder im richtigen Leben pragmatisch, scheinbar unideologisch gelöst wird. Doch sind Aporien grundsätzlicher Natur und weisen aufgrund ihrer gedanklichen Unlösbarkeit auf notwendige Widersprüche im Denken oder der Sache hin. Kein Denken und kein Wille kann sich von diesem sie selbst betreffenden Problem befreien, dass die vernünftige und mithin freie Bestimmung des Denkens und des Willens eine Macht gegen die Fremdbestimmtheit sein muss, um wirklich zu sein. Auch die neue bürgerliche Gesellschaft musste eine wirksame Macht gegen die feudalistische Ordnung im eigenen Land und anderer Länder sein. Eine Moral, die nicht als Macht gegen andere Bedürfnisse auftritt, ist nur Schaumschlägerei. Jeder Eingriff in die Natur, als den Menschen gegenübertretende Einheit des Fremdbestimmten, ist auch ein Durchsetzen gegen diese. Doch sind diese Reflexionen nicht der einzige Grund, warum diese Aporie ernst genommen werden sollte. Dem politischen Aufstieg des Bürgertums ging nämlich die Durchsetzung von gesellschaftlichen Verhältnissen voraus, die selber aporetische Qualität haben. Die Rede ist vom Privateigentum und dem Markt. Im Markt müssen auch alle als frei und gleich gedacht werden, aber statt eines vernünftigen Plans herrscht hier ein scheinbar von den einzelnen Willen der Menschen losgelöstes, rationales, aber undurchschaubares Prinzip, durch das trotz der gegeneinander durchkreuzenden Einzelinteressen eine Einheit entsteht. Diese Einheit kommt, so sagten und sagen viele Ökonomen, dem Gemeinwohl am nächsten. So polemisiert Marx im Kapital:

„Die Sphäre der Zirkulation oder des Warenaustausches, innerhalb deren Schranken Kauf und Verkauf der Arbeitskraft sich bewegt, war in der Tat ein wahres Eden der angebornen Menschenrechte. Was allein hier herrscht, ist Freiheit, Gleichheit, Eigentum und Bentham. Freiheit! Denn Käufer und Verkäufer einer Ware, z.B. der Arbeitskraft, sind nur durch ihren freien Willen bestimmt. Sie kontrahieren als freie, rechtlich ebenbürtige Personen. Der Kontrakt ist das Endresultat, worin sich ihre Willen einen gemeinsamen Rechtsausdruck geben. Gleichheit! Denn sie beziehen sich nur als Warenbesitzer aufeinander und tauschen Äquivalent für Äquivalent. Eigentum! Denn jeder verfügt nur über das Seine. Bentham! Denn jedem von den beiden ist es nur um sich zu tun. Die einzige Macht, die sie zusammen und in ein Verhältnis bringt, ist die ihres Eigennutzes, ihres Sondervorteils, ihrer Privatinteressen. Und eben weil so jeder nur für sich und keiner für den andren kehrt, vollbringen alle, infolge einer prästabilierten Harmonie der Dinge oder unter den Auspizien einer allpfiffigen Vorsehung, nur das Werk ihres wechselseitigen Vorteils, des Gemeinnutzens, des Gesamtinteresses.“

Dass der Markt aus seinen Voraussetzungen heraus für den Einzelnen aber ein sehr ungemütlicher, ja existenzbedrohender Ort werden kann und werden muss, ist ein Problem, das nicht nur Marxisten beschäftigt hat. Die Forderung, den Markt zu regulieren, zieht sich durch die ganze Geschichte der politischen Ökonomie und hat nicht zuletzt ihren Grund darin, dass der Markt selbst kein vom Himmel gefallenes Verhältnis zwischen Menschen ist, sondern selbst erst durch Regulation und machtvolle Eingriffe hergestellt und erhalten werden musste. Wenn er aber einmal hergestellt ist, war seine sich selbst erhaltende und andere traditionelle Verhältnisse vernichtende Qualität schnell das Interesse jeder politischen Theorie und jeder realen politischen Auseinandersetzung. Denn der Markt untergräbt die Macht des Staates und jeder Staat muss seinen Anspruch der Herrschaft gegen solche Konkurrenz, sei es durch andere Staaten oder Markteinflüsse verteidigen. Aber auch der Markt braucht den Staat als Garant des Eigentums und des Vertrags und auch die einzelnen Marktteilnehmer sind staatlichem Einfluss zu ihrem Vorteil nicht abgeneigt. Der bürgerliche Staat, der seine Wirtschaft marktökonomisch verfasst, steht dann vor regulatorischen Problemen. Er muss den Markt regulieren, um sein Gewaltmonopol zu erhalten, darf den Markt aber nicht regulieren, um die Grundlage seiner Macht nicht zu gefährden. Wie mit diesem Problem umgegangen wird, zeigt oft den Standort von Individuen und Parteien im politischen Spektrum an und bildet das politökonomische Tauziehen innerhalb der bürgerlichen Gesellschaft.
In diesem Seminar soll nun ein Text behandelt werden, in dem diese philosophischen, politischen und ökonomischen Probleme schon recht früh in der bürgerlichen Ära erscheinen und der entgegen seiner liberalen, bürgerlichen Voraussetzungen eine planwirtschaftliche, quasi-sozialistische Lösung anbietet. Dieser Text ist „Der geschlossene Handelsstaat“ von Fichte, dessen Titel der Autor mit folgenden Worten vorläufig erklärt:

„Den juridischen Staat bildet eine geschlossene Menge von Menschen, die unter denselben Gesetzen und derselben höchsten zwingenden Gewalt stehen. Diese Menge von Menschen soll nun auf gegenseitigen Handel und Gewerbe unter und für einander eingeschränkt, und jeder, der nicht unter der gleichen Gesetzgebung und zwingenden Gewalt steht, vom Antheil an jenem Verkehr ausgeschlossen werden. Sie würde dann einen Handelsstaat, und zwar einen geschlossenen Handelsstaat bilden, wie sie jetzt einen geschlossenen juridischen Staat bildet.“

Es ist bisher geplant, diesen Text von Fichte, einige Grundlagen seiner Wissenschaftstheorie und dazu einen Text von Hegel zu lesen, der aus derselben den notwendigen Übergang der liberalen Voraussetzungen in den autoritären Staat darstellt. Freilich sind alle Hinweise auf andere Texte und Autoren während den Sitzungen willkommen.

Die Texte für das Seminar werden bei StudIP zur Verfügung gestellt.
Seminar 2 Enrico Pfau
4.03.1256 Kants 'kleinere' politische Schriften Thursday: 16:00 - 18:00, weekly (from 22/04/21)
Dates on Thursday. 15.04.21 16:15 - 17:45

Immanuel Kant (1724-1804) war Philosoph der Aufklärung. Aufklärung bedeutete für ihn das Infrage-Stellen von Dogmen mittels der Vernunft und dadurch die Befreiung von die Herrschaft von Menschen über Menschen verfestigender Unmündigkeit. „Sapere aude! Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen! ist also der Wahlspruch der Aufklärung.“ Philosophie ist nach und mit Kant die „Wissenschaft von den letzten Zwecken der menschlichen Vernunft“ und der Bezug einzelner Erkenntnisse auf die höchsten Zwecke der Vernunft. Die praktische Aufgabe der Philosophie, die Beförderung des Zwecks der Menschheit ist so in seine Philosophie eingeschrieben.
Wir werden uns in diesem Seminar mit ‚kleineren‘, politischen Schriften von Kant befassen, in denen das Verhältnis von theoretischer Erkenntnis und politischer Praxis oder Pragmatik behandelt wird. Wie steht die Vernunfterkenntnis, die Erkenntnis dessen, was moralisch richtig ist, zu Fragen der Politik? Gibt es einen Zweck der Menschheit und ist es Pflicht, diesen zu befördern?
Zunächst wird es um die Frage gehen, was Aufklärung ist und was ein „Zeitalter der Aufklärung“. Daraufhin wird das Problem der praktischen Verwirklichung philosophischer Erkenntnisse von Kant anhand seines Textes zur Erwiderung des Gemeinspruches „Das mag in der Theorie richtig sein, taugt aber nicht für die Praxis“ behandelt. Hier geht es um Folgerungen für die Moral, das Staatsrecht und schließlich das Völkerrecht. In der Schrift „Zum ewigen Frieden“ zeigt Kant, dass eine friedliche Organisation der Weltgesellschaft „keine leere Idee“ ist, „sondern eine Aufgabe, die, nach und nach aufgelöst, ihrem Ziele […] beständig näher kommt.“

Literatur:
Kant, Immanuel: Zur Beantwortung der Frage: Was ist Aufklärung? In: Kant, I. Werkausgabe Band XI: Schriften zur Anthropologie, Geschichtsphilosophie, Politik und Pädagogik I, Suhrkamp Verlag, Frankfurt a.M. 1977.
Ders.: Über den Gemeinspruch: Das mag in der Theorie richtig sein, taugt aber nicht für die Praxis, a.a.O.
Ders.: Zum ewigen Frieden. Ein philosophischer Entwurf, a.a.O.
Ders.: Idee zu einer allgemeinen Geschichte in weltbürgerlicher Absicht, a.a.O.
Seminar 2 Dr. phil. Sabine Hollewedde
4.03.2207 Ludwig Feuerbach: Neue Philosophie Monday: 10:15 - 11:45, weekly (from 12/04/21)

Ludwig Feuerbach (1804-1872) und dessen Stellung innerhalb der Philosophiegeschichte des 19. Jahrhunderts ließe sich durch die Metapher der Brücke kennzeichnen, deren eines Ende rückwärts zum spekulativen Idealismus und deren anderes Ende vorwärts zum dialektischen Materialismus vermittelt. Aber solch eine Positionsbestimmung beinhaltet Verkürzungen, denn Feuerbach war kein bloßes Bindeglied zwischen Fichte, Hegel, Marx und Engels. Er war eben kein Epigone, dem es nicht um den Ausgleich der beiden Grundströmungen der Philosophie ging. Als Hörer von Hegels Berliner Vorlesungen hatte er vielmehr sein eigenständiges Denken entwickelt, das sich an des Lehrers Ideen zur Rechts-, Geschichts- und Religionsphilosophie, an Leibniz‘ Monadenlehre und Theodizee, an Francis Bacons Kritik der Vorurteile, an Spinozas Pantheismus und an Pierre Bayles Kritik der Gegensätze von Geist und Fleisch und Glaube und Vernunft abrieb und den Bruch mit der philosophischen Spekulation einleitete.
Wie sich Feuerbachs Kategorienbildungen unter Einbeziehung der jüdisch-christlichen Tradition und dem notwendig gewordenen Sprung in die anthropologische Abgrenzung vom religiösen Faktor entwickelte (Projektionstheorie: das Ich wendet sich der religiös-göttlichen Sphäre zu und verliert die irdische Haftung), soll im Seminar durch die Lektüre ausgewählter Schriften nachvollzogen werden. Daher wird insbesondere Feuerbachs Verwandlung der Philosophie des Geistes in eine menschliche Philosophie untersucht, in der das Attribut des Absoluten nur im Menschen seine Verwurzelung findet. Das Wesen der Religion besteht nicht mehr im Gottmenschen, sondern im wirklichen, realen, sinnlichen und freien Menschen, der sich als Mitmensch und Liebes- und Kommunikationspartner in der Ich-Du-Beziehung seiner leiblich-seelischen Natur und Existenz bewusst wird.
Organisation und Literaturbeschaffung: Das Seminar wendet sich an neugierige Anfänger, aber auch an fortgeschrittene Studierende; es ist leseintensiv, erfordert wöchentliche Vorbereitung und die Entwicklung von Bindungsenergien an den Gegenstand. Grundkenntnisse der Religionskritik (Lessing, Kant) und Philosophie Hegels sind vorteilhaft, aber nicht zwingend. Gesprächsimpulse zum Einstieg in die immanente und kontextbezogene Diskussion sind erwünscht. In meinem Handapparat der UB wird eine der Feuerbach-Werkaufgaben (Werner Schuffenhauer: Akademie-Verlag; Wilhelm Bolin/ Friedrich Jodl: Frommann Verlag) zur Verfügung stehen. Zur Benutzung sei auch die sechsbändige Ausgabe von Erich Thies (Suhrkamp Verlag 1975) empfohlen. Das Aufstöbern günstiger Feuerbach-Einzelausgaben in Antiquariatskatalogen („antiquariat.de“ oder „ZVAB“) kann dazu führen, sich die eigene Handbibliothek in Corona-Zeiten zusammenzustellen. Zur ersten Sitzung sollte Feuerbachs Brief an Hegel (1828) gelesen sein; alle anderen Texte werden in chronologischer Reihenfolge im Rahmen des Online-Seminars auf Big Blue Button (STUD.IP) vorgestellt und diskutiert.
Primärliteratur:
Ludwig Feuerbach an Georg Wilhelm Friedrich Hegel: 22. 11. 1828. In: Ludwig Feuerbach: Kleine Schriften. Nachwort von Karl Löwith. Frankfurt/Main: Suhrkamp Verlag 1966, S. 7-13 [auch in: Ludwig Feuerbach. Werke in sechs Bänden. Herausgegeben von Erich Thies. Bd. 1. Frühe Schriften (1828-1830). Frankfurt/Main: Suhrkamp Verlag 1975, S. 353-358. Der Brief an Hegel ist, ebenso wie alle folgenden Texte, auch in den großen Werkausgaben von Schuffenhauer oder Bolin/Jodl erreichbar].
– Über Philosophie und Christentum in Beziehung auf den der Hegelschen Philosophie gemachten Vorwurf der Unchristlichkeit [1839]. In: Ders.: Werke in sechs Bänden. Bd. 2: Kritiken und Abhandlungen I (1832-1839). Herausgegeben von Erich Thies. Frankfurt/Main: Suhrkamp Verlag 1975, S. 261-330.
– Das Wesen des Christentums [1841]. Ausgabe in zwei Bänden. Herausgegeben von Werner Schuffenhauer. Berlin: Akademie-Verlag 1956, Bd. 1 und Bd. 2.
– Vorläufige Thesen zur Reform der Philosophie [1842]. In: Ders.: Kleine Schriften. Nachwort von Karl Löwith. Frankfurt/Main: Suhrkamp Verlag 1966, S. 124-144.
– Notwendigkeit einer Veränderung [1842/43]. In: Ebd., S. 220-235.
– Grundsätze der Philosophie der Zukunft [1843]. In: Ebd., S. 145-219.
– Wider den Dualismus von Leib und Seele, Fleisch und Geist [1846]. In: Ders.: Werke in sechs Bänden. Bd. 4: Kritiken und Abhandlungen III (1844-1866), S. 165-195.
Sekundärliteratur:
Ascheri, Carlo: Feuerbachs Bruch mit der Spekulation. Kritische Einleitung zu Feuerbach: Die Notwendigkeit einer Veränderung (1842). Aus dem Italienischen von Heidi Ascheri. Mit einem Vorwort von Karl Löwith. Frankfurt/Main: Europäische Verlagsanstalt 1969.
Engels, Friedrich: Ludwig Feuerbach und der Ausgang der klassischen deutschen Philosophie [1886]. In: MEW 21, S. 259-307.
Feuerbach, Ludwig: Fragmente zur Charakteristik meines philosophischen Curriculum vitae. In: Ders.: Werke in sechs Bänden. Bd. 4: Kritiken und Abhandlungen III (1844-1866), S. 196-227.
Kern, Udo: Der andere Feuerbach. Sinnlichkeit, Konkretheit und Praxis als Qualität der „neuen Religion“ Ludwig Feuerbachs. Münster: LIT Verlag 1998.
Löwith, Karl: Von Hegel zu Nietzsche. Der revolutionäre Bruch im Denken des 19. Jahrhunderts [1941]. Hamburg: Felix Meiner Verlag 1981, S. 84-96, 333-336.
– Ludwig Feuerbach [1960]. In: Ders.: Sämtliche Schriften 5. Hegel und die Aufhebung der Philosophie im 19. Jahrhundert – Max Weber. Stuttgart: Metzlersche Verlagsbuchhandlung 1988, S. 94-115.
Schmidt, Alfred: Emanzipatorische Sinnlichkeit. Ludwig Feuerbachs anthropologischer Materialismus. München: Carl Hanser Verlag 1973.
Schmieder, Falko: Zur Bedeutung des Projektionsbegriffs für Feuerbachs Religionskritik und materialistische Philosophie. In: Reitemeyer, Ursula/Shibata, Takayuki/Tomasoni, Francesco (Hg.): Ludwig Feuerbach (1804-1872). Identität und Pluralismus in der globalen Gesellschaft. Münster: Waxmann Verlag 2006, S. 267-279.
Schuffenhauer, Werner: Feuerbach statt Marx – Emanzipation wessen? In: Lübbe, Hermann/Saß, Hans-Martin (Hg.): Atheismus in der Diskussion. Kontroversen um Ludwig Feuerbach. München: Kaiser Verlag 1975, S. 168-173.
Zeitplan:
12.04.2021 Einführung, Feuerbach an Hegel: 22. 11. 1828
19.04.2021 Über Philosophie und Christentum
26.04.2021 Über Philosophie und Christentum
03.05.2021 Das Wesen des Christentums
10.05.2021 Das Wesen des Christentums
17.05.2021 Das Wesen des Christentums
24.05.2021 Pfingstmontag
31.05.2021 Das Wesen des Christentums
07.06.2021 Vorläufige Thesen zur Reform der Philosophie
14.06.2021 Notwendigkeit einer Veränderung
21.06.2021 Notwendigkeit einer Veränderung
28.06.2021 Grundsätze der Philosophie der Zukunft
05.07.2021 Grundsätze der Philosophie der Zukunft
12.07.2021 Wider den Dualismus von Leib und Seele, Abschlussgespräch
Seminar 2 Prof. Dr. Martin Vialon, (Yeditepe Universität Istanbul)
4.03.2302 Semantik/Pragmatik Thursday: 14:00 - 16:00, weekly (from 15/04/21)

Wer in Oldenburg „Es regnet“ äußert, sagt dem Anschein nach, dass es in Oldenburg regnet. Doch der Satz selbst enthält kein Element, mit dem explizit auf Oldenburg Bezug genommen wird. Der Schluss liegt nahe, dass das Erfassen des mit dem Satz Gesagten Kenntnis des Kontexts erfordert, in dem der Satz geäußert wurde, etwa des Orts der Äußerung. Dies wirft allerdings Fragen auf. In der klassischen Sprachphilosophie des 20. Jahrhunderts spielen pragmatische Überlegungen zum Kontext vor allem für das mit der Äußerung eines Satzes indirekt, über seine buchstäbliche Bedeutung hinaus Mitgeteilte eine Rolle. Für die buchstäbliche Bedeutung kommen sie hingegen lediglich bei Sätzen mit kontextabhängigen Elementen, zum Beispiel indexikalische Ausdrücke wie „ich“, „jetzt“ oder „hier“, zum Tragen. Doch in dem Satz „Es regnet“ kommt überhaupt kein solcher kontextabhängiger Ausdruck explizit vor. Kontextualisten folgern daraus, dass der Kontext selbst dann zu dem mit einem Satz Gesagten beiträgt, wenn der Satz keine kontextabhängigen Elemente enthält. Literalisten hingegen bestehen auf eine weitgehend vom Kontext unabhängige buchstäbliche Bedeutung. Sie gestehen typischerweise zu, dass der Kontext zum mit „Es regnet“ Gesagten beiträgt, aber unterscheiden entweder das mit dem Satz Gesagten von seiner buchstäblichen Bedeutung oder glauben, dass auf der tieferen Ebene der logischen Form der Satz eben doch kontextabhänge Element enthält. In dem Seminar werden uns im Detail mit den wesentlichen Argumenten und Positionen auf beiden Seiten der Debatte auseinandersetzen.
Seminar 2 Maik Sühr
4.03.1253 Bernard Bolzano: Vom besten Staat Monday: 14:00 - 16:00, weekly (from 12/04/21)

Bernard Bolzano (1781-1848) ist bekannt als Mathematiker und Logiker; er gilt als Ahnherr der analytischen Philosophie und Phänomenologie. Weniger bekannt ist sein Interesse für Themen der Ethik und Staatsphilosophie. Wie er selbst schreibt, habe er sich „von Jugend an mit keinem anderen Gegenstand des Nachdenkens lieber, öfter und angelegentlicher beschäftigt […] als mit der Frage, wie den vielen Übeln und Leiden, die unser Geschlecht auf Erden drücken, am wirksamsten gesteuert werden könnte.“ Diese Selbstauskunft stammt aus der zu Lebzeiten unveröffentlichten Utopieschrift "Vom besten Staat". In ihr zeichnet Bolzano die originelle Skizze eines idealen Gemeinwesens, das sich durch liberal-egalitäre Institutionen auszeichnet, die einer utilitaristischen Programmatik verpflichtet sind.

Seminarform: wöchentlich stattfindende Videokonferenzen (BigBlueButton)

Zur Anschaffung empfohlen:
Bernard Bolzana, Vom besten Staat, Hamburg 2019: Meiner Verlag.

Alle weiteren Texte werden über Stud.IP zur Verfügung gestellt.
Seminar 2 Dr. Sven Ellmers, Dipl.-Sozw.
4.03.1208 G.W.F. Hegel: Grundlinien der Philosophie des Rechts Monday: 14:15 - 15:45, weekly (from 12/04/21)

Hegel beschäftigt sich in seinen „Grundlinien der Philosophie des Rechts“ nicht bloß mit rechtsphilosophischen Fragen im engeren Sinn, sondern auch mit ethischen, moralischen und gesellschaftheoretischen Fragen. Darum ist dieses Seminar als Einführung in seine Praktische Philosophie insgesamt angelegt. Das Ziel des Seminars besteht in zweierlei: Zum einen soll hier eines der wichtigsten Werke der Philosophiegeschichte kennengelernt werden. Gleichzeitig sollen durch die Arbeit an Hegels Text grundlegende philosophische Kompetenzen vermittelt werden. Die Auswahl der Textpassagen ist von der Absicht geleitet, Hegels Grundbegriffe zum Gegenstand zu machen, damit auf dieser Basis seine Positionen zu zentralen Fragen der praktischen Philosophie erkannt und kritisch diskutiert werden können. Folgenden Aspekten des Werks schenken wir besondere Aufmerksamkeit:
1. dem eigentümlichen Charakter der praktischen Philosophie Hegels: Aus dem Begriff der Freiheit werden sämtliche zentralen Institutionen einer Gemeinschaft in ihrem Zusammenhang entwickelt.
2. Hegels Abhandlung des Eigentumsrechts.
3. Hegels Verständnis des Verhältnisses zwischen universeller Moralität und konkreter Sittlichkeit.
4. Hegels Verständnis des Verhältnisses zwischen Individuum und Staat.
Als Textgrundlage bieten sich sowohl die Ausgaben des Suhrkamp-Verlags als auch die Ausgaben des Meiner-Verlags an.
Seminar 2 Prof. Dr. Tilo Wesche
4.03.2209 Theorien der Macht Wednesday: 10:15 - 11:45, weekly (from 14/04/21)

In dieser Veranstaltung diskutieren wir Texte zur Definition, sowie zur sozialen, moralischen und politischen Bedeutung von Macht. Wir beginnen mit Bertrand Russells Versuch einer anthropologischen Explikation von Macht als Grundtrieb menschlichen Handelns. Dabei soll sich zeigen, dass die große Bandbreite der Erscheinungsformen von Macht eine Auseinandersetzung mit unterschiedlichen theoretischen Zugängen erfordert – von der rationalitätstheoretisch inspirierten Herrschaftssoziologie der Legitimität von Macht (Weber), über den kommunikativen Machtbegriff der existentialistischen Anthropologie (Arendt), bis hin zum freiheitstheoretisch konzipierten Machtbegriff der politischen Philosophie (Pettit). Das Ziel des Seminars besteht darin, die unterschiedlichen Theorien der Macht kennenzulernen und kritisch zu bewerten. Die Textgrundlage des Seminars wird in der ersten Sitzung bekanntgegeben.
Seminar 2 Lena Westerhorstmann
4.03.2210 M. Horkheimer / T.W. Adorno: Dialektik der Aufklärung Monday: 10:15 - 11:45, weekly (from 12/04/21)

Die von Horkheimer und Adorno noch während des Zweiten Weltkriegs im Exil geschriebene und 1947 erschienene „Dialektik der Aufklärung“ ist eines der wichtigsten Werke der Kritischen Theorie. Als Reaktion auf den Krieg und den Holocaust versucht es, deren Entstehungsbedingungen zu begreifen, und formuliert in diesem Zusammenhang eine neue Rationalitätskritik. Adorno und Horkheimer versuchen zu ergründen, warum wissenschaftlicher, technologischer und ökonomischer Fortschritt nicht auch zu menschlicheren Formen des Miteinanders geführt haben: „Warum (ist) die Menschheit, anstatt in einen wahrhaft menschlichen Zustand einzutreten, in eine neue Art von Barbarei“ versunken? Das essayistische Werk zeichnet sich durch eine enorme Aktualität aus. In diesem Seminar werden wir die einzelnen Abschnitte des Buchs gründlich lesen und zentrale Argumente rekonstruieren, um sie anschließend kritisch zu diskutieren. Es empfiehlt sich die Ausgabe des Fischer-Verlags.
Seminar 2 Dr. phil. Nils Baratella
4.03.9901 Information zum Akzentuierungsmodul phi270 (Bachelor) The course times are not decided yet.
Im Rahmen des Akzentuierungsmoduls können gemäß der individuellen Schwerpunktsetzung zwei Seminare aus den Modulen phi210, phi220, phi230 und phi240 gewählt werden.
WICHTIG: Es dürfen keine Seminare gewählt werden, die bereits im Rahmen eines anderen Moduls belegt werden, d.h. es ist keine Doppelanrechnung ein und desselben Seminars für mehrere Module möglich!
miscellaneous - in Bearbeitung
4.03.3708 Philosophieren mit Star Trek für Fortgeschrittene Thursday: 16:00 - 20:00, fortnightly (from 15/04/21)
Dates on Thursday. 06.05.21 18:00 - 19:30

In dem Seminar werden wir uns vertieft mit der Philosophie in Star Trek auseinandersetzen. Das Seminar richtet sich an Studierende, die das Einführungsseminar zu Star Trek bereits besucht haben und/oder mit dem Star Trek-Universum (insbesondere den Serien TNG und VOY) gut vertraut sind und über solide philosophiedidaktische Vorkenntnisse verfügen.
Seminar 2 Anna Plader
4.03.2504 Religion und Medizin Friday: 10:00 - 12:00, weekly (from 16/04/21)

Im Zuge des so genannten „body turn“ werden Körperlichkeit und Heilung auch in der Religionswissenschaft seit einiger Zeit in den Blick genommen. Heilungspraktiken religiöser Akteure konkurrieren mit Verfahren der Medizin; beide Felder beeuínflussen einander aber auch in einem wechselseitigen Verhältnis.

Im Seminar wird einerseits die Frage danach gestellt, in welcher Weise die Auseinandersetzung mit der Medizin als Wissenschaft auf religiöse Vermittlungen und Weltbilder zurückwirken kann und ,Religion‘ verändert. Andererseits spielen religiöse Konzepte wie Seelsorge und Spiritual Care etwa in der Palliativmedizin zunehmend eine Rolle. Untersucht werden ferner historische Strömungen wie Pietismus, Mesmerismus oder Christian Science, Kontexte der Globalisierung von Neoschamanismus, islamischer Dämonenaustreibung und fernöstlichen Körpertechniken.

Zur Einführung: James R. Lewis, “How Religions Appeal to the Authority of Science”, in: James R. Lewis und Olav Hammer, Handbook of Religion and the Authority of Science. Leiden: Brill 2011, S. 23-40.
Seminar 2 PD Dr. Tilman Hannemann
4.03.5302 Brentanos Philosophie des Geistes Tuesday: 14:00 - 16:00, weekly (from 13/04/21)
Dates on Monday. 05.07.21 18:00 - 20:00

Der deutsche Philosoph und Psychologe Franz Brentano (1838-1917) war Professor für Philosophie in Wien und hat u.a. Edmund Husserl, Martin Heidegger und Sigmund Freud beeinflusst. Sein dreibändiges Werk "Psychologie vom empirischen Standpunkt" (Erstauflage 1874) ist ein Klassiker der Philosophie des Geistes und der Philosophie der Psychologie. Im Seminar werden wir Ausschnitte aus diesem Text besprechen, um so einen Einblick in eine Vielzahl von immer noch aktuellen Themen aus diesen Bereichen zu bekommen. Zu ihnen gehören die Introspektion und ihr Nutzen für die Psychologie, die Beziehung zwischen Psychologie und Physiologie, die Intentionalität (Gerichtetheit) psychischer Phänomene, die Abgrenzung des Psychischen vom Physischen, die Unterscheidung zwischen Urteilen, Vorstellungen und Gefühlen sowie die “Unwirklichkeit” von Farben, Tönen und Gerüchen.
Seminar 2 Prof. Dr. Mark Siebel
4.03.2107 Begleitveranstaltung zur Jungen Philosophie: Der Deutsche Idealismus und seine Wirkungsgeschichte Dates on Tuesday. 20.04.21 18:00 - 20:00, Thursday. 22.04.21 19:30 - 22:00, Friday. 23.04.21 10:00 - 18:00, Wednesday. 05.05.21 18:00 - 20:00, Thursday. 06.05.21 19:30 - 22:00, Friday. 07.05.21 10:00 - 18:00, Tuesday. 01.06.21, Thursday. 03.06.21 18:00 - 20:00, Friday. 04.06.21 10:00 - 18:00, Tuesday. 29.06.21 18:00 - 20:00, Thursday. 01.07.21 19:30 - 22:00 ...(more)
Die „Junge Philosophie“ ist ein Zusammenschluss von Studierenden und Absolventen des Instituts für Philosophie der Carl von Ossietzky Universität. Unter dem Dach der Karl Jaspers-Gesellschaft wollen wir ein öffentliches Forum bieten, um philosophische Fragen mit namhaften Gastreferenten in Abendvorträgen und Workshops zu diskutieren. Im Rahmen des Seminars werden wir die Veranstaltungen der Jungen Philosophie durch Lektüresitzungen vorbereiten und gemeinsam besuchen. Die besagten Veranstaltungen finden in Abständen von etwa einem Monat statt; Das aktuelle Veranstaltungsprogramm ist über die Internetseite der Oldenburger Karl Jaspers-Gesellschaft einsehbar.
Inhaltlich widmen wir uns gemäß dem Programm der Jungen Philosophie dem Deutschen Idealismus und seiner Wirkungsgeschichte. In dem durch die Kantischen Kritiken eröffneten „Denkraum“ (Dieter Henrich) und unter dem Einfluss von historischen Ereignissen wie der Französischen Revolution entwickeln Philosophen wie Fichte, Schelling und Hegel in rascher Aufeinanderfolge ihre philosophischen Systeme. Es ist erklärtes Ziel der genannten Autoren, durch Aufklärung über die Tiefengrammatik des Wissens und Wollens unhinterfragte Dualismen aufzuheben: Bestimmungen wie Subjektivität und Objektivität, Geist und Natur oder auch Freiheit und Notwendigkeit sollen in ihrem systematischen Zusammenhang entfaltet werden.
Viele der großen Denkströmungen des 20. Jahrhunderts wie die Hermeneutik, der Existenzialismus oder die Kritische Theorie entwickeln sich in Auseinandersetzung mit dem Deutschen Idealismus. Auch in der Gegenwartsphilosophie sind die Motive und Denkfiguren des Deutschen Idealismus von großer Bedeutung. Im Seminar sollen einige dieser Fortführungen und Absetzbewegungen nachvollzogen werden.
Termine
Es werden Vorträge und Workshops von 4 bis 5 Referenten angeboten. Zu jedem dieser Termine wird es eine vorbereitende Lektüresitzung geben.
Seminar - Ansgar Baumgart, M.A.
Malte Unverzagt
4.03.3801 Theorie und Praxis des Philosophierens mit Kindern - Philosophie als Bestandteil wissenschaftlicher Grundbildung Dates on Friday. 16.04.21 17:00 - 20:00, Saturday. 17.04.21 10:00 - 15:00, Friday. 23.04.21 17:00 - 20:00, Saturday. 24.04.21, Saturday. 08.05.21 10:00 - 15:00
Philosophieren als Unterrichtsprinzip – philosophische Zugänge zu Unterrichtsgegenständen entdecken sowie didaktische und methodische Wege zur praktischen Erprobung finden. Entsprechende Beispiele liefern u.a. die Fächer Deutsch, Mathematik/Naturwissenschaften, Kunst, Musik, Ethik/Werte und Normen oder Geschichte.
Philosophieren im gesellschaftlichen Kontext – Kinder zur Ideologiekritik befähigen, ihren Einstieg in die Unmündigkeit verhindern – durch Philosophieren?
Seminar - Hans-Joachim Mueller
4.03.3710 Gedankenexperimente im Philosophie-/Werte und Normen-Unterricht Monday: 16:00 - 18:00, weekly (from 12/04/21)

Die Verwendung von Gedankenexperimenten gehört zum Kernbereich des (fachdidaktischen) Handwerks des Werte und Normen-/Philosophieunterrichts. In diesem Seminar wollen wir untersuchen, wie Gedankenexperimente eigentlich funktionieren, klassische und neuere Gedankenexperimente kennenlernen und überlegen, wie diese im Anschluss an das Kerncurriculum fruchtbar gemacht werden können. Auf dieser Grundlage sollen dann Unterrichtsstunden unter Verwendung ausgewählter Gedankenexperimente geplant und vorgestellt werden.
Seminar - Christine Allroggen
4.03.1001 Platon: Politeia (Fortsetzung) Tuesday: 18:00 - 20:00, weekly (from 13/04/21)
Dates on Saturday. 17.07.21 18:15 - 19:45, Monday. 02.08.21 - Tuesday. 03.08.21 10:00 - 12:00

Inhalt: Platons bekanntester Dialog, die "Politeia" ("Staat"), behandelt in zehn Abschnitten die Frage, was die Gerechtigkeit ist. Strukturen und Bedingungen der Gerechtigkeit werden dabei am Modell eines gerechten Idealstaates aufgezeigt, der von Philosophen und Philosophinnen geleitet wird. Im Mittelpunkt der Analyse steht dabei die Philosophie selbst, ihre Voraussetzungen, ihre Tätigkeit und ihre Gegenstände (die Ideentheorie). In diesem Semester werden wir uns auf die zentralen Stellen in der "Politeia" konzentrieren und sie auch mit Blick auf alternative philosophische Konzepte der Gerechtigkeit prüfen. Zusätzlich möchte ich mit Ihnen die im ersten Semester vermittelten Kenntnisse der drei Methoden der Philosophie vertiefen und anwenden: (1) Wie man angemessen einen philosophischen Text lesen und verstehen kann (philosophische Texthermeneutik und Interpretation). (2) Wie man eine philosophische Frage sinnvoll diskutieren und philosophische Probleme lösen kann (philosophische Analyse). (3) Wie man wissenschaftlich seriös arbeiten und die Ergebnisse seiner Interpretation und Analyse anderen in Textform vermitteln kann (Techniken wissenschaftlichen Arbeitens).

Modus: Der Kurs findet wöchentlich (Di 18.15-19.45 Uhr) synchron ausschließlich in Form von Online-Sitzungen statt.

Prüfungsleistung: Der Kurs ist Teil des Moduls phi101. Die Prüfungsleistung für das Seminar wird in Form von drei kleinen Teilleistungen erbracht (siehe Prüfungsordnung phi101), zwei schriftlichen (bereits im WS20-21 erbracht) und einer mündlichen, die in diesem Semester in Form eines aufgezeichneten Workshop-Vortrages erbracht werden soll.

Literatur: 1. Eine gute deutsche Übersetzung von Platons "Staat", wenn möglich zusammen mit dem griechischen Originaltext. Ich empfehle die Schleiermacher-Übersetzung der Wissenschaftlichen Buchgesellschaft (WBG):
Platon: Der Staat, bearbeitet von Dietrich Kurz, griechischer Text von Émile Chambry, deutsche Übersetzung von Friedrich Schleiermacher, Wissenschaftliche Buchgesellschaft: Darmstadt 1971 u.ö.
2. Gregor Damschen / Dieter Schönecker: Selbst philosophieren. Ein Methodenbuch, Walter de Gruyter: Berlin und Boston 2013.
Weitere Literatur wird im Laufe des Kurses genannt.
Seminar 2 Dr. Gregor Damschen, M.A.
4.03.1201c Einführung in die Praktische Philosophie Tuesday: 12:00 - 14:00, weekly (from 13/04/21)
Dates on Monday. 26.07.21 - Tuesday. 27.07.21, Tuesday. 03.08.21, Friday. 06.08.21 09:00 - 13:00

Tutorial - Simon Fischer
Christoph Klose
4.03.2507 Religionskritik und Atheismus Monday: 12:00 - 14:00, weekly (from 12/04/21)

Die Kritik an Religionen mit ihren Vorstellungen von Göttern bzw. Gott und einem ihnen entsprechenden menschlichen Verhalten ist so alt wie die Religionen selbst. Sie begleitet sie wie ein Schatten, der mal deutlicher und mal schwächer in Erscheinung tritt. Dabei bezieht sich die Kritik aus verschiedensten Gründen zum Teil nur auf bestimmte Inhalte und Praktiken einer Religion, ohne sie selbst fundamental in Frage zu stellen, zum Teil aber auch auf die Sinnhaftigkeit von Religion überhaupt, so dass sich aus dem Widerspruch gegen alles Religiöse auch atheistische Positionen ergeben.
Vor einigen Jahren erregte Religionskritik in Form eine Atheismuskampagne unter dem Motto ‚THERE’S PROBABLY NO GOD. NOW STOPP WORRYING AND ENJOY YOUR LIFE!’ besondere Aufmerksamkeit.
Die Lehrveranstaltung nimmt u. a. dies zum Anlass, Religionskritik und Atheismus in ihren verschiedensten Erscheinungsformen religions-, theologie- und philosophiegeschichtlich von der Antike bis in die Gegenwart hinein genauer unter die Lupe zu nehmen. Dabei sollen deren Plausibilitäten auf einer Metaebene selbst noch einmal kritisch hinterfragt und zusammenfassende Schlussfolgerungen für heutige Deutungen gezogen werden.
Namhafte Religionskritiker und ‚Atheisten’ kommen mit ihren kontextuell geprägten Anschauungen zu Wort und laden zu einem Dialog über Religionskritik und Atheismus ein.
Die Seminarteilnehmerinnen und -teilnehmern sollen durch Referate oder andere geeignete Methoden in Aspekte der Fragestellungen einführen, anschließende Gruppenarbeiten initiieren, Diskussionen moderieren und die jeweiligen Ergebnisse in prägnanten Thesen zusammenfassen.
Geplant und erhofft ist angesichts der Coronapandemie der Modus einer Hybridveranstaltung, in der zur Reduzierung der real Teilnehmenden auf die raumbezogen zulässige Zahl der Personen in zweiwöchigem Rhythmus mal die eine, mal die andere Hälfte real bzw. virtuell mittels BigBlueButton die jeweilige Sitzung aktiv mitgestaltet. Sollte die Universitätsleitung nur Online-Lehre zulassen, würde das prinzipiell an der Durchführung der Veranstaltung nichts ändern.
Verlaufsplan und Literaturliste werden den eingeschriebenen Studierenden rechtzeitig bekannt gegeben.
Seminar 2 Prof. Dr. Stefan Scheld
4.03.4201 phi420: Praktikum The course times are not decided yet.
Das studienbegleitend angelegte Modul hat zum Ziel, Informationen und Erfahrungen über ausbildungsadäquate Berufsfelder für Philosophie-Absolventen*innen zu vermitteln. Das Modul besteht aus einem in das angestrebte Berufsbild passenden Praktikum respektive mehreren Praktika im Gesamtumfang von mindestens sechs Wochen und dem Besuch einer Begleitveranstaltung. Die Studierenden können während dieser Tätigkeit eigene berufspraktische Erfahrungen in wissenschaftlichen Fachverlagen, Wissenschafts- bzw. Forschungsorganisationen oder anderen im weiteren Sinne mit dem Fach Philosophie zusammenhängenden Institutionen / Unternehmen sammeln.
miscellaneous - Prof. Dr. Mark Siebel
Prof. Dr. Tilo Wesche
apl. Prof. Dr. Susanne Möbuß
Dr. Samuel Klar
4.03.1254 Spinoza und seine Religionskritik – Der „Theologisch-politische Traktat“ im Zeitalter der Radikalen Aufklärung Thursday: 20:00 - 22:00, weekly (from 15/04/21)

Das Seminar setzt voraus, dass der Text Spinoza wöchentlich in einzelnen Kapiteln gelesen wird. Zugleich wird er im Kontext des. „Radical Enlightenment“ (Jonathan Isarel) eingeordnet.
Seminar 2 Prof. Dr. Matthias Bormuth
4.03.2104 Der philosophische Naturbegriff von der Antike bis zu Neuzeit Dates on Friday. 16.04.21 10:00 - 12:00, Friday. 04.06.21 - Saturday. 05.06.21, Friday. 25.06.21 - Saturday. 26.06.21, Friday. 09.07.21 - Saturday. 10.07.21, Friday. 23.07.21 - Saturday. 24.07.21 10:00 - 13:00
Der Terminus „Natur“ zählt zu den großen Grundbegriffen des philosophischen Denkens. Zugleich ist er jedoch auch in vielen Bereichen der Alltagssprache präsent und zeichnet sich durch eine schillernde Bedeutungsvielfalt aus. Eigenartigerweise ist dieser Begriff dabei fast immer positiv besetzt, so als sei die Tatsache, dass etwas „natürlich“ ist, schon ein hinreichender Beweis für die besondere Qualität der betreffenden Sache bzw. für die Rechtmäßigkeit eines bestimmten Verhaltens. Ein Blick auf die Geschichte der Philosophie zeigt jedoch, dass sich die Bedeutung dessen, was jeweils als „Natur“ verstanden wird, im Laufe der Zeit stark gewandelt hat und mit der Weltsicht der jeweiligen Epoche untrennbar verknüpft ist.

Bei den Vorsokratikern steht die physis (Natur) für jenen Gesamtzusammenhang der Wirklichkeit, der auch Götter und Menschen umfasst und von einem oder mehreren Grundprinzipien beherrscht wird. Dabei fällt auf, dass der Naturbegriff nicht eigenständig definiert wird, sondern in Abgrenzung zu einem anderen, als gegensätzlich bestimmten Terminus. In der antiken griechischen Philosophie lauten diese Gegensatzpaare physis / nomos (Natur / positives Recht), physis / tychê (Natur / Zufall) bzw. physis / technê (Natur / Kunst). Der Terminus physis steht hier also in einem extensionalen Sinn für den Gesamtzusammenhang der Wirklichkeit, die in sich selbst besteht und jedem spezifisch menschlichen Handeln vorausgeht. Der Stoizismus wiederum geht davon aus, dass die gesamte Wirklichkeit von einem vernünftigen Gesetz (logos) durchdrungen ist, das alles herrscht und lenkt. Wenn vor diesem Hintergrund vom Menschen verlangt wird, er solle „der Natur gemäß leben“ (Seneca: 'secundum naturam vivere'), dann bedeutet das, dass der Mensch sich gerade nicht in naturalistischer Weise wie ein Tier verhalten soll, sondern dazu angehalten ist, seine Lebensführung und sein Handeln an der ihm eigenen Vernunftnatur auszurichten. „Natur“ hat hier demnach keine univoke Bedeutung, sondern besagt vielmehr, dass jedes Wesen seine spezifische Natur hat, der es entsprechen muss.

Mit Blick auf die Bedeutung der physis als „Naturwirklichkeit“ stehen sich jedoch bereits in der Antike zwei verschiedene Auffassungen gegenüber: Die eine, die vor allem von Platon und Aristoteles vertreten wird, geht von einer teleologischen Sinnstruktur der Wirklichkeit aus, die vernünftigen Gesetzen gehorcht und in die sich der Mensch harmonisch einfügen kann (diese Vorstellung ist auch heute noch überall dort wirksam, wo man von „Mutter Natur“ spricht). Die andere Auffassung, die man u.a. bei Epikur und Lukrez findet, betrachtet die Natur als ein blindes, mechanistisches Konglomerat von Atomen, das dem Menschen weder positiv noch negativ gegenübersteht, sondern schlechthin indifferent ist und deshalb auch nicht gefürchtet werden muss. Eigenartigerweise führt der antike Atomismus jedoch gerade nicht zur Ausbildung einer Naturwissenschaft im neuzeitlichen Sinne, sondern zu einem Desinteresse an der Natur, da diese mit der spezifisch menschlichen Wirklichkeit nichts mehr zu tun hat und den Menschen daher auch nicht zu kümmern braucht.

Im christlich geprägten Denken der Patristik und des Mittelalters wird der Begriff der „Natur“ (natura) dem der „Gnade“ (gratia) gegenübergestellt und damit auf den Bereich der Transzendenz hin geöffnet. Betrachtet die klassische griechische Philosophie den Menschen grundsätzlich als einen homogenen Bestandteil der gesamten Wirklichkeit, so versteht ihn die biblisch-christliche Weltsicht als „Bild Gottes“, das eine übernatürliche Bestimmung hat und daher im Gesamtzusammenhang der Schöpfung eine Sonderstellung genießt. Je nach Autor fällt die Bewertung der „Natur“ dabei jedoch sehr unterschiedlich aus: Augustinus betrachtet vor dem Hintergrund seiner Erbsündenlehren die menschliche Natur als vollkommen verderbt und betont daher sehr stark den Aspekt der göttlichen Gnade. Demgegenüber wird die Natur im aristotelisch-scholastischen Denken des Mittelalters (Thomas von Aquin u.a.) sehr viel positiver bewertet; gilt sie doch nun als notwendige Voraussetzung dafür, dass der Mensch sich der göttlichen Gnade öffnen und durch sie vervollkommnet werden kann.

In der Neuzeit wandelt sich die Bedeutung dieses Begriffes erneut, da die Natur nun nicht mehr als das von sich selbst her Aufgehende und organisch Entstehende gilt (natura < lat. nasci, d.h. „geboren werden“), sondern in einem mechanistischen Sinne umgedeutet wird. Descartes ist einer der wichtigsten Begründer dieser grundlegend neuen Weltsicht, der zufolge die Natur zur Gänze mit mathematisch-wissenschaftlichen Methoden erkannt und mit den Mitteln der Technik umgestaltet werden kann. In dem Moment, wo die menschliche Subjektivität als reines Denken (res cogitans) verstanden wird, das einer als „reine Ausdehnung“ (res extensa) verstandenen Körperwelt gegenübertritt, erfolgt eine Entfremdung des Menschen gegenüber der Naturwirklichkeit. Die Frage, wie der Mensch als Vernunftwesen in ethisch-gesellschaftlicher Hinsicht leben soll, kann nicht mehr unter Verweis auf die Struktur der physischen Welt, sondern nur noch durch einen Blick auf die eigene Subjektivität beantwortet werden. Pascal zieht daraus die Konsequenz eines existenziellen Rückzugs des Philosophen in die eigene Innerlichkeit, da er das Universum nur noch als kalten, blinden Mechanismus betrachten kann, der dem Menschen gleichgültig gegenübersteht. Dementsprechend postuliert er einen radikalen Bruch zwischen dem „Gott der Philosophen“, der immer in irgendeiner Weise mit der Vorstellung einer Ordnung des Kosmos verknüpft ist, und dem „Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs“, der sich in spezieller Weise an den Menschen wendet.

Das Seminar will anhand ausgewählter philosophischer Texte aus Antike, Mittelalter und Neuzeit der Vielschichtigkeit und Vieldeutigkeit des Naturbegriffs und seiner geschichtlichen Entwicklung nachgehen. Dabei soll deutlich werden, dass die unterschiedlichen Formen des philosophischen Naturverständnisses stets das Resultat einer bestimmten Selbstdeutung und Selbstauslegung des Menschen sind und von dieser anthropologischen Dimension grundsätzlich nicht getrennt werden können. Diese Grundtatsache soll mit Blick auf die heutige ökologische Bewegung weitergedacht werden, die einerseits berechtigte Kritik am mechanistischen Naturverständnis der neuzeitlichen Wissenschaften übt, andererseits aber Gefahr läuft, in eine mythologisierende Verklärung der Natur und eine naturalistische Fehldeutung menschlicher Subjektivität zurückzufallen.


Literaturhinweise:

Primärtexte: Eine Auswahl von Primärtexten der zu behandelnden Autoren wird zu Semesterbeginn in gescannter Form auf der Lernplattform zur Verfügung gestellt.

Sekundärliteratur:
• Georg Picht, Der Begriff der Natur und seine Geschichte, Stuttgart, Klett-Cotta, 1989.
• Michael Drieschner, Einführung in die Naturphilosophie, Darmstadt, Wissenschaftliche Buchgesellschaft, 1981.
• Ludger Honnefelder (Hrsg.), Natur als Gegenstand der Wissenschaften, Freiburg, Alber, 1992.
• Gernot Böhme, Natürlich Natur. Über Natur im Zeitalter ihrer technischen Reproduzierbarkeit, Frankfurt a. M., Suhrkamp, 1992.
• Willigis Eckermann / Joachim Kuropka (Hrsg.), Der Mensch und die Natur. Wege und Perspektiven, Vechta, Vechtaer Druckerei und Verlag, 1986.
• Thomas Arzt et al. (Hrsg.), Unus Mundus. Kosmos und Sympathie. Beiträge zum Gedanken der Einheit von Mensch und Kosmos, Frankfurt a. M., Peter Lang, 1992.
• Ute Guzzoni, Über Natur. Aufzeichnungen unterwegs. Zu einem anderen Naturverständnis, Freiburg / München, Alber, 1995.
• Albert Zimmermann / Andreas Speer (Hrsg.), Mensch und Natur im Mittelalter (Miscellanea Mediaevalia 21), Berlin, De Gruyter, 1991/1992 (2 Bd.).
• Matthias Lutz-Bachmann / Gunzelin Schmid Noerr (Hrsg.), Die Unnatürlichkeit der Natur. Über die Sozialität der Natur, Frankfurt a. M., Nexus, 1992.
• Friedrich Rapp, Naturverständnis und Naturbeherrschung, München, Fink, 1981.
• Oswald Schwemmer (Hrsg.), Über die Natur. Philosophische Beiträge zum Naturverständnis, Frankfurt a. M., Klostermann, 1987.
• Michael Heidelberger / Sigrun Thiessen, Natur und Erfahrung. Von der mittelalterlichen zur neuzeitlichen Wissenschaft, Reinbek bei Hamburg, Rowohlt, 1981.
• Lothar Schäfer / Elisabeth Ströker (Hrsg.), Naturauffassungen in Philosophie, Wissenschaft, Technik, Bd. I: Antike und Mittelalter, Bd. II: Renaissance und frühe Neuzeit, Freiburg / München, Herder, 1993/1994.
• Robin G. Collingwood, The Idea of Nature, London, Oxford University Press, 1960.
Seminar - Dr. phil. Martina Roesner
4.03.1201g Einführung in die Praktische Philosophie Tuesday: 18:00 - 20:00, weekly (from 13/04/21)

Tutorial - Andreas Stahl
Dr.phil. Ingo Elbe
4.02.315 Historisches und philosophisches Lernen im Sachunterricht Tuesday: 14:00 - 16:00, weekly (from 13/04/21)

Bitte kombinieren Sie die Vorlesung mit EINER der beiden Übungen 4.02.315a ODER 4.02.315b.
Wichtiger Hinweis: Nicht dass Sie sich wundern - für die beiden Übungen können Sie sich jetzt noch nicht anmelden - dies geschieht erst nach Ablauf der Vorlesung, also Mitte Mai (weil Sie dann aufgrund der Vorlesung entscheiden können, welche der beiden Übungen Sie besuchen wollen)! Dieses (neue) Modul findet in EINEM Semester statt, aber - etwas ungewöhnlich - im ersten Teil des Semesters nur als Vorlesung (also diese Veranstaltung), im zweiten Teil dann in Form einer der beiden Übungen in Philosophie ODER Geschichte.
Lecture - Prof. Dr. Dietmar von Reeken
Prof. Dr. Christa Runtenberg
Gleichstellungsbeauftragte FK IV The course times are not decided yet.
Community-Forum - Dr. phil. Christine Zunke
4.03.3703 Philosophieren mit LEGO Friday: 14:15 - 15:45, weekly (from 16/04/21)

Präsentative Unterrichtsmethoden bieten einen alternativen, anschaulichen Zugang (und Umgang) mit philosophischen Problemen. Im Seminar werden wir uns theoretisch mit dem präsentativen Philosophieren auseinandersetzen und dessen Möglichkeiten, Vorzüge, aber auch Grenzen erörtern.
Im Zentrum des praktischen Teils steht das präsentative Philosophieren mithilfe von LEGO. Von den Teilnehmenden wird regelmäßige durchgehende Teilnahme sowie aktive Mitarbeit erwartet. Die Teilnahme an der ersten Sitzung ist obligatorisch. Das Arbeitsmaterial wird gestellt. Die Studierenden müssen also nicht über eigene Legosteine verfügen.
Seminar 2 Anna Plader
4.03.3701 Philosophieren mit fiktionaler Literatur Thursday: 12:00 - 14:00, weekly (from 15/04/21)

Fiktionale Literatur wird meist mit bloßer Unterhaltung assoziiert. Doch kann die Auseinandersetzung mit fiktiven Welten, Szenarien, Lebewesen, Lebensweisen, … verschiedenen Ansätzen zufolge Quelle von Wissen sowie Anlass zur Selbstbildung sein. Vor diesem theoretischen Hintergrund wird im Seminar thematisiert, wie philosophische Bildungsprozesse vermittels fiktionaler Literatur praktisch umgesetzt werden können und welche Kriterien die entsprechenden Texte erfüllen sollten. Exemplarisch werden Beispiele aus mehreren Teilbereichen der Philosophie didaktisiert sowie über deren Eignungen für den Unterricht kritisch reflektiert.
Von allen Teilnehmenden im Vorfeld anzuschaffen:
https://www.reclam.de/detail/978-3-15-015072-6/Texte_und_Materialien_fuer_den_Unterricht__Geschichten_zum_Philosophieren
Texte und Materialien für den Unterricht. Geschichten zum Philosophieren.
Für die Sekundarstufe I
Überarb. und erw. Ausgabe 2019 Hrsg.: Kähler, Jutta; Nordhofen, Susanne 184 S. ISBN: 978-3-15-015072-6
Seminar 2 Kerstin Gregor-Gehrmann, M. A., M. Ed.
4.03.2204 Probleme des Antirassismus: "Critical Whiteness" aus philosophischer Perspektive Thursday: 14:15 - 15:45, weekly (from 15/04/21)

Antirassistische Theoriebildung hat in den letzten beiden Jahrzehnten vor allem im Kontext der sogenannten Critical Whiteness Studies von sich reden gemacht. Im Seminar sollen drei Fragen kritisch thematisiert werden, die in den Critical Whiteness Studies ernsthaft diskutiert werden: 1. Können Weiße Blues spielen? 2. Wann sind Juden weiß? 3. Sind Weiße immer Rassisten?
Seminar 2 Dr.phil. Ingo Elbe
4.03.1207 Theorien des Todes Tuesday: 14:15 - 15:45, weekly (from 13/04/21)

Gegenstand des Seminars ist die Auseinandersetzung mit dem Tod als dem unwiderruflichen Ende der Existenz des Menschen. Die Einstellungen, die wir gegenüber einem so verstandenen Tod und der Tatsache unserer Sterblichkeit einnehmen können, hängen davon ab, ob der Tod als Übel zu bewerten ist. Dass er dies für die Hinterbliebenen sein kann, steht außer Frage. Wie lässt sich aber die These plausibilisieren, dass der Tod für das Subjekt, das ihn erleidet, selbst ein Übel sein kann? Kann ein Subjekt, das nicht mehr existiert, Träger von Leid sein? Epikur bestreitet diese Möglichkeit bekanntlich, und darum diskutieren wir in diesem Zusammenhang zunächst seine These von der Irrelevanz des Todes. Andere haben als Reaktion auf Epikur die Vorstellung stark gemacht, dass der Tod nicht darum schlecht ist, weil er als Zustand unangenehme Empfindungen hervorbringt, sondern weil und insofern er uns der guten Dinge des Lebens beraubt (Nagel). Es zeigt sich allerdings in der diesbezüglichen Debatte, dass Epikurs Argument mit dieser Wendung noch nicht erledigt ist. Die Tatsache, dass die meisten von uns den Tod für ein Übel halten, motiviert im nächsten Schritt die Frage, ob es gut wäre, niemals sterben zu müssen. Auch hier diskutieren wir gegensätzliche Positionen: Die einen sind davon überzeugt, dass die unsterbliche Lebensform eine existentielle Langeweile hervorrufen würde (Williams); die anderen sind davon überzeugt, dass ein unsterbliches Leben durchaus segensreich sein könne (Fischer). Darüber hinaus diskutieren wir philosophische Vorschläge dazu, wie wir uns zum Tod und zur Tatsache unserer Sterblichkeit verhalten sollten (Schopenhauer, Montaigne). Die Textgrundlage des Seminars wird in der ersten Sitzung bekanntgegeben.
Seminar 2 Anna Plader
4.03.1201 Einführung in die Praktische Philosophie Monday: 12:00 - 14:00, weekly (from 12/04/21)

Die Vorlesung soll in die Grundgedanken der Moralphilosophie, der Politischen Philosophie und der Sozialphilosophie einführen. Es werden die einschlägigen Positionen vorgestellt, zentrale Argumente erörtert und konkrete Problemstellungen beurteilt. Die Leitfrage im ersten Vorlesungsteil betrifft die Moralbegründung. Wie können moralische Gebote und Verbote begründet werden? Diese Begründungsfrage wird in Bezug auf die moralische Normativität, die moralische Achtung und die moralischen Urteile behandelt. Im zweiten Vorlesungsteil widmen wir uns der Frage nach der Legitimation politischer Herrschaft. Welche Bedingungen muss politische Herrschaft erfüllen, damit sie für die Betroffenen als zustimmungsfähig gelten kann? Diese politische Legitimationsfrage wird in Bezug auf Rechtssicherheit, Demokratie und Gerechtigkeit behandelt. Im dritten Teil wird die Sozialphilosophie behandelt. Welche sozialen Beziehungen, die sich weder mit Moral noch mit Politik verrechnen lassen, sind schützens- und erstrebenswert? Die Vorlesung wird von Tutorien begleitet, die der thematischen Vertiefung, textnahen Lektüre und diskursiven Nachbereitung dienen.
Lecture - Prof. Dr. Tilo Wesche
4.03.5103 Ernst Bloch: Das Prinzip Hoffnung Monday: 14:00 - 16:00, weekly (from 12/04/21)

Das 20. Jahrhundert gilt geheimhin als das „kurze Jahrhundert“. Runtergebrochen auf die Erfahrungen, die es geprägt hat, war es vor allem ein Jahrhundert der überwältigenden Ohnmacht, das uns auch noch heute, am Beginn des 21. Jahrhundert, ratlos zurücklässt. Die utopischen Energien vergangener Zeitalter mögen sich nach dem friedlichen Epochenumbruch von 1989/90 zu Recht erschöpft haben. Zu viele unheilvolle Dinge sind in ihrem Namen geschehen. Aber in Zeiten, in denen sich Visionen gesellschaftlichen Zusammenlebens nur noch aus einer verlorengeglaubten, geraubten, verwaisten, jedenfalls ziemlich untoten Vergangenheit speisen, Retrotopien allenthalben das politische Tagesgeschäft bestimmen, wirkt womöglich gerade eine Philosophie des Noch-Nicht, wie sie Ernst Bloch programmatisch in seinem Hauptwerk "Das Prinzip Hoffnung" (1954-1959) entfaltet hat, wieder im besten Sinne ‚an der Zeit‘.
Seminar 2 Dr. Peter Neumann
4.03.5203 Theorien des Eigentums Dates on Wednesday. 09.06.21, Wednesday. 07.07.21 08:00 - 10:00, Saturday. 10.07.21 - Sunday. 11.07.21, Friday. 16.07.21 09:00 - 18:00
Die Institution des Privateigentums ist ein kontroverses soziales Gebilde, das sich häufig durch folgenden Sachverhalt auszeichnet: Einzelne Subjekte dürfen Gegenstände „nach Belieben“ (§ 903, BGB) gebrauchen und dabei alle anderen Subjekte vom Gebrauch ausschließen. Letztere sind dazu verpflichtet, ihr eventuelles Bedürfnis an dem Besitz derselben Gegenstände unbefriedigt zu lassen. Das Recht auf Eigentum bedarf also der Rechtfertigung. In diesem Blockseminar werden verschiedene Rechtfertigungsversuche des Privateigentums zum Gegenstand gemacht. Sie legen jeweils dar, aus welchen Gründen einzelne Personen besondere Rechte bezüglich des Umgangs mit bestimmten Gegenständen haben sollten, und über welches System von Regeln das Verfügen über Gegenstände organisiert werden sollte. Allerdings muss vor solchen Rechtfertigungsdiskursen geklärt werden, was „Privateigentum“ überhaupt ist – ein klar definierbares Recht, mit Ressourcen nach Belieben zu verfahren, oder nicht doch eher ein ständig variierendes Bündel von verschiedenen Rechten? Wir besprechen daher Texte zur Definitionsfrage (auch zur Frage des „geistigen Eigentums“), Texte zu Rechtfertigungsversuchen (Locke, Kant, Hegel), und nicht zuletzt auch Texte zur Kritik am Privateigentum (Marx). Die Textgrundlage wird zu Beginn des Seminars bekanntgegeben.
Seminar - Prof. Dr. Tilo Wesche
4.03.1209 Einführung in die philosophische Hermeneutik Wednesday: 14:15 - 15:45, weekly (from 14/04/21)

Das Verhältnis der Wissenschaftsgeschichte und der Hermeneutik als einer Kunst des Verstehens ist problematisch, weil ihre Bezugnahme auf die Geschichte verschieden ist. Die philosophische Hermeneutik in der Tradition von Hans-Georg Gadamer postuliert das eine Überlieferungsgeschehen seit der griechischen Antike, die Wissenschaftsgeschichte hingegen thematisiert die vielen Fallbeispiele in der Sozialgeschichte des experimentellen Fortschritts der Naturwissenschaften. Wie konstruieren wir die naturwissenschaftlichen Gegenstände, damit ihre Wechselwirkung experimentell untersucht werden kann? Wie müssen die so konstruierten Gegenstände kausal zusammenwirken, damit weitere Zeichen, Symbole oder Bedeutungen, d.h. neues naturwissenschaftliches Wissen einerseits ermöglicht und andererseits gesellschaftlich kommuniziert werden kann?
Bei dem Versuch einer Beantwortung dieser Fragen wird deutlich, dass jede historische Betrachtung einer hermeneutischen Perspektive bedarf, um von den vielen Bruchstücken einzelner naturwissenschaftlicher Fallbeispiele überhaupt auf einen zusammenhängenden historischen Prozess schließen zu können. Diese gedankliche Kontinuität ist aber die Bedingung der Möglichkeit des Verstehens im Allgemeinen und von den Naturwissenschaften im Besonderen, woran es unter den derzeit herrschenden Bedingungen der Pandemie leider allzu oft gefehlt hat. „Man kann alle Einzelwissenschaften sehr wohl betreiben, ohne ihnen erkenntnistheoretische Grundlagen zu geben, verstehen aber kann man sie in ihrer letzten Tiefe niemals ohne solche. Dies letzte Verständnis ist ein eigentlich philosophisches Bedürfnis, und die Erkenntnislehre ist Philosophie“ (Moritz Schlick 1925). Eine von Wilhelm Dilthey, Martin Heidegger und Hans-Georg Gadamer begründete philosophische Hermeneutik steht damit im Gegensatz zu der materialistischen und reduktionistischen Denktradition des Naturalismus, wie er sich in der Fortschrittsgeschichte der Naturwissenschaften idealiter verkörpert.
Im Seminar soll der Streit zwischen Naturalismus und Hermeneutik diskutiert und für ein besseres Verstehen dieser Auseinandersetzung zwischen dem von den empirischen Einzelwissenschaften ausgehenden naturalistischen Erkenntnisideal mit den verschiedenen Dimensionen des Verstehens in den Geistes- und Kulturwissenschaften fruchtbar gemacht werden. Für den Erwerb von kleinen Teilleistungen können die für das Seminar ausgewählten Texte auch Woche für Woche durch die Bearbeitung von vorgegebenen Fragen schriftlich bearbeitet werden. Alle weiteren in der Philosophie üblichen Leistungsnachweise sind darüber hinaus ebenfalls möglich.

Lit.: Elena Ficara (Hrsg.): Texte zur Hermeneutik. Von Platon bis heute (hrsg. von Elena Ficara), Stuttgart: Reclam 2015, Seminarlektüre); Hans-Ulrich Lessing (Hrsg.): Philosophische Hermeneutik, Alber-Texte Philosophie Band 7, Freiburg/München 1999; Bernulf Kanitscheider und Franz Josef Wetz (Hrsg.): Hermeneutik und Naturalismus, Tübingen 1998; Wilhelm Dilthey: Die geistige Welt. Einleitung in die Philosophie des Lebens In: Gesammelte Schriften, V. Band, Göttingen 1990. Wilhelm Dilthey: Der Aufbau der geschichtlichen Welt in den Geisteswissenschaften (1910), Frankfurt am Main 1993; Hans-Georg Gadamer: Hermeneutik I. Wahrheit und Methode. Grundzüge einer philosophischen Hermeneutik, Gesammelte Werke, Band 1, Tübingen 1986. Hans-Georg Gadamer: Hermeneutik II. Wahrheit und Methode. Ergänzungen, Register, Gesammelte Werke Band 2, Tübingen 1986; Martin Heidegger: Sein und Zeit, Tübingen 1972; Reinhard Schulz: Naturwissenschaftshermeneutik. Eine Philosophie der Endlichkeit in historischer, systematischer und angewandter Hinsicht. Würzburg 2004.
Seminar 2 Reinhard Schulz
4.03.9998 Ringvorlesung: Denkwege in Deutschland seit 1945 Intellektuelle Stimmen in Ost und West Monday: 10:00 - 12:00, weekly (from 12/04/21)

Thema
Die intellektuelle Geschichte Deutschlands seit 1945 spiegelt sich auch in biographischen und autobiographischen Zeugnisse von Philosophen, Wissenschaftlern und Künstlern aus beiden Staaten. Im Querschnitt jüngster Publikationen will die Ringvorlesung Philosophie zeitgenössische Bilanzen und Positionen sichten und ins Gespräch bringen. Die exemplarische Vielfalt individueller Nachdenklichkeiten und die besonderen Einflüsse, welche diese vor und nach 1989 im Westen wie im Osten bestimmten, prägen die dialogischen Erkundungen.

Gespräche
  • Dieter Henrich – Denken zwischen West und Ost
Gespräch mit Manfred Geier (Hamburg)

  • Hans Blumenberg – Philosoph der Metaphern
Gespräch mit Jürgen Goldstein (Trier)

  • Faust und die Deutschen – Albrecht Schöne
Gespräch mit Gustav Seibt (München)

  • Deutsche Impressionen seit der Wende – Selbsterfahrungen
Gespräch mit Ingo Schulze (Berlin)

  • Eine Amerikanerin in Berlin – Von den Deutschen lernen
Gespräch mit Susan Neimann (Berlin)

  • Kunstgeschichte nach dem Auschwitz-Prozess – Martin Warnke
Gespräch mit Barbara Welzel (Dortmund)

  • An die Nachgeborenen – Bertolt Brecht und die DDR
Gespräch mit Erdmut Wizisla (Berlin)

  • Von Arendt bis Habermas – Medienintellektuelle der Bundesrepublik
Gespräch mit Stefan Müller-Doohm (Oldenburg)

  • Wolf Biermann und die DDR-Literatur
Gespräch mit Roland Berbig (Berlin)

  • Ambivalenz der politischen Erlösung – Ulrike Meinhof und Rudi Dutschke
Gespräch mit Wolfgang Kraushaar (Hamburg)

  • Im Bannkreis der Freiheit – Deutsche Intellektuelle und die Religion
Gespräch mit Hans Joas (Berlin)

  • Budapest – Berlin: Georg Lukács, Peter Szondi und Ivan Nagel
Gespräch mit Thomas Sparr (Berlin)

  • Reiseberichte – Siegfried Unseld als Chronist der Suhrkamp Kultur
Gespräch mit Wolfgang Schopf (Frankfurt)

  • Kritik und Krise der Bundesrepublik – Reinhard Koselleck als Historiker
Gespräch mit Eike Dunkhase (Berlin)
Lecture 2 Prof. Dr. Matthias Bormuth
4.03.2602 Lehren und Lernen der Philosophie (Begleitseminar) Tuesday: 16:15 - 17:45, weekly (from 13/04/21)

Dieses Seminar führt ein in zentrale Dimensionen der Fachdidaktik Philosophie. Im Seminar werden grundlegende Themen- und Problemfelder der Fachdidaktik erarbeitet und diskutiert. Dazu gehören theoretische Konzepte zum Sinn des Philosophierens überhaupt, Ansätze zum Philosophieren in der Schule sowie paradigmatische fachdidaktische Konzepte zum Umgang mit der Schatzkiste und dem Werkzeugkasten des Philosophierens. Vor dem Hintergrund der philosophiedidaktischen Konzeptionen werden Methoden und Medien des Philosophierens in der Schule sowie Bausteine zur Gestaltung und Reflexion von Unterricht in den Blick genommen, ausprobiert und diskutiert.
Die Veranstaltung findet mit Teilpräsens statt in Modell 1: Aufteilung der Studierenden in zwei Gruppen, plus StudIP (Funktionen Forum und Dateien).
Literatur:
Nida-Rümelin,J./Spiegel, I./Tiedemann, M.: Handbuch Philosophie und Ethik. Band I: Didaktik und Methodik. Paderborn 2012
Meyer, Kirsten: Texte zur Didaktik der Philosophie. Stuttgart 2010.
Runtenberg, Christa: Philosophiedidaktik. Paderborn 2016
Seminar 2 Prof. Dr. Christa Runtenberg
Joseph Hossfeld
4.03.1201l Einführung in die Praktische Philosophie Wednesday: 16:00 - 18:00, weekly (from 14/04/21)
Dates on Wednesday. 21.07.21 14:00 - 19:30

Tutorial - Dominik Jais
Niklas Angebauer
4.03.1261 Aristoteles, Nikomachische Ethik Wednesday: 10:15 - 11:45, weekly (from 14/04/21)

Die Nikomachische Ethik ist ein Grundlagentext der europäischen Philosophie. Aristoteles hat hier Namen wie Gegenstand der Ethik als einer philosophischen Wissenschaft in originärer Weise definiert. Das Seminar versteht sich als Einführung in den Gegenstandsbereich einer solchen philosophischen Ethik. Es soll mit den in der Nikomachischen Ethik diskutierten Grundbegriffen und basalen Argumentationsformen vertraut machen und eignet sich zugleich als Einführung in die Philosophie des Aristoteles. Darüber hinaus führt es in die Fragen und Gegenstandsbereiche praktischer Philosophie in grundlegender Weise ein.
Text: Die Nikomachische Ethik, Griech. u. Deutsch, übers. v. O. Gigon, neu hrsg. v. R. Nickel (Tusculum), Düsseldorf/Zürich 2001; nur deutsche Übersetzungen bei dtv (30126), reclam (UB 8586) und Meiner (PhB 5)
Seminar 2 Prof. Dr. Johann Kreuzer
5.02.904 II Achtsamkeitsübungen in der Natur für angehende Lehrer II Dates on Friday. 10.09.21 - Tuesday. 14.09.21 10:00 - 14:00
Seminar - Prof. Dr. Corinna Hößle
4.03.1201q Einführung in die Praktische Philosophie Friday: 14:00 - 16:00, weekly (from 16/04/21)
Dates on Tuesday. 27.07.21 10:00 - 17:30, Friday. 30.07.21, Friday. 06.08.21 10:00 - 16:45, Monday. 09.08.21 10:00 - 11:30

Tutorial 2 Julia Egenhoff
apl. Prof. Dr. Susanne Möbuß
4.03.5202 Wem gehört die Stadt? Dates on Friday. 16.07.21 - Sunday. 18.07.21 10:00 - 20:00
Seminar - Prof. Dr. Tilo Wesche
4.03.3702 Philosophische Probleme bearbeiten Dates on Thursday. 01.07.21 18:00 - 20:00, Friday. 20.08.21 - Sunday. 22.08.21 10:00 - 18:00
Problemorientierung ist ein zentrales Paradigma des Philosophieunterrichts. Daraus ergeben sich allerdings zahlreiche Fragen: was ein philosophisches Problem überhaupt ist, wie ein solches SuS nahegebracht werden kann, wie es sich sinnvoll bearbeiten lässt, … Diese und weitere wollen wir ‒ auf der Basis von metaphilosophischen sowie fachdidaktischen Texten ‒ gemeinsam beantworten. Hierüber zu reflektieren, bietet angehenden Lehrkräften die grundlegende Orientierung, um philosophische Bildungsprozesse gezielt anleiten zu können. Zugleich sollen im Seminar einige Beispiele aus verschiedenen Subdisziplinen der Philosophie entwickelt werden, die wir exemplarisch auf Ihre konkrete Umsetzbarkeit überprüfen und auswerten, wodurch Theorie und Praxis zusammengeführt werden.
Seminar - Paul Blattner, M.A.
Kerstin Gregor-Gehrmann, M. A., M. Ed.
4.03.2505 Konzepte von religiöser Pluralität Wednesday: 10:00 - 12:00, weekly (from 14/04/21)

Führt der Rückgang institutionengebundener Religiosität zu einem allgemeinen Bedeutungsverlust von Religion, so wie es die Säkularisierungstheorie nahelegt? Gibt es statt dessen eine ,Rückkehr der Religion‘, die sich in einer neuen Vielfalt der Bekenntnisse in Deutschland ausdrückt? Wie wird Pluralität, Differenz, Diversität oder Hybridität im religiösen Feld gelebt und wahrgenommen; welche Interessen und Strategien beeinflussen den gesellschaftlichen Umgang mit Religionskontakt und Religionsbegegnung? Und last but not least: Welche Vorannahmen über ,Religion‘ verleiten uns dazu, Einheit vorauszusetzen oder Differenzen zu konstruieren?

Das Seminar beginnt mit einem historischen Einstieg, denn religiöse Pluralität ist keine Erfindung der Gegenwart. Sie kann in der Kultlandschaft der Antike ebenso wie in der vorgeblichen Einheit des europäischen Mittelalters gefunden werden. Das 19. Jahrhundert war eine religionsproduktive Zeit, in der Weichen für die Gegenwart gestellt wurden. Heute steht die Wahrnehmung religiöser Pluralität häufig im Zusammenhang mit Prozessen, die durch Migration ausgelöst wurden. Verschiedene Beispiele – interreligiöser Dialog, Räume der Begegnung – thematisieren den Umgang mit Selbst- und Fremdbildern, mit gesellschaftlichen Interessen, dem jeweils ,Eigenen‘ und dem ,Fremden‘.
Seminar 2 PD Dr. Tilman Hannemann
4.03.4301 phi430: Studienschwerpunktspezifische Sprachkurse The course times are not decided yet.
Im Rahmen dieses Moduls soll den Studierenden die Möglichkeit gegeben werden, ihre Grundkenntnisse in für die angestrebte Spezialisierung relevanten Sprachen zu vertiefen oder aber sich diese Kenntnisse neu anzueignen.
Zum erfolgreichen Abschluss des Moduls ist der Nachweis der erfolgreichen Teilnahme an Sprachkursen im Umfang von insgesamt 12 KP (in der Regel zwei Kurse à 6 KP) zu erbringen. Bitte wählen Sie hierzu Module aus dem Angebot des Sprachenzentrums. Die Sprachkurse sollen in einem Bezug zu dem gewählten Studienschwerpunkt stehen. Die zu erbringende Prüfungsleistung ist gemäß den Angaben der Prüfungsordnung zu erbringen, innerhalb derer der jeweilige Kurs belegt wird. Die erfolgreiche Teilnahme an den Sprachkursen wird auf dem hierfür vorgesehen Laufzettel bescheinigt.
miscellaneous - Prof. Dr. Mark Siebel
Prof. Dr. Tilo Wesche
4.03.1201b Einführung in die Praktische Philosophie Monday: 16:00 - 18:00, weekly (from 12/04/21)

Tutorial - Isabell Höpken
Maximilian Paul Schulz
4.03.3704 Science Fiction im Unterricht - Grundlagen der ethischen Filmanalyse Monday: 14:00 - 16:00, weekly (from 12/04/21)

Oft begegnen wir Fiktionen und Utopien in Filmen oder Comics. Man denke nur an die unzähligen Science-Fiction-Filme, die von Marvell, DC und seinen Vertretern in die Kinos gebracht wurden. Neben dem Unterhaltungsfaktor bieten die Filme doch aber auch einen Ansatzpunkt ethischer Überlegungen, beispielsweise bei der Frage, was wir machen, wenn Science-Fiction aufgrund der enormen technischen Entwicklung zur Realität wird. Ist es aus medizinethischer Perspektive vertretbar, den Menschen zukünftig so weit zu „verbessern“, dass er einem heutigen Superhelden ähneln würde? Trägt die Wissenschaft Verantwortung für die technischen Entwicklungen, die sie hervorbringt? Inwieweit dürfen wir die Grenzen menschlicher Möglichkeiten, sei es intellektuell, physisch oder psychisch, durch den Einsatz technologischer Verfahren erweitern, um uns noch Mensch nennen zu dürfen? – Fragen, die nicht nur von der Ethik, sondern auch von der philosophischen Anthropologie und der Wissenschaftstheorie beantwortet werden müssen.
Setzt man sich mit Fiktionen und Utopien auf philosophische Weise aktiv auseinander, widmet man sich diesen Fragen und entwickelt Überlegungen, in welcher Welt man leben möchte – und welche Ideen zur Beantwortung der Fragen führen. Fokussiert wird somit das Lernen utopischen Denkens – durch die Integration von Fiktion in den Lernprozess.
Auf einer metadidaktischen Ebene werden die Teilnehmenden während des Seminars die didaktischen Nutzungsmöglichkeiten von Filmen im Unterricht kennenlernen, bspw. durch das Herausfiltern des philosophisches Sinngehalts aus Science-Fiction-Spielfilmen, durch die selbstständige Erarbeitung verschiedener Analysewerkzeuge oder auch durch das curriculare Einbetten von Filmen in mehrteilige Lern- und Handlungssituationen.
Das Seminar richtet sich an Studierende des Lehramtes für allgemeinbildende Schulen (Sek. II), insbesondere aber auch an Studierende mit dem Ziel Lehramt an berufsbildenden Schulen (WiPäd).
Die Grundlagen der Seminararbeit bilden zum einen das Lehrwerk "Angewandte Ethik und Film" von Thomas Bohrmann und zum anderen das KC Werte und Normen für die gymnasiale Oberstufe. WiPäd-Studierende haben zudem die Möglichkeit, sich auf die Inhalte der RLL für die weiteren beruflichen Schulformen zu beziehen.
Das Seminar wird ausschließlich online stattfinden. Dabei wird es synchrone als auch asynchrone Lehrveranstaltungen geben.
Quellen, Literatur und Themen für das Seminar (Auswahl):
Bohrmann, Thomas; Reichelt, Matthias & Veith, Werner (2018). Angewandte Ethik und Film. Wiesbaden: Springer VS.
Factory (2016). Themenheft Utopien. URL: http://www.factory-magazin.de/themen/utopien.html.
Nida-Rümelin, J.; Spiegel, I. & Tiedemann, M. (2015) Handbuch Philosophie und Ethik: Didaktik und Methodik. Stuttgart: UTB: Schöningh.
Niedersächsisches Kultusministerium (2018). KC für das Gymnasium – gymnasiale Oberstufe und das Berufliche Gymnasium Werte und Normen. Hannover.
Runtenberg, Christa (2016). Philosophiedidaktik: Lehren und Lernen. Paderborn: Wilhelm Fink Verlag (utb).
Straßner, Veit (2013). Filme im Politikunterricht. Wie man Filme professionell aufbereitet, das filmanalytische Potenzial entdeckt und Lernprozesse anregt - mit zehn Beispielen; für die Sekundarstufe II. Schwalbach: Wochenschau-Verlag.
Wiater, W. (2011). Ethik unterrichten. Einführung in die Fachdidaktik. Stuttgart: Kohlhammer.
Seminar 2 Thomas Fokken, M.Ed.
4.03.1004 Kant: Kritik der reinen Vernunft (Fortsetzung) Tuesday: 12:00 - 14:00, weekly (from 13/04/21)

Teil 2 einer zweisemestrigen Veranstaltung. Wir gehen weiter von der transzendentalen Ästhetik zur transzendentalen Logik und den reinen Verstandesbegriffen a priori, den Kategorien.
Seminar 2 Dr. phil. Christine Zunke
4.03.1201d Einführung in die Praktische Philosophie Tuesday: 14:00 - 16:00, weekly (from 13/04/21)

Tutorial - Marie Massoth
Simon Fischer
4.03.3712 Die Didaktisierung philosophischer Grundpositionen für den Schulunterricht Friday: 08:00 - 10:00, weekly (from 16/04/21)

Von den Bedingungen eines philosophischen Werte und Normen Unterrichts ausgegangen basiert dieser im Sinne des Spiralcurriculums (und den "Einheitlichen Prüfungsanforderungen für das Abitur Philosophie" und dem "Kerncurriculum Werte und Normen der Sek 2") von Beginn an auf philosophischen Grundpositionen bzw. philosophischen Problemkreisen. Das erfordert von der Lehrkraft ein breites Wissen und einen freihändigen Umgang mit eben diesen Positionen und umreißen dessen fachliche Expertise.
Also geht es zuerst um die Erarbeitung der Inhalte eines „dynamischen Kanons“ der für den Schulunterricht relevanten philosophischen Grundpositionen und sodann um die Möglichkeiten, sie auf eine altersgemäße und lebensweltorientierte Problemstellung didaktisch zu transformieren.
Aufgabe und Ergebnis dieses Seminars sollen die Gestaltung konkreter Unterrichtsvorhaben bzw. Klassenarbeiten und Klausuren sein, die anhand von altersgemäßen, lebensweltlich orientierten Beispielen den Problemgehalt und die Argumentation einer oder mehrerer dieser Grundpositionen vermitteln.
Seminar 2 Joseph Hossfeld
4.03.1102 Paul Grices Sprachphilosophie Thursday: 12:00 - 14:00, weekly (from 15/04/21)

Wer den Satz „Einige Sportler rauchen“ äußert, teilt indirekt mit, dass nicht alle Sportler rauchen. Das mit dem Satz indirekt Mitgeteilte geht also über das mit ihm buchstäblich Gesagte hinaus. Der erste Philosoph, der sich systematisch mit dem mit einer Äußerung indirekt Mitgeteilten beschäftigte, war Paul Grice. Seine Theorie des Gesprächs, mit der er die moderne Pragmatik mitbegründete, erfreut sich bis heute großer Beliebtheit. Grice entwickelte zudem eine einflussreiche Theorie der Bedeutung, nach der die Bedeutung eines Satzes auf die Intentionen der Sprecherin des Satzes zurückgeführt werden kann. In dem Seminar werden wir uns mit beiden Aspekten seiner Sprachphilosophie im Detail vertraut machen. Zur Vorbereitung auf das Seminar lesen Sie bitte den Überblicksartikel „Paul Grice“ in der Stanford Encyclopedia of Philosophy.
Seminar 2 Maik Sühr
4.03.1252 Albert Camus - Dichter oder Philosoph? Monday: 10:00 - 12:00, weekly (from 03/05/21)

Albert Camus wird oft als Autor rezipiert, der als politisch aktiver Literat, Nobelpreisträger und einer der meistgelesenen Schriftsteller des 20. Jahrhunderts Beachtung findet. Andererseits gelten Der Mythos des Sysiphos und Der Mensch in der Revolte aber ebenso als existenzphilosophische Abhandlungen, die weit über eine prosaische Auseinandersetzung hinausgehen.
Im Seminar werden wir gemeinsam der Frage nachgehen, inwiefern wir Camus als Dichter, Essayisten und populären Autor verstehen sollten, oder ob wir ihn entgegen der gängigen akademischen Lesart auch gerechtfertigt als Philosoph betiteln können. Wir werden uns anschauen, welche Themen und Inhalte Camus in seinen Schriften erörtert und auf welche Formen diese rekurrieren, ob wir ihn etwa als "Philosoph des Absurden und dessen Überwindung" verstehen können. Dabei werden wir uns hauptsächlich auf seine eher philosophischen Schriften konzentrieren.
Um uns dem Werk Camus' angemessen nähern zu können, wird eine intensive Textlektüre und Diskussionsbereitschaft im Seminar von allen Teilnehmer*innen sowie die Übernahme eines kurzen Inputs innerhalb des Seminars erwartet. Die Prüfungsmodalitäten und sonstige Formalia werden im Seminar und in der Sprechstunde besprochen.
Bitte beachten Sie: Das Seminar beginnt am 3.5.2021 und findet dann wöchentlich online statt (Montag 10-12 Uhr).
Der Link zur Veranstaltung wird Ihnen rechtzeitig zugesandt.
Bitte schaffen Sie sich vorab folgende Bücher an:
Camus, Albert: Der Mythos des Sisyphos. Ein Versuch über das Absurde, Hamburg 2000: Rohwolt.
Camus, Albert: Der Mensch in der Revolte, Hamburg 1996: Rohwolt.
Seminar 2 Helena Esther Grass
4.03.9997 Philosophie & Film Tuesday: 18:30 - 22:00, fortnightly (from 10/12/19)
Tuesday: 18:30 - 22:00, fortnightly (from 22/10/19)
Dates on Tuesday. 08.10.19, Tuesday. 15.10.19, Tuesday. 04.02.20, Tuesday. 13.10.20, Tuesday. 27.10.20 18:30 - 22:00

Filmliste für die Sommersemesterferien 2021:

17.08.: Southland Tales (Richard Kelly, USA 2006)
24.08.: The Revolutionary (Paul Williams, USA 1970)
31.08.: Angst essen Seele auf (Rainer Werner Fassbinder, D 1974)
07.09.: Die Mondverschwörung (Thomas Frickel, D 2011)
mit anschließender Diskussion mit Regisseur Thomas Frickel
14.09.: Die 120 Tage von Sodom (Pier Paolo Pasolini, I 1975)
21.09.: Armee im Schatten (Jean-Pierre Melville, F 1969)
28.09.: Der Fremdenlegionär (Claire Denis, F 1999)

Jeweils dienstags, dieses Semester um 20 Uhr im Cine k. Eintritt für alle Studierenden wie immer frei.



Philosophie und Film – Sehen und Erkennen

„Die Fotografie, das ist die Wahrheit. Kino, das ist die Wahrheit 24 Mal in der Sekunde.“ – Aus „Der kleine Soldat“ von Jean-Luc Godard

„Film ist 24 Mal Lüge in der Sekunde um der Wahrheit zu dienen, oder dem Versuch die Wahrheit zu finden zu dienen.“ – Michael Haneke

Wenn das Kino oder der Film einfach nur die Wahrheit wäre, dann gäbe es keine Frage zu stellen, keinen Grund des Miss- oder Unverständnisses gegenüber dem Wahrgenommenen, es wäre reine Offenbarung. Aber schon der angegebene Unterschied zwischen Fotographie und Cinematographie, also Film, nämlich der Ablauf von 24 Bildern in der Sekunde im klassischen analogen Kino, gibt nur die Illusion der Bewegung vor. Die bloße Statik des Einzelbildes wird durch den Projektor zum Schein der Dynamik. Doch die Kamera gibt den größten Hinweis des Betrugs: Es handelt sich nur um einen Ausschnitt, worin der Zuschauer dem Regisseur ausgeliefert ist. Die Wahrheit dessen was man zu Gesicht bekommt, wenn darin denn eine liegt, kann also nicht bloß im unmittelbaren Augenschein liegen, sondern muss erst aus diesem gehoben werden.

In der Reihe „Philosophie und Film“, welche die Fachschaft Philosophie mit der finanziellen Unterstützung des AStA realisieren darf, versuchen wir den präsentierten Filmen das zu entlocken, was nicht nur dem bloßen Material entspricht, sondern im Zusammenhang sich nur zeigt. In einer gemeinsamen Diskussion versuchen wir uns über das Gesehene auszutauschen und so Schritt für Schritt, von den ersten individuellen Eindrücken bis zu den wesentlichen Gehalten des Filmes vorzudringen. Die Intention des Schöpfers muss dabei nicht die wesentliche Rolle spielen, denn oftmals liegt das, was einen Film so sehenswert und erkenntnisreich macht, in seinen Behauptungen darüber oder in seinem Scheitern daran, was er eigentlich darstellen will.

Es sind also nicht nur die großen bewunderten Klassiker des Kinos, denen wir uns in dieser Reihe verschrieben haben, sondern auch grade solche Filme, die eine Kontroverse schaffen können, die vielleicht sogar verachtenswert sind in ihren Inhalten, die bloße Lüge zu sein scheinen, aber wenigstens doch etwas über die Macher und ihre Umgebung verraten. So hoffen wir über viele Wege eine interessante und diskussionswürdige filmische Grundlage für unser Gespräch danach zu liefern.

Der Eintritt für alle Studierenden ist frei und willkommen ist dabei jeder. Zunächst steht der Genuss des Films im Vordergrund und damit die Möglichkeit, die Filme in einem Rahmen zu sehen, für den sie gemacht worden sind, das Kino und die Leinwand. Aber auch die Diskussion im Anschluss ist natürlich für alle offen und wir freuen uns über zahlreiche Teilnehmer. Es soll langsam an die Filmanalyse gegangen werden, alle Unsicherheiten und Anfangsschwierigkeiten, die für manch einen solche Diskussionen hervorrufen können, wollen wir gemeinsam überwinden.

Die Programme der vergangenen Jahre findet ihr auf unserer Homepage.
Arbeitsgruppe - VertreterInnen der Fachschaften
4.03.1206 Ökonomie- und Ideologiekritik bei Karl Marx Tuesday: 16:15 - 17:45, weekly (from 13/04/21)

Gegenstand des Seminars ist die Auseinandersetzung mit wesentlichen Zügen der Ökonomie- und Ideologiekritik von Karl Marx. Wir diskutieren in diesem Zusammenhang Marxens Kritik an Hegels politischer Philosophie, seine generelle Kritik an der theoretischen Auseinandersetzung mit den gesellschaftlichen Problemen seiner Zeit, und Marxens eigene (sich wandelnde) Vorstellung von wissenschaftlich überzeugender Gesellschaftskritik. Das Ziel des Seminars besteht darin, Grundzüge des Marxschen Denkens zu erfassen und kritisch zu bewerten. Im Vordergrund der Diskussion sollen dabei seine philosophischen und gesellschaftstheoretischen Positionen stehen; nicht aber sein politisches Engagement oder die Wirkungsgeschichte seines Werks. Die Textgrundlage des Seminars besteht in einer Auswahl aus seinem Werk. Sie wird zu Beginn des Seminars bekanntgegeben.
Seminar 2 Dr.phil. Ingo Elbe
4.03.1260 Die 'Tragödie im Sittlichen' - Hegels frühe Rechtskritik Monday: 10:00 - 12:00, weekly (from 12/04/21)
Dates on Friday. 09.07.21 10:00 - 12:00

Die ‚Tragödie im Sittlichen‘ ist eine bekannte Phrase aus Hegels sog. Naturrechtsaufsatz (1802/03). Bekannt wurde sie weniger durch Hegels frühen Artikel denn mittels der Rezeption durch Georg Lukács und zuletzt durch Christoph Menkes gleichnamiges Buch. Gegenstand des Seminars ist vor allem das von Hegel mit dieser Phrase entworfene ‚Bild‘. Zu thematisieren ist dafür zunächst Hegels Abgrenzung von ‚Behandlungsarten des Naturrechts‘ und seine frühe Sittlichkeitskonzeption, da er gerade diese abzubilden bezweckt. Wie die Phrase selbst andeutet, enthält das ‚Bild‘ eine Dramentheorie. Hauptsächlich nimmt Hegel aber eine Bestimmung des Sittlichen und eine Rechtskritik vor, die herauszuarbeiten sind. Überdies impliziert die ‚Tragödie im Sittlichen‘ eine geschichtsphilosophische These, die ebenfalls erst in Auseinandersetzung mit dem Text herausgestellt werden muss. Hegels frühe Rechtskritik geht von einer Kritik des Ökonomischen aus. Zwar findet sich kaum eine Analyse der ökonomischen Verhältnisse, aber Hegel antizipiert Probleme menschlichen Zusammenlebens, wenn dieses hauptsächlich ökonomisch vermittelt ist. In dem Seminar sollen die vielen Implikationen der ‚Tragödie im Sittlichen‘ gemeinsam erarbeitet und diskutiert werden.
(„Ueber die wissenschaftlichen Behandlungsarten des Naturrechts, seine Stelle in der praktischen Philosophie, und sein Verhältniß zu den positiven Rechtswissenschaften“, in: Gesammelte Werke, Bd. 4, hg. v. H. Buchner u. O. Pöggeler, Hamburg 1968, S. 415-485; oder in: Theorie-Werksausgabe, Bd. 2, hg. v. E. Moldenhauer u. K. M. Michel, Frankfurt a. M. 1974, S. 434-530 – eine PDF-Datei des Textes in der Fassung der historisch-kritischen Ausgabe (GW) wird zur Verfügung gestellt.)
Seminar 2 Carolyn Iselt, M.A.
4.03.1006 Hegels Praktische Philosophie (Fortsetzung) Monday: 10:00 - 12:00, weekly (from 12/04/21)

Das Seminar führt in die Praktische Philosophie von G.W.F. Hegel und damit in eine wirkungsmächtigste und grundlegende Theorie der Freiheit ein. „Über keine Idee weiß man es so allgemein, dass sie unbestimmt, vieldeutig und der größten Missverständnisse fähig und ihnen deswegen wirklich unterworfen ist als über die Idee der Freiheit, und keine ist mit so wenigem Bewusstsein geläufig.“ Hegels Einschätzung, dass der Freiheitsbegriff einen großen Klärungsbedarf besitzt, gilt in zwei Hinsichten auch für die Gegenwart. Der erste Streitpunkt aktueller Freiheitsdebatten betrifft die Frage, wie sich Freiheit mit Gleichheit und Solidarität vereinbaren lässt und welche genaue Gestalt sie in dieser Einheit annimmt. Die Einheit von Freiheit, Gleichheit und Solidarität wird von Hegel im Hinblick auf Recht, Moral und Politik sowie anhand einer Vielzahl konkreter Ausgestaltungen analysiert. Sein Grundgedanke einer ‚sozialen Freiheit‘ lautet hier, dass Gesellschaften ihr Freiheitsversprechen nur unter der Bedingung von Gleichheit und Solidarität einlösen. Der zweite Zankapfel im philosophischen Freiheitsdiskurs betrifft die Begründungsfrage der Freiheit. Wenn Freiheit eine grundlegende Norm ist, die allen anderen Ansprüche vorausgeht, worauf gründet dann die Geltung der Freiheit als eine unbedingt schützenswerte Norm? Beide Fragen – die Frage nach der Einheit von Freiheit, Gleichheit und Solidarität sowie die Begründungsfrage der Freiheit – stehen im Mittelpunkt des Seminars und sollen anhand einer genauen Lektüre der ‚Einleitung‘ und des Kapitels über ‚das abstrakte Recht‘ in Hegels Grundlinien der Philosophie des Rechts behandelt werden. Auf der Grundlage einer Satz-für-Satz-Analyse soll ein klares Verständnis von Hegels Grundbegriffen erarbeitet und die textnahe Arbeit an klassischen und ‚schwierigen‘ Werken der Philosophie geübt werden. Empfohlen wird die Ausgabe von Hegels Rechtsphilosophie im Suhrkamp Verlag. Das Seminar findet online über BBB statt.
Seminar 2 Prof. Dr. Tilo Wesche
4.03.1203 Einführung in die Vertragstheorie Monday: 16:00 - 18:00, weekly (from 12/04/21)

Die neuzeitliche Philosophie des Gesellschaftsvertrags ist Ausdruck einer Erosion des politischen Aristotelismus. Anstatt ein 'von Natur aus politisches Lebewesen' vorauszusetzen, um den Staat zu begründen, geht der neuzeitliche Kontraktualismus davon aus, dass eine Verpflichtung nur aus der vertraglichen Übereinkunft von Individuen erwachsen kann. Im Seminar sollen die argumentativen Grundstrukturen und Grenzen der modernen Vertragstheorie anhand einschlägiger Texte von Hobbes, Locke, Rousseau (möglicherweise auch Rawls und Stemmer) erarbeitet werden.
Alle Texte werden Ihnen bei stud.ip als Scan zur Verfügung gestellt.
Seminar 2 Dr. Sven Ellmers, Dipl.-Sozw.
4.03.1201i Einführung in die Praktische Philosophie Wednesday: 10:00 - 12:00, weekly (from 14/04/21)
Dates on Tuesday. 20.07.21 14:30 - 18:00

Tutorial - Merle Gerdes
Niklas Angebauer
4.03.5201 Adorno, Meinung Wahn Gesellschaft Monday: 14:00 - 16:00, weekly (from 12/04/21)

Bei dem Text handelt es sich um die Überarbeitung eines Vortrags aus dem Jahre 1960, den Adorno auf den Hochschulwochen für staatswissenschaftliche Fortbildung gehalten hat. Der Text ist ein Musterbeispiel kritischer Theorie, in ihm wird sowohl philosophisch als auch sozialpsychologisch argumentiert, wohlwissend dass jede der beiden „Fachdisziplinen“ isoliert für diesen Gegenstand unzureichend wäre. Dabei wird insbesondere “Meinung“ – wahre, falsche, individuelle und öffentliche – erörtert. Und solche Meinung hat Wahnhaftes unter diesen gesellschaftlichen Verhältnissen immer bei sich. Diese Behauptung selbst ist weder die Meinung von Adorno noch von mir, sondern wird mit dem Anspruch auf Wahrheit vertreten.
In diesem Seminar wird Satz für Satz gelesen, erklärt, interpretiert und diskutiert.
Der Text "Meinung Wahn Gesellschaft" findet sich in:
Adorno, Eingriffe – Neun kritische Modelle, Frankfurt/M. 1996, ISBN-10: 3518133039 / ISBN-13: 978-3518133033
oder
in: Adorno, Gesammelte Schriften in 20 Bänden - Band 10: Kulturkritik und Gesellschaft. Prismen. Ohne Leitbild. Eingriffe. Stichworte. Anhang. 2 Bände, ISBN: 978-3-518-29310-2
Seminar 2 apl. Prof. Dr. Hans-Georg Bensch
4.03.1002 Aristoteles: Über die Seele. Eine Einführung in die Philosophie des Geistes (Fortsetzung) Wednesday: 12:00 - 14:00, weekly (from 14/04/21)

Im zweiten Teil unseres Seminars zu Aristoteles' Schrift ›Über die Seele‹, der ersten Monografie zur Philosophie des Geistes, schließen wir an die Ergebnisse des letzten Semesters an. Im Wintersemester haben wir uns mit Aristoteles die grundlegende Definition der Seele(enarten) in Auseinandersetzung mit dem ›Forschungsstand‹ zu Aristoteles' Zeit und abschließend die vegetativen Vermögen der Seele erarbeitet.
Im Sommersemester setzen wir die Lektüre von ›De Anima‹ fort und widmen uns der Analyse der einzelnen Vermögen der Seele: Wahrnehmungsvermögen (inbesondere Buch II), Denkvermögen und Bewegungsvermögen (insbesondere Buch III).

In Bezug auf die Einführung ins forschungsorientierte philosophische Arbeiten wird in diesem Semester der Schwerpunkt auf der Vermittlung von Fähigkeiten zur Entwicklung und Beantwortung einer Forschungsfrage liegen. Nachdem wir im ersten Semester die grundlegenden Techniken wissenschaftlichen Arbeitens kennengelernt haben, stehen im Sommersemester die Präsentation eines Forschungsthemas (Exposé) und die Erörterung einer Fragestellung (Essay) im Fokus.
Seminar - René Engelmann
4.03.1201j Einführung in die Praktische Philosophie Wednesday: 10:00 - 12:00, weekly (from 14/04/21)
Dates on Monday. 19.07.21 10:00 - 16:00, Wednesday. 21.07.21 10:00 - 13:00

Tutorial - Miriam Reckow
apl. Prof. Dr. Susanne Möbuß
4.03.9007 Kolloquium für Abschlussarbeiten Tuesday: 12:15 - 13:45, weekly (from 13/04/21)

In diesem Kolloquium werden studentische Arbeiten im Zuge von Abschlussarbeiten, d.h. BA-Arbeiten und Arbeiten im Master of Education präsentiert und diskutiert. Es werden Ansätze, Überlegungen, Schwerpunkte, die in Arbeit sind, vor- und zur Diskussion gestellt. Es geht nicht um die Präsentation vollständig abgeschlossener Arbeiten, sondern um Ergebnisse, um Exposees, die im Schreib- und Arbeitsprozess sind. Die Präsentationen werden mit allen Teilnehmern und Teilnehmerinnen des Kolloquiums in konstruktiver Weise diskutiert und ausgewertet. Die Kultur des Feedbacks sollte diejenigen, die eine Präsentation machen, in ihrem jeweils spezifischen Projekt fördern und unterstützen.
Die Veranstaltung findet in Teilpräsens statt im Modell 2: wir treffen uns in Blöcken, zu Beginn, zwischendurch und zum Schluss, plus StudIP (Funktionen BBB, Forum und Dateien).
Colloquium 2 Prof. Dr. Christa Runtenberg
4.03.1009 Friedrich Nietzsche: Zur Genealogie der Moral (Fortsetzung) Tuesday: 14:15 - 15:45, weekly (from 13/04/21)

Im Rahmen des Seminars werden wir uns ausführlich mit Friedrich Nietzsches Werk „Genealogie der Moral. Eine Streitschrift“ von 1887 auseinandersetzen. Nietzsches Denken spielt eine wichtige Rolle, um den Übergang des Denkens des 19ten Jahrhunderts in das 20te Jahrhundert zu verstehen. Spuren seiner Philosophie finden sich in verschiedenen philosophischen Traditionen wie dem Existenzialismus, des Poststrukturalismus oder der kritischen Theorie, aber auch in anderen Wissenschaften wie den Kulturwissenschaften, der Theologie und der Psychologie. Nietzsche ist ein kontrovers diskutierter Denker. Er prägte zahlreiche Begriffe wie beispielsweise den „Willen zur Macht“, den „Perspektivismus“, und den „Tod Gottes“. Seine Werke beziehen sich auf und nicht zuletzt kritisieren sie das antike Denken, die christliche Moralvorstellung und den deutschen Idealismus. Die Wirkmächtigkeit von Nietzsches Werken bleibt auch durch seinen einzigartigen Stil bis heute bestehen. Er verwischt und spielt mit den Grenzen zwischen Philosophie und Literatur und nutzt Abhandlungen, Aphorismen und literarische Philosophie, um seine Gedanken zu äußern.
Das Seminar ist als eine Einführungsveranstaltung für Studienanfängerinnen und Studienanfänger konzipiert. Neben der allgemeinen Einbettung des Werks in die Philosophiegeschichte, des Erschließen des Textes und dem Ausblick auf seine Wirkungsgeschichte werden wir uns auch allgemeiner mit dem wissenschaftlichen Arbeiten im Bereich der Philosophie beschäftigen. Praktisch bedeutet dies, dass im Seminar nicht nur der Text argumentativ erschlossen und kritisch diskutiert wird, sondern, dass wir uns auch damit beschäftigen werden, welche formalen Kriterien es für das wissenschaftliche Arbeiten gibt, wie innerhalb der Philosophie recherchiert wird und wie Sie eine geeignete wissenschaftliche Fragestellung für Ihre eigenen Arbeiten finden können.
Aufgrund der aktuellen Corona-Pandemie kann die Veranstaltung nicht im gewohnten Rahmen gehalten werden. Unter Hygiene-Auflagen wird sie in Präsenz stattfinden. Dabei muss die Lerngruppe in eine A-Gruppe und eine B-Gruppe eingeteilt werden. Diese Gruppen werden sich wöchentlich abwechseln. Genauere Informationen zum Ablauf und zur Einteilung der Gruppen werden im Oktober bekannt gegeben.
Falls Sie sich für die Lehrveranstaltung interessieren, bitte ich Sie, dass Sie die Lektüre noch nicht kaufen. Mehr hierzu in der ersten Sitzung.
Seminar 2 Paul Blattner, M.A.
4.03.2503 Einführung in den Islam Thursday: 10:00 - 12:00, weekly (from 15/04/21)

Das Seminar bietet einen Überblick zu religiösen und historischen Grundlagen für das Verständnis der islamischen Welt. Im historischen Teil werden zum einen wichtige Aspekte des islamischen Selbstverständnis (Offenbarung, Prophetie, Sunna und Schia) thematisiert und anhand von Primärtexten und unter Berücksichtigung neuerer Forschungen erschlossen. Zum anderen beleuchten ausgewählte Themen die religiöse Praxis der Gegenwart und vermitteln einen Eindruck vom kulturell diversen Spektrum islamischer Religiosität.
Seminar 2 PD Dr. Tilman Hannemann
4.03.2102 Hölderlin und der deutsche Idealismus Tuesday: 10:15 - 11:45, weekly (from 13/04/21)

Hölderlin ist – über die Bedeutung seines Werks für Fragen der Dichtung hinaus und zugleich damit verbunden – eine der zentralen Gestalten in den Diskussionen, die sich an die Revolutionierung der Denkungsart durch Kant anschlossen. Aus ihnen bildete sich, was man Deutscher Idealismus nennt und bis heute die Referenz der philosophischen Sachdiskussion geblieben ist. Die Vorlesung wird sich dem Beitrag widmen, den Hölderlin hier im engeren philosophischen Sinne geleistet hat, und sich primär auf seine theoretischen Texte beziehen. So waren es originäre Denkmotive Hölderlins, die bei Hegel zu systematischer Entfaltung gelangten. Umgekehrt weisen Hölderlins Überlegungen über die Grenzen der idealistischen Systembildungen hinaus. Das macht sein Werk bis heute zum Gesprächspartner und zur Referenz nicht nur poetologischer Fragen. Denn es hat philosophische Relevanz, daß es für Hölderlin die Sprachfindung durch Dichtung ist, in der sich mitzuteilen vermag, was ‚Geist‘ heißt. Die Vorlesung wird den Denkmotiven nachfragen, die hierbei im Spiel sind und Hölderlins Werk unvergleichbar hohe Eigenständigkeit verleihen.
Es handelt sich um die Wiederholung einer Vorlesung, die 2020 – im Jahr der 250. Geburtstage von Hölderlin, Hegel und Beethoven – der Corona-Pandemie wegen nur unter sehr erschwerten Bedingungen stattfinden konnte und nun hoffentlich vollständig(er) realisiert werden kann.
Texte: J.Chr.Fr. Hölderlin, Theoretische Schriften. Mit einer Einleitung und Anmerkungen hg. v. J. Kreuzer, überarbeitete und ergänzte Neuauflage, Hamburg 2020.
Literatur: HÖLDERLIN-HANDBUCH. Leben – Werk – Wirkung. Hg. v. J. Kreuzer, Zweite, überarbeitete und ergänzte Auflage Berlin 2020.
Weitere Sek.literatur wird in der Vorlesung genannt.
Seminar 2 Prof. Dr. Johann Kreuzer
4.03.9008 Kolloquium: Betreuung von Abschlussarbeiten Tuesday: 16:15 - 17:45, weekly (from 13/04/21)

Das Kolloquium richtet sich an Studierende, die ihre Themensuche aufnehmen und Gegenstände als Bachelor- oder Masterkandidaten und Doktoranden vorstellen möchten. Im Rahmen gemeinsamer Gespräche sollen erste Ideen sondiert und Konzepte zur Umsetzung der Abschlussarbeiten entwickelt werden. Lust und Freude an der Philosophie, Bereitschaft zum eigenständigen Arbeiten und wechselseitiger Anregung werden vorausgesetzt. Wir treffen und auf Big Blue Button (STUD.IP).
Colloquium 2 Prof. Dr. Martin Vialon, (Yeditepe Universität Istanbul)
4.03.1151 Einführung in das Leib-Seele-Problem Thursday: 14:00 - 16:00, weekly (from 15/04/21)

Das Leib-Seele-Problem ist eins der ältesten Probleme der Philosophie. Grundlegend für das Leib-Seele-Problem ist die Frage danach wie sich Leib und Seele, Körper und Geist, Materielles und Psychisches zueinander verhalten. Lässt sich beispielsweise das Mentale auf den Körper zurückführen? Im Seminar werden wir die 1. die historische Entwicklung des Problems kennen lernen, 2. die verschiedenen Spielarten des Dualismus kennenlernen, und uns 3. mit modernen Auseinandersetzungen mit dem Problem auseinandersetzen. Im Seminar werden u.a. Texte von Platon, Descartes und Nagel gelesen.

Das Seminar findet digital statt und ist so konzipiert, dass wir uns innerhalb der Vorlesungszeit wöchentlich von 14:15-15:45 Uhr über das Video-Format BBB treffen werden. Die Treffen werden sowohl einen gemeinsamen Austausch in der Seminargruppe als auch Gruppenarbeiten in kleinen Gruppen beinhalten. Prüfungsleistungen können in Form von Essays, Hausarbeiten, mündlichen Prüfungen und Referaten erbracht werden.
Seminar 2 Victoria Paul
4.03.2306 Das Knowability Paradox Wednesday: 10:00 - 12:00, weekly (from 14/04/21)
Dates on Saturday. 17.07.21 12:15 - 13:45

Eine Paradoxie ist „eine scheinbar unannehmbare Schlussfolgerung, die durch einen scheinbar an-nehmbaren Gedankengang aus scheinbar annehmbaren Prämissen abgeleitet ist“ (Sainsbury 2010: 11-12). Besonders unannehmbare und hartnäckige Konsequenzen ergeben sich aus den mit dem Begriff des Wissens verbundenen Paradoxien, von denen zwei neuere, Fitchs Paradoxie der Wissbarkeit (knowability) und Grims Paradoxie der Allwissenheit (omniscience), im Mittelpunkt dieses Seminars stehen werden. Die Paradoxie der Wissbarkeit geht auf Frederic Fitch (1963: 139) zurück und besagt, dass unter der Annahme, dass alle Wahrheiten möglicherweise (von jemandem zu einer bestimmten Zeit) gewusst werden können, tatsächlich alle Wahrheiten (von jemandem zu einer bestimmten Zeit) gewusst werden (vgl. Brogaard/Salerno 2008: 272-273). Die von Patrick Grim (1984) entdeckte Unmöglichkeit der Allwissenheit ist eine Konsequenz aus Cantors Potenzmengenaxiom und dem damit verbundenen Beweis der Nichtexistenz einer Allmenge. Wir werden diese Argumente genau analysieren, die wichtigsten Einwände und Lösungsvorschläge bedenken und uns fragen, ob die Wissensparadoxien möglicherweise mit anderen Paradoxiengruppen wie dem semantischen Lügner verwandt sind (vgl. Brendel 2001: 10).
Seminar 2 Dr. Gregor Damschen, M.A.
4.03.9904 Information zum Masterarbeitsmodul (Master of Education) The course times are not decided yet.
Im Masterarbeitsmodul gibt es keine eigens ausgewiesene Begleitveranstaltung. Die Studierenden können nach Absprache mit der/dem betreuenden Gutachter/in aus den Aufbau- und Mastermodulen des jeweiligen Studiengangs eine zum Masterarbeitsthema passende Veranstaltung belegen. Es ist auch möglich, statt eines Seminars ein Kolloquium zu belegen.
WICHTIG: Als Begleitveranstaltung darf keine Veranstaltung gewählt werden, die bereits im Rahmen eines anderen Moduls belegt wird.
miscellaneous - in Bearbeitung
4.02.315a Historisches Lernen im Sachunterricht (synchron & asynchron im Wechsel) Tuesday: 14:00 - 16:00, weekly (from 25/05/21)

Belegungshinweis für Studierende im M.Ed. SoPäd Geschichte: Sie kombinieren diese Veranstaltung mit einer Übung (Veranstaltungsnr. 4.02.172a-f).
Belegungshinweis für Studierende des Sachunterrichts: Sie kombinieren diese Veranstaltung mit einer Vorlesung (Veranstaltungsnr. 4.02.315)

Die an anderer Stelle (s.o.) vermittelten geschichtswissenschaftlichen und geschichtsdidaktischen Grundlagen werden in der Übung zum historischen Lernen im Sachunterricht vertieft und angewandt. Dabei gilt es zunächst bestehende Unterrichtskonzepte, die an die Lebenswelten und Lernvoraussetzungen der Schülerinnen und Schüler anknüpfen, auf ihre theoretische Belastbarkeit und praktische Umsetzbarkeit zu erörtern. Im zweiten Teil der Veranstaltung sollen solche Konzepte an Beispielen des schulischen und/oder außerschulischen Lernens konkretisiert und – je nach Pandemie-Lage - ggf. mit Schülerinnen und Schülern der IGS Wardenburg erprobt und abschließend reflektiert werden.
Exercises 2 Dr. Marion Ullrich
Dr. phil. Berit Pleitner
Fachschaft Philosophie Tuesday: 18:30 - 22:00, fortnightly (from 10/12/19)
Tuesday: 18:30 - 22:00, fortnightly (from 23/04/19)
Tuesday: 18:30 - 22:00, fortnightly (from 22/10/19)
Tuesday: 18:30 - 22:00, fortnightly (from 18/12/18)
Tuesday: 18:30 - 22:00, fortnightly (from 24/10/17)
Dates on Thursday. 14.04.16 18:30 - 22:00, Monday. 09.05.16, Monday. 23.05.16, Monday. 13.06.16 18:15 - 20:00, Friday. 17.06.16 19:30 - 21:30, Saturday. 18.06.16 11:00 - 15:00, Friday. 24.06.16 19:00 - 23:00, Tuesday. 18.10.16 14:30 - 18:00, Thursday. 27.10.16 18:30 - 20:00, Wednesday. 14.12.16 12:00 - 16:00, Thursday. 15.12.16 19:00 - 22:00, Monday. 16.01.17 10:00 - 18:00 ...(more)

Die Fachschaft Philosophie setzt sich aus ALLEN Studentinnen und Studenten zusammen, die an dieser Universität in dem Fach Philosophie immat­rikuliert sind. Dennoch wird mit dem Begriff "Fachschaft" in der Regel nur der kleine Teil der Studierenden verstanden, der die Gesamtheit der Studierenden in den universitären Gremien vertritt und der eigentlich "Fachschaftsrat" heißt. Wir verstehen uns als Studierendenvertretung und darüber hinaus als Anlaufstelle bei Problemen und Fragen. Wenn ihr Interesse habt, selbst in der Hochschulpolitik tätig zu werden und dabei engagierte Menschen kennen lernen wollt, so seid ihr herzlich eingeladen! Ein Einstieg ist das ganze Semester über möglich! Kommt einfach im Fachschaftsraum (M 0-035) vorbei oder schreibt uns eine E-Mail (fsphilo@uol.de).

Der Fachschaftsrat:
Nancy Heinl, Jaro Ehlers, Eike Köhler, Greta Staufenbiel, Michael Heidemann, Peter Kathmann, Katharina Pooth, Wojciech Stasiak, Florian Wolff, Micha Keiten, Katrin Henkelmann, Laurids Heltschl, Enrico Pfau, Kolja Witt, Dominik Jais, Robin Forstenhäusler, Askan Schmidt, Andreas Stahl, Ronja Rossmann, Niklas Wünsch
(die Amtszeit beträgt ein Jahr ab dem 04.11.2020)

Die Homepage der Fachschaft.

Die Fachschaft bei Facebook.

Im Wintersemester (und inzwischen auch im Sommersemester) findet seit mittlerweile sieben Jahren eine unter dem Titel Philosophie und Film eine Filmreihe im Oldenburger Programmkino Cine K statt (in StudIP "Philosophie & Film" oder "4.03.998" suchen). Die Filmreihe findet dienstags von 18.30 Uhr - ca. 22.00 Uhr (inklusive Diskussion) statt.

Hier geht es zu den aktuellen Veranstaltungen der Karl Jaspers Gesellschaft .
Community-Forum - Kein Dozent
Eike Köhler
Jaro Ehlers
Michael Heidemann
Ulrich Mathias Gerr
Jan Rickermann
Johannes Bruns
4.03.1259 Existenzphilosophie Thursday: 12:00 - 14:00, weekly (from 15/04/21)
Dates on Monday. 26.07.21, Thursday. 29.07.21, Monday. 02.08.21 09:00 - 16:00

In der Veranstaltung wird in die Existenzphilosophie eingeführt, die sich besondern in der Mitte des 20. Jahrhunderts in Deutschland entwickelt hat. Spezifische Themen dieses Denkens werden vorgestellt,
wodurch sich Ähnlichkeiten, aber auch Unterschiede einzelner existenzphilosophischer Positionen zeigen werden. Im Mittelpunkt stehen Martin Heidegger, Karl Jaspers, Franz Rosenzweig
und Heinrich Barth.
Seminar 2 apl. Prof. Dr. Susanne Möbuß
4.03.1201h Einführung in die Praktische Philosophie Wednesday: 08:00 - 10:00, weekly (from 14/04/21)

Tutorial - Janna John
Maximilian Paul Schulz
4.03.2502 Sufismus in westlicher Forschung Thursday: 14:00 - 16:00, weekly (from 15/04/21)

Die islamische Mystik weist eine lebendige Geschichte auf, die vom 8./9. Jh. bis in die Gegenwart reicht. Seit der Aufklärung wird sie auch in der westlichen Welt rezipiert, wobei die Forschenden (darunter nicht selten gläubige Akteure) verschiedene Interessen mit dem Thema verbinden. Das Seminar führt knapp in Grundwissen und Literatur über den Sufismus ein und behandelt im Anschluss ausgewählte Darstellungen von der Romantik über die Islamwissenschaft im 20. Jahrhundert bis zur gegenwärtigen islamischen Theologie und Religionspädagogik an deutschen Universitäten.
Seminar 2 PD Dr. Tilman Hannemann
4.03.5303 Die Antinomien der reinen Vernunft Dates on Wednesday. 25.08.21 - Friday. 27.08.21 10:00 - 18:00
Weil der Verstand die vollständige Reihe der Bedingungen fordert, setzt die Vernunft das Unbedingte voraus. So ergibt sich „eine ganz natürliche Antithetik, […] in welche die Vernunft von selbst und zwar unvermeidlich gerät“. (KrV, B 433) Diesen „Widerstreit der Gesetze“ bezeichnet Kant als Antinomie der reinen Vernunft. Vier solcher Antinomien ergeben sich in der Kritik der reinen Vernunft:
1. Endlichkeit und Unendlichkeit des Raumes
2. Notwendigkeit und Unmöglichkeit einfacher Teile (Atome), aus denen jede Substanz zusammengesetzt ist
3. Kausalität nach Naturgesetzen und Freiheit sind zwei einander ausschließende Prinzipien, die beide gleichermaßen notwendig angenommen werden müssen
4. Ein notwendiges Wesen als Ursache der Welt ist gleichermaßen notwendig wie unmöglich anzunehmen
Kant zeigt auf, wie durch diesen „Zwiespalt“ und die hieraus folgende „Zerrüttung“ im Denken „sich eine Dialektik hervortut, welche die Urteilskraft in dem Prinzip ihrer Reflexion irre macht.“ (KdU, 314) Durch das Bedürfnis, diesen unvermeidlichen Widersprüchen im Denken zu entgehen, werden wir „in Versuchung gebracht […], sich entweder einer skeptischen Hoffnungslosigkeit zu überlassen, oder einen dogmatischen Trotz anzunehmen und den Kopf steif auf gewisse Behauptungen zu setzen, ohne den Gründen des Gegenteils Gehör und Gerechtigkeit widerfahren zu lassen. Beides ist der Tod einer gesunden Philosophie“. Um an diesen Antinomien weder irre zu werden, noch die Philosophie in falscher Einseitigkeit erstarren zu lassen, werden wir in diesem Blockseminar die Antinomien der reinen Vernunft und Kants Versuche ihrer Lösung diskutieren.

Literatur: Immanuel Kant, Kritik der reinen Vernunft, Der transzendentalen Dialektik zweites Buch, zweites Hauptstück, Die Antinomie der reinen Vernunft (B 432 / A 405 bis B 595 / A 567)
Online unter zeno.org
Zur Vorbereitung lesen: Die Antinomie der reinen Vernunft, Erster Widerstreit der transzendentalen Ideen bis einschließlich Vierter Widerstreit der transzendentalen Ideen (B 454 / A 426 bis B 489 / A 461)
Ergänzende Literatur: Rudolf Eisler, Kant Lexikon
Online unter https://www.textlog.de/rudolf-eisler.html
Seminar - Dr. phil. Nils Baratella
Dr. phil. Christine Zunke
4.03.5102 Positionen der Phänomenologie Monday: 12:00 - 14:00, weekly (from 12/04/21)

Die Phänomenologie gehört zu den bedeutendsten Denkschulen des 20. Jahrhunderts. Ihre Methodik wirkte über die Grenzen der Philosophie hinaus in viele mehr oder weniger verwandte Disziplinen hinein und wird bis heute weiterentwickelt. Die Phänomenologie erneuert eine Reihe traditioneller philosophischer Probleme und entwirft einen eigenständigen, originellen Denkstil. Dieser Begründungszusammenhang, sowie dieser methodische Denkstil soll im Seminar anhand der Geschichte und der Fragen der Phänomenologie von Husserl bis in die Gegenwart nachvollzogen werden. Dabei wird es um Begriffe wie Intentionalität, Bewusstsein, Erste-Person-Perspektive, transzendentale Reduktion, Leiblichkeit und Konstitution, Lebenswelt und Sein gehen. Im Seminar sollen die Grundbegriffe und Grundprobleme der Phänomenologie besprochen werden, um die andauernde Attraktivität und Wirkmacht der Phänomenologie nachzuvollziehen. Insbesondere soll es darum gehen, die radikale Orientierung der Phänomenologie an der erlebten Erfahrung methodisch zu verstehen, kritisch zu prüfen und zu diskutieren, inwiefern gerade diese für Disziplinen wie Sozialwissenschaften und Psychologie von Interesse sind.
Seminar 2 Dr. phil. Nils Baratella
4.03.2101 Hegel, Wissenschaft der Logik: Die Lehre vom Wesen Tuesday: 16:15 - 17:45, weekly (from 13/04/21)

Fortsetzung der Auseinandersetzung mit Hegels theoretischem Hauptwerk: der „Wissenschaft der Logik“. – Teil IV des Seminars dient der Fortführung der Auseinandersetzung mit der ‚Wesens-Logik‘ (Die objective Logik. Zweytes Buch. Die Lehre vom Wesen). Ausgehend davon, was Hegel über die Reflexionsbestimmungen ausführt, wird zu diskutieren sein, was Grund bedeutet, was unter Erscheinung zu verstehen ist und was daran anschließend als Wirklichkeit zu begreifen ist.
Es handelt sich um die Wiederholung des Seminars vom Sommersemester 2020, das der Corona-Pandemie wegen nur unter sehr erschwerten Umständen stattfinden konnte und nun hoffentlich in der ursprünglich geplanten Form realisiert werden kann. Ein Teilgenommenhaben an den Teilen I-III (WiSe 2018/19 – WiSe 2019/20) ist nicht vorausgesetzt.
Text: G.W.F. Hegel, Wissenschaft der Logik. Erster Band. Die objektive Logik. Zweytes Buch. Die Lehre vom Wesen (1813), diverse Ausgaben im Meiner-Verlag (z.B. G.W.F. Hegel, Hauptwerke in sechs Bänden, Bd. 3; Philos. Bibliothek Nr. 376) und bei Suhrkamp (Hegel, Theorie-Werkausgabe Bd. 6).
Seminar 2 Prof. Dr. Johann Kreuzer
4.03.3709 Die Einstellung von Philosophielehrer*innen Thursday: 14:00 - 16:00, weekly (from 15/04/21)

Bildungswissenschaften, Allgemeine Didaktik und Fachdidaktik befinden sich optimalerweise in einem permanenten und fortschreitenden Dialog des wissenschaftlichen Diskurses und Austauschs. Die jeweiligen Erkenntnisse sollen untereinander zur Verfügung gestellt und nutzbar für die anderen Fachbereiche gemacht werden. Wilfried Plöger stellt beispielsweise 1992 fest, dass zu fragen sei „welche Bedeutung die in verschiedenen allgemeindidaktischen Theorien behandelten Begriffe und Zusammenhänge für fachdidaktisches Denken und Handeln haben könnten“ . Der Begriff der Einstellung (im englischen ‚Attitude‘) spielt seit spätestens den 1950er Jahren im angelsächsischen Raum und seit etwa Beginn der 1970er Jahre auch im deutschsprachigen Raum eine immer größere Rolle in den Erziehungswissenschaften . Die Prüfung einer fachdidaktischen Integration und Konkretion des Begriffs der Einstellung innerhalb der fachdidaktischen Ausbildung scheint aus Sicht des o.g. Dialogs geboten . Ebenso aus dem philosophischen Diskurs heraus an sich lässt sich ein solcher Imperativ ableiten. Philosophie als kritisch-reflexive Praxis muss besonders im didaktischen Kontext Anreize und Inhalte zu diesem Thema anbieten. Sie muss sich also unter anderem mit Problemen der Subjekt-Werdung (hier: bezogen auf die ‚Einstellung[en]‘) beschäftigen, um Studierenden eine umfassende Ausbildung anzubieten. Im Sinne Adornos sollen künftige Lehramtskandidat_innen „in der Reflexion auf ihr Fach […] und auch in der Reflexion auf sich selbst, sich über den Umkreis des tatsächlich Angeeigneten erheben“ . Dieses Seminar soll Anreize hierfür setzten.
Literatur:
- Plöger: Allgemeine und Fachdidaktik
- Koch: Lehrer – Studium und Beruf
- Platon: Theaitetos
- Kant: Nachricht von der Einrichtung seiner Vorlesungen in dem Winterhalbjahre von 1765-1766
- Adorno: Erziehung zur Mündigkeit, Philosophie und Lehrer
- Foucault: Ästhetik der Existenz, Was ist Aufklärung
- Martens: Philosophieren mit Kindern
Seminar 2 Maximilian Linschmann, M.Ed.
4.03.2506 Religionsdebatten im 18. Jahrhundert Thursday: 16:00 - 18:00, weekly (from 15/04/21)

Kants „Religionsschrift“ von 1793 markiert zugleich einen wichtigen Beitrag und einen Wendepunkt in einer öffentlichen Diskussion, in der seit Mitte des 18. Jahrhunderts die Aufgabe von ,Religion‘ in der bürgerlichen Gesellschaft verhandelt wurde. Der in dieser Zeit entstehende öffentliche Raum in Deutschland, in dem die ,Gelehrtenrepublik‘ über Zeitschriften und Rezensionsorgane den Austausch zwischen den einzelnen Standorten pflegte, war auch eine Arena der Skandale und der Religionskritik. Themen sind u.a. das aufgeklärte Judentum und Judenmission, Naturwissenschaft und Religion, Frömmigkeit und ,Schwärmerei‘ oder das Wirken des Teufels. Über ausgewählte Fallbeispiele und Lektüren führt das Seminar in die Entstehung der zeitgenössischen ,vernünftigen‘ Auffassung von Religion ein.
Seminar 2 PD Dr. Tilman Hannemann
4.03.1204 Einführung in die Moralphilosophie Friday: 12:15 - 13:45, weekly (from 16/04/21)

Wie soll ich handeln? Was macht eine Handlung gut? Was darf ich von anderen erwarten? Mit diesen und ähnlichen Fragen setzt sich die Moralphilosophie auseinander. Im Seminar werden wir zentrale Grundbegriffe und Positionen der Moralphilosophie kennen lernen. Dazu lesen wir Autor*innen von der Antike bis zur Gegenwart - darunter Platon, Aristoteles, Thomas von Aquin, David Hume, Immanuel Kant, John Stuart Mill und Philippa Foot.
Das Seminar richtet sich insb. an Studienanfänger*innen und eignet sich gut als begleitende Ergänzung zur Einführungsvorlesung in die Praktische Philosophie. Die Bereitschaft zur intensiven Lektüre und Textvorbereitung wird vorausgesetzt. Alles Weitere wird in der ersten Sitzung besprochen.

Textgrundlage
Robin Celikates und Stefan Gosepath (Hrsg.): Philosophie der Moral. Texte von der Antike bis zur Gegenwart. Suhrkamp 2009.

Bitte besorgt Euch das Buch spätestens zur zweiten Sitzung (und zwar beim Buchladen Eures Vertrauens, nicht bei monopolisierenden Online-Händlern in Steueroasen).
Seminar 2 Niklas Angebauer
4.03.2601 Lehren und Lernen der Philosophie (Vorlesung) Thursday: 12:15 - 13:45, weekly (from 15/04/21)

Diese Veranstaltung führt im Rahmen einer Vorlesung mit Seminaranteilen ein in zentrale Dimensionen der Fachdidaktik Philosophie. In der Veranstaltung werden grundlegende Themen- und Problemfelder der Fachdidaktik vor- und zur Diskussion gestellt. Dazu gehören theoretische Konzepte zum Sinn des Philosophierens überhaupt, Ansätze zum Philosophieren in der Schule sowie paradigmatische fachdidaktische Konzepte zum Umgang mit der Schatzkiste und dem Werkzeugkasten des Philosophierens. Vor dem Hintergrund der philosophiedidaktischen Konzeptionen werden Methoden und Medien des Philosophierens in der Schule sowie Bausteine zur Gestaltung und Reflexion von Unterricht in den Fächern Philosophie und Werte und Normen vorgestellt und diskutiert. Der Grundkurs stellt grundlegende Inhalte und Gegenstände der Fachdidaktik Philosophie und Werte und Normen vor.
Im begleitenden Seminar gleichen Titels werden diese Gegenstände anhand von Texten vertieft. Konzepte, Methoden, Medien werden ausprobiert und didaktisch ausgewertet.
Die Vorlesung findet digital statt, synchron.
Literatur:
Nida-Rümelin,J./Spiegel, I./Tiedemann, M.: Handbuch Philosophie und Ethik. Band I: Didaktik und Methodik. Paderborn 2012
Meyer, Kirsten: Texte zur Didaktik der Philosophie. Stuttgart 2010.
Runtenberg, Christa: Philosophiedidaktik. Paderborn 2016
Lecture 2 Prof. Dr. Christa Runtenberg
4.03.1201o Einführung in die Praktische Philosophie Thursday: 14:00 - 16:00, weekly (from 15/04/21)

Tutorial - Askan Schmidt
Dr. Peter Neumann
4.03.2105 Heidegger, Sein und Zeit Monday: 14:00 - 16:00, weekly (from 12/04/21)

Martin Heideggers Hauptwerk 'Sein und Zeit', das er 1927 nach über zehnjähriger Veröffentlichungspause publizierte, ist das wohl wirkmächtigste philosophische Werk des 20. Jahrhunderts und ein Meilenstein der Philosophiegeschichte überhaupt. In ihm entwickelt Heidegger erstmals in systematischer Form seinen eigenen Denkansatz, der sich das Ziel setzt, die gesamte abendländische Philosophiegeschichte in umgekehrt chronologischer Reihenfolge – angefangen von der neuzeitlichen, cartesianischen Philosophie über das scholastische Denken des Mittelalters bis hin zu Aristoteles und Platon – zu „destruieren“ und die Philosophie als „Fundamentalontologie“ neu zu begründen. Im Mittelpunkt von Heideggers Kritik an der bisherigen Philosophietradition steht der Vorwurf, dass alle großen Philosophen der Frage nach dem Sinn von Sein letztlich ausgewichen seien bzw. das Sein auf eine Form von „Seiendem“ reduziert hätten. Daher ist es Heideggers Absicht, die Seinsfrage neu aufzurollen und sie in methodischer Hinsicht auf einen gänzlich anderen Boden zu stellen.

Die antiken, mittelalterlichen und neuzeitlichen Philosophen kommen darin überein, dass sie die Wirklichkeit anhand bestimmter Grundbegriffe deuten, die auf Überzeitlichkeit, statische Beständigkeit und gedankliche Universalität verweisen, wie z.B. „Idee“, „Substanz“, „Subjekt“, „unbewegter Beweger“, „erste Ursache“ usw. Im Unterschied dazu entwirft Heidegger seine Fundamentalontologie als phänomenologische Analyse der existenzialen Strukturen des menschlichen Daseins in seiner wesenhaften Endlichkeit. Während das traditionelle philosophische Denken seit Platon stets darum bemüht war, der Kontingenz, Vergänglichkeit und Sterblichkeit des Menschen durch begriffliche Reflexion zu entfliehen, ist Heidegger gerade an jenen Grundphänomenen des Daseins interessiert, die für gewöhnlich nicht im Mittelpunkt des philosophischen Interesses stehen, wie etwa Sorge, Angst, Langeweile und vor allem das „Sein zum Tode“. Anhand einer Analyse dieser existenzialen Grundstrukturen gelingt es ihm, das „Sein“, zu dem das Dasein einen verstehenden Zugang hat, gerade nicht als etwas permanent Verharrendes zu deuten, sondern es vielmehr in den Horizont der Zeit hineinzustellen und dadurch zu verendlichen.

Dieser grundlegende philosophische Paradigmenwechsel, den Heidegger mit 'Sein und Zeit' einläutet, hat die ganze weitere Entwicklung des philosophischen Denkens im 20. Jahrhundert maßgeblich geprägt (Existenzialismus, Phänomenologie, postmoderne Philosophie etc.), darüber hinaus aber auch einen bedeutsamen Einfluss auf die katholische und evangelische Theologie (Karl Rahner, Rudolf Bultmann), die Psychologie und Psychiatrie (Ludwig Binswanger, Medard Boss) sowie die anderen Geisteswissenschaften ausgeübt. Aus diesem Grunde ist die Auseinandersetzung mit Heideggers erstem Hauptwerk von 1927 nach wie vor eine unabdingbare Voraussetzung für ein adäquates Verständnis der Gegenwartsphilosophie und der Geistesgeschichte des 20./21. Jahrhunderts insgesamt.


Literatur:

Primärtext: Martin Heidegger, Sein und Zeit, Tübingen, Niemeyer, (1927) 2006 (19. Aufl., auch ältere Versionen dieser Einzelausgabe bis zurück zur 15. Auflage sind verwendbar, da es sich um unveränderte Nachdrucke handelt).

Sekundärliteratur:
• Günter Figal, Martin Heidegger zur Einführung, Hamburg, Junius, 2003 (4. Aufl.).
• Oliver Jahraus, Martin Heidegger – eine Einführung, Stuttgart, Reclam, 2004.
• Helmut Vetter, Grundriss Heidegger: ein Handbuch zu Leben und Werk, Hamburg, Meiner, 2014.
• Dieter Thomä (Hrsg.), Heidegger-Handbuch: Leben – Werk – Wirkung, Stuttgart, Metzler, 2013.
• Andreas Luckner, „Sein und Zeit“: Ein einführender Kommentar, Paderborn, Schöningh, 1997.
• Thomas Rentsch, Martin Heidegger: Sein und Zeit, (Berlin, Akademie Verlag, 2001) Berlin, De Gruyter, 2015.
• Theodore Kisiel, The Genesis of Heidegger’s ‘Being and Time’, Berkeley, University of California Press, 1993.
• Hildegard Feick, Index zu Heideggers ‚Sein und Zeit’, Tübingen, Niemeyer, 1961; von Susanne Ziegler neu bearbeitete 4. Aufl.: 1991.
• Ernst Tugendhat, „Zeit und Sein in Heideggers 'Sein und Zeit'“, SATS – Nordic Journal of Philosophy 1 (2000), 13-25.
• Robert Brandom, „Heideggers Kategorien in Sein und Zeit“, Deutsche Zeitschrift für Philosophie 45,4 (1997), 531-549.
• Rudolf Bernet, „Die Frage nach dem Ursprung der Zeit bei Husserl und Heidegger“, Heidegger Studies 3/4 (1987/88), 89-104.
• Rudolf Bernet, „Husserl and Heidegger on Intentionality and Being“, Journal of the British Society for Phenomenology 21,2 (1990), 136-153.
• Johannes B. Lotz, „Identität und Differenz bei Heidegger in Auseinandersetzung mit der Analogie des Seins“, Theologie und Philosophie 61 (1986), 535-550.
• Max Müller, „Metaphysik und Geschichte im Denken Martin Heideggers“, Philosophisches Jahrbuch 98 (1991), 225-232.
• Nicola Zambon, „Die Rhetorik (in) der Phänomenologie. Zum Sprachverständnis und -gebrauch Edmund Husserls und Martin Heideggers“, Scientia Poetica 23 (2019), 319-339.
• Željko Radinković, „Daseinsanalyse und die Seinsfrage beim frühen Heidegger. Destruktion des Husserlschen Bewusstseinsbegriffs als des absoluten Seins im Sinne der absoluten Gegebenheit“, Filozofija i društvo (Zbornik radova) 28,3 (2017), 613-630.
• Claudia Welz, „Das Gewissen als Instanz der Selbsterschließung. Luther, Kierkegaard und Heidegger“, Neue Zeitschrift für Systematische Theologie und Religionsphilosophie 53,3 (2011), 265-284.
• Daniel Leserre, „Tradition und Sprache nach Sein und Zeit“, Hermeneia 12 (2012), 75-91.
• István M. Fehér, „Heidegger’s Understanding of the Atheism of Philosophy: Philosophy, Theology, and Religion in His Early Lecture Courses up to Being and Time“, American Catholic Philosophical Quarterly 69 (1995), 189-228.
• Martina Roesner, „Das große Spiel der Epoché. Die transzendentalphänomenologische Einstellung zwischen natürlichem Weltverhalten und theoretischer Wissenschaft“, Husserl Studies 24 (2008), 31-52.
• Thomas F. O’Meara, O.P., „Heidegger and His Origins: Theological Perspectives“, Theological Studies 47 (1986), 205-226.
• Tarek R. Dika, „Finitude, Phenomenology, and Theology in Heidegger’s Being and Time“, Harvard Theological Review 110,4 (2017), 475-493.
Seminar 2 Dr. phil. Martina Roesner
4.03.2305 Lügen, Bullshit, Fake News & Co. Wednesday: 08:00 - 10:00, weekly (from 14/04/21)
Dates on Saturday. 17.07.21 10:15 - 11:45, Friday. 30.07.21 10:00 - 15:00

In diesem Kurs behandeln wir das Problemfeld des Lügens, des Bullshit und der Fake News.
Seminar 2 Dr. Gregor Damschen, M.A.
4.03.1152 Einführung in die Philosophie des Geistes Wednesday: 18:00 - 20:00, weekly (from 14/04/21)

Das Seminar führt in zentrale Fragstellungen der analytisch ausgerichteten Philosophie des Geistes ein. Es ist in drei Teile gegliedert. Im ersten Teil des Seminars wird eine Übersicht über zentrale Fragen und Methoden in der Philosophie des Geistes gegeben, Im zweiten Teil wird das Geist-Körper-Problem im Fokus stehen — hier werden die wichtigsten Positionen der modernen Debatte zu diesem Problem vorgestellt und ihre Stärken und Schwächen diskutiert. Im dritten Teil des Seminars werden schließlich einige weitere zentrale Themen in der Philosophie des Geistes näher betrachtet, z. B. die Frage nach dem Verhältnis zwischen Geist und Sprache.

Spezielle Vorkenntnisse sind für die Teilnahme am Seminar nicht erforderlich. Das Seminar wird ausschließlich online durchgeführt. Neben einem wöchentlichen synchronen Teil gibt es einen asynchronen Anteil, in dem Übungsaufgaben bearbeitet werden können.
Seminar 2 Dr. Christian Plunze
4.03.2307 Probleme der Begriffsbestimmung in John Lockes "Versuch über den menschlichen Verstand" Friday: 14:15 - 15:45, weekly (from 16/04/21)

Lockes Abhandlung in den sogenannten „Essays“ stellt auch heute noch eines der bedeutendsten und wichtigsten Werke der Philosophie dar. Sie erhielt ihren besonderen Rang dadurch, dass sie sich gegen die seinerzeit bekannten Auffassungen und Entwürfe über menschliche Erkenntnis wandte. Lockes Werk war das Resultat seiner empirischen Auseinandersetzung mit den Naturwissenschaften im Allgemeinen und dem praktischen Austausch mit Wissenschaftlern seiner Zeit wie beispielsweise Robert Boyle und Isaac Newton im Besonderen. Es stellte einen neuen erkenntnistheoretischen Fundamentalismus dar, der heute als „Empirismus“ bekannt ist. Dieser gründet sich auf dem Postulat, dass Wissen ausschließlich auf aus der Erfahrung gewonnenen ‚Sinneswahrnehmungen‘ basiert.
In diesem Seminar soll es darum gehen, einen genauen Blick auf Lockes Ausführungen in den ersten zwei Büchern der Essays zu werfen. Es wird besonderer Wert daraufgelegt, dass zentrale Begriffe analysiert und kritisiert werden, da in solch umfangreichen Werken häufig unpräzise Begriffsbestimmungen vorfindbar sind und es zu den grundlegenden Kompetenzen eines Philosophen gehört Texte auf ihre argumentative Konkordanz zu prüfen. Außerdem soll erörtert werden, welche Konsequenzen die von Locke postulierten (hier gemeint: ‚falsch angenommenen‘) Begriffsbestimmungen für eine philosophische Theorie haben können. Ziel ist es also, in der gemeinsamen Lektüre und Diskussion, John Lockes Werk erkenntnistheoretisch auf Stringenz und Konsistenz zu prüfen.
Seminar 2 Maximilian Linschmann, M.Ed.
4.03.2203 Tierethik und Tierphilosophie: Grundlagen, Kontexte und Perspektiven Dates on Tuesday. 07.09.21 - Thursday. 09.09.21 10:00 - 18:00
Während die Tierethik stärker die Handlungen des Menschen in Anbetracht der Tiere in den Blick nimmt, fragt die Tierphilosophie über moralische Pflichten hinaus nach dem Unterschied zwischen Mensch und Tier sowie nach den kognitiven Fähigkeiten von Tieren. Damit ist in diesem Seminar der Rahmen breit genug gesteckt, um neben den Grundlagen auch aktuellen Themen von der Zoonose bis zur Zoopolis Raum zu geben. Vertieft werden soll die Frage nach unserem Umgang mit Tieren. Corine Pelluchon hat in ihrem Buch "Wovon wir leben. Eine Philosophie der Ernährung und der Umwelt" (Darmstadt 2020) beispielsweise das Gewicht auf die biologischen, sozialen und umweltbedingten Voraussetzungen der Existenz gelegt, um damit perspektivisch den Dualismus Natur/Kultur zu überwinden. Diese und andere Positionen, die einen Ausblick auf ein Miteinander von Mensch und Tier geben, sollen eingehender diskutiert werden. Weitere Literatur wird bekannt gegeben.
Seminar - Priv.-Doz. Dr. Kirstin Berdina Zeyer
4.03.3706 Bildungsphilosophische Fragen zwischen den Disziplinen The course times are not decided yet.
Individuum est ineffabile – das Individuum ist unfassbar. Dessen Einzigartigkeit verbietet die Formulierung eines einheitlichen, für alle gültigen Bildungsideals. Vielmehr ist jedes Individuum sein eigenes Original. Es ist für seine eigene Selbsterschaffung verantwortlich, indem es sein eigenes Geschick ergreift, und es hat sich von allem moralischen „Du sollst!“ oder „Du sollst nicht!“ befreit. Diese radikale Konsequenz zog Friedrich Nietzsche aus der modernen Erfahrung der Kontingenz. Nietzsche zufolge bleibt das souveräne Individuum sich selbst treu, auch gegen die Kontingenzen des Schicksals. Das sich-selbst-gerecht-Werden fungiert als Maßstab für das Gewissen des „vornehmen Menschen“.
Im Seminar werden die Aporien und Fallstricke der Konzeption Nietzsches insbesondere mit Blick auf seine Schrift „Zur Genealogie der Moral“ (1887) entfaltet und mit der nicht weniger radikalen Konzeption Albert Camus‘ konfrontiert. Für Camus stellt sich die Frage des individuellen Sollens angesichts der Erfahrung des Absurden. Im Seminar wird von Camus „Der Mythos des Sisyphos“ gelesen.
Die Veranstaltung ist interdisziplinär angelegt; bildungstheoretische und philosophische Perspektiven werden verschränkt. Sie findet vom 26.-30.07.2021 als Blockseminar statt. Das Seminar wird zusammen mit Studierenden von der WWU Münster durchgeführt in Kooperation mit Prof. Dr. Steffi Heilekamps. Das Seminar findet digital statt im Rahmen einer synchronen Lehrveranstaltung.
Seminar - Prof. Dr. Christa Runtenberg
4.03.9003 Kolloquium für Abschlussarbeiten Tuesday: 10:00 - 12:00, weekly (from 13/04/21)

Das Kolloquium bietet eine Unterstützung für alle Arten von Abschlussarbeiten, ob Bachelor‑, Master-, Magister- oder Staatsexamensarbeit. Es können Gliederungen, Exposés, vorbereitende Hausarbeiten und mehr oder weniger fertige Ausschnitte der jeweiligen Texte vorgestellt und besprochen werden. Ebenso ist es möglich, Werke anderer Autoren zu diskutieren, wenn sie im Zentrum der Abschlussarbeit stehen. Außerdem werden wir uns mit den allgemeinen formalen und inhaltlichen Vorgaben für Abschlussarbeiten beschäftigen.
Colloquium 2 Prof. Dr. Mark Siebel
4.03.2401 Kulturwissenschaftliches Denken um Aby Warburg – Eine ideengeschichtliche Einführung Monday: 20:00 - 22:00, weekly (from 12/04/21)

Es werden ungefähr 200 Seiten an Lesestoff vier Wochen vor Semesteranfang in den Dateiordner gestellt. Wer nicht bereit ist, diese Texte selbständig zu studieren, sollte sich nicht anmelden. Die Texte werden gut verständlich, aber anspruchsvoll sein.
Im Hamburger Warburg-Haus wird uns vor allem Karen Michels führen, die über Warburg eine Monographie schrieb.
Seminar 2 Prof. Dr. Matthias Bormuth
4.03.1154 Kritisches Denken Monday: 10:00 - 12:00, weekly (from 12/04/21)

Dieses Seminar mit Vorlesungscharakter soll Ihr kritisches Denken insofern anregen, als es Ihnen helfen soll, Fehlschlüsse zu identifizieren und damit Denkfehler zu vermeiden. Zuerst wird es darum gehen, wie man Schlüsse bzw. Argumente analysiert und was deduktiv gültige von induktiv gültigen Argumenten unterscheidet. Nach der Unterscheidung zwischen Entdecken, Begründen und Erklären werden verschiedene Arten deduktiver Fehlschlüsse thematisiert. Anschließend stehen induktive und dabei insbesondere statistische und kausale Fehlschlüsse im Blickpunkt. Zur Veranschaulichung werden viele reale Beispiele aus Wissenschaft und Alltag herangezogen.
Seminar 2 Prof. Dr. Mark Siebel
4.03.9903 Information zum Bachelorarbeitsmodul The course times are not decided yet.
Im Bachelorarbeitsmodul gibt es keine eigens ausgewiesene Begleitveranstaltung. Die Studierenden können nach Absprache mit der/dem betreuenden Gutachter/in aus den Aufbaumodulen eine zum Bachelorarbeitsthema passende Veranstaltung belegen. Es ist auch möglich, statt eines Seminars ein Kolloquium zu belegen.
WICHTIG: Als Begleitveranstaltung darf keine Veranstaltung gewählt werden, die bereits im Rahmen eines anderen Moduls belegt wird.
miscellaneous - in Bearbeitung
4.03.2303 Ludwig Wittgenstein: Tractatus logico-philosophicus Monday: 18:00 - 20:00, weekly (from 12/04/21)

Ludwig Wittgenstein ist einer der bedeutendsten Philosophen des 20. Jahrhunderts. Seine bekanntesten Schriften „Tractatus logico-philosophicus“ und „Philosophische Untersuchungen“ haben großen Einfluss ausgeübt. Andererseits ist gerade der „Tractatus“ wegen seiner aphoristischen Form und vieler stillschweigender Voraussetzungen schwer verständlich. Deshalb soll das Seminar durch Lektüre und Interpretation ausgewählter Passagen einen Zugang zu dieser Schrift und der Frühphilosophie Wittgensteins eröffnen. Dabei geht es um die Beziehung zwischen Sprache und Welt bzw. Sprache und Denken, die Funktion der Sprache, ihre logische Struktur, die Bedeutung von Wörtern und Sätzen, die Grenzen der Sprache und des Denkens sowie um das Verhältnis von Philosophie und Sprachanalyse.
Das Seminar findet online und synchron statt.
Voraussetzung für den Besuch des Seminars ist der erfolgreiche Abschluss der Basismodule „Theoretische Philosophie“ und „Logik“. Leistungsnachweise können in Form eines Referates (mit Ausarbeitung) oder einer mündlichen Prüfung (BBB) erbracht werden.
Textgrundlage: Ludwig Wittgenstein, Tractatus logico-philosophicus, edition suhrkamp 12.
Seminar - Wilhelm Büttemeyer
4.03.9006 Forschungskolloquium Fachdidaktik Wednesday: 18:15 - 19:45, fortnightly (from 21/04/21)

In diesem fachdidaktischen Forschungskolloquium werden alle Projekte diskutiert, die im Bereich der Fachdidaktik relevant sind. Dabei geht es um die Debatte neuer theoretischer Ansätze, um Anforderungen, die sich aus schul- oder universitätsorganisatorischer Hinsicht ergeben, um die verschiedenen Forschungsprojekte (Dissertation, Veröffentlichungen, empirische Projekte, konzeptionelle Arbeiten etc.)
Im Kolloquium steht nicht die Präsentation vollständig abgeschlossener Arbeiten im Mittelpunkt. Im Zentrum stehen die Denk-Ergebnisse, die im Schreib- und Arbeitsprozess gerade in Bewegung sind. Die Fragestellungen, Themen, Präsentationen werden mit allen Teilnehmern und Teilnehmerinnen des Kolloquiums in konstruktiver Weise diskutiert und weiter entwickelt. Die Kultur des Feedbacks sollte diejenigen, die eine Präsentation vorstellen, in ihrem jeweils spezifischen Projekt fördern und unterstützen.
Die Veranstaltung findet in Teilpräsens statt im Modell 2: wir treffen uns in Blöcken, die zu Beginn bekannt gegeben werden, plus StudIP (Funktionen BBB und Dateien).
Colloquium 2 Prof. Dr. Christa Runtenberg
4.03.2103 Geschichtsphilosophische Hermeneutik: B. Croce, E. Auerbach, K. Löwith und R. Bultmann Monday: 16:15 - 17:45, weekly (from 12/04/21)

Geschichtsphilosophische Hermeneutik als Lehre der Struktur des Verstehens bezieht sich auf die Auslegung geisteswissenschaftlicher Überlieferung, die im Hinblick auf das zu verstehende Objekt (die syntaktisch-semantische Aussage einer Idee, eines Axioms oder eines theoretischen Konstrukts) zugleich die Subjekte des Verstehens und deren je unterschiedliche Voraussetzungen (den Autor und die Leserschaft in ihrer Zeitlichkeit) betreffen. Als philosophische Methodologie der Interpretation lässt sich das hermeneutische Verfahren hinsichtlich seines Ursprungs auf die Auslegung buchstäblicher, figural-symbolischer, historisch-moralischer und eschatologischer Konstituenten (vierfacher Schriftsinn) der Heilsbotschaft der Bibel zurückführen.
In der ersten Hälfte des 20. Jahrhundert brach geschichtsphilosophische Hermeneutik die Grenzen traditioneller, von den Kirchenvätern festgelegten Bibelexegese bzw. den Kanon klassisch-antiker rhetorischer Verfahren auf, hatten sich doch neue Ansätze innerhalb der dialektisch ausgerichteten Geschichtsphilosophie, Ästhetik, Kulturwissenschaft, Theologie und Literaturwissenschaft herausgebildet, weshalb das Seminar vier ihrer prominentesten Vertreter vorstellen möchte. Dabei ist dem Italiener Benedetto Croce eine maßgebliche Rolle beizumessen, denn er war es gewesen, der die Rolle Hegels und Giambattista Vicos als hermeneutische Geschichts- und Kulturphilosophen wiederentdeckte und in den deutschsprachigen Kulturraum vermittelte. Der mit Croce befreundete Erich Auerbach übersetzte Vicos „Neue Wissenschaft“ im Jahr 1924 ins Deutsche und eröffnete damit den beabsichtigten Sinn der Auseinandersetzung mit Vico, die später von Karl Löwith und dem protestantischen Theologen Rudolf Bultmann aufgegriffen wurde. Mit der Wirkungsgeschichte Vicos geschieht zugleich auch die neue Diskussion von Hegels Geschichtsphilosophie und Marx‘ dialektischem Geschichts-, Wirklichkeits- und Klassenbegriff. Daher ist zu fragen, nach welchen Kriterien die unterschiedlichen Deutungspraxen ausgerichtet sind, wie oder ob sie sich überschneiden und welche anthropologischen und säkularen Ansätze zu den Themenfeldern Mensch, Geschichte, Natur, Wahrheitsfindung (Episteme versus Doxa), Sprache, Denken, Gesellschaft (Demokratie, Sozialismus, Kommunismus), Fortschritt, Religion und Religionskritik mit Vico, Hegel und Marx hermeneutisch verknüpft sind.
Das Seminar richtet sich an fortgeschrittene Bachelor- und Masterstudierende sowie an Gasthörer, die durch regelmäßige Lektüre und Teilnahme ihren Denkhorizont erweitern und sich zu vertiefenden Studien anregen lassen möchten. Zum Einstieg sollte Rudolf Bultmanns Essay „Das Problem der Hermeneutik“ (1950) gelesen sein; zur Vorbereitung auf die erste Sitzung die angegebenen Abschnitte aus Croces Monographie „Lebendiges und Totes in Hegels Philosophie“ (1909). Alle Texte werden im Handapparat der Universitätsbibliothek zur Verfügung stehen. Das Seminar findet im Online-Modus auf Big Blue Button (STUD.IP) statt.
Primärtexte:
Auerbach, Erich: Vorrede des Übersetzers. In: Giambattista Vico: Die Neue Wissenschaft über die gemeinschaftliche Natur der Völker. Nach der Ausgabe von 1744 übersetzt und eingeleitet von Erich Auerbach. München: Allgemeine Verlagsanstalt 1924, S. 7-39.
– Giambattista Vico und die Idee der Philologie [1936]. In: Ders.: Gesammelte Aufsätze zur romanischen Philologie. Herausgegeben und ergänzt um Aufsätze, Primärbibliographie und Nachwort von Matthias Bormuth und Martin Vialon. Tübingen: Narr Francke Attempto 2018, S. 226-234.
– Philologie als kritische Kunst [1947]. In: Martin Vialon: Erich Auerbach: ‚Philologie als kritische Kunst‘. Neue Einleitung zur Scienza Nuova (1947) – Edition, Kommentar und Nachwort. In: Peter König (Hrsg.): Vico in Europa zwischen 1800 und 1950. Heidelberg: Universitätsverlag Winter 2013, S. 223-319, hier: S. 224-243.
Bultmann, Rudolf: Adam, wo bist du? Über das Menschenbild der Bibel [1945]. In: Glauben und Verstehen. Gesammelte Aufsätze. Zweiter Band. Mohr Siebeck 1952, S. 105-116.
– Das Christentum als orientalische und als abendländische Religion [1949]. In: Ebd., S. 187-210.
– Das Problem der Hermeneutik? [1950]. In: Ebd., S. 211-235.
– Geschichte und Eschatologie [1955]. Tübingen: Mohr Siebeck, 3. Auflage 1979.
Croce, Benedetto: Lebendiges und Totes in Hegels Philosophie. Deutsche, vom Verfasser vermehrte Übersetzung von K. Büchler. Heidelberg: Carl Winter’s Universitätsbuchhandlung 1909, S. 1-81.
– Die Philosophie Giambattista Vicos [1911]. Nach der 2. Auflage übersetzt von Erich Auerbach und Theodor Lücke. Tübingen: Verlag von J. C. B. Mohr (Paul Siebeck) 1927, S. 1-94.
– Aesthetik als Wissenschaft vom Ausdruck und Allgemeine Sprachwissenschaft. Theorie und Geschichte. Nach der sechsten erweiterten italienischen Auflage übertragen von Hans Feist und Richard Peters. Tübingen: Verlag von J. C. B. Mohr (Paul Siebeck) 1930, S. 229-244.
Löwith, Karl: Weltgeschichte und Heilsgeschehen. Die theologischen Voraussetzungen der Geschichtsphilosophie [1949]. Stuttgart: W. Kohlhammer Verlag 41961, S. 38-54, 55-61, 109-128.
– Die beste aller Welten und das radikal Böse im Menschen [1959/60]. In: Ders.: Sämtliche Schriften 3. Wissen, Glaube und Skepsis. Zur Kritik von Religion und Theologie. Stuttgart: J. B. Metzlersche Verlagsbuchhandlung 1985, S.275-297.
– Vermittlung und Unmittelbarkeit bei Hegel, Marx und Feuerbach [1966]. In: Ders.: Sämtliche Schriften 5. Hegel und die Aufhebung der Philosophie – Max Weber. Stuttgart: Metzlersche Verlagsbuchhandlung 1988, S. 186-220.
Sekundärliteratur:
Conte, Domenico: Weltgeschichte und Pathologie des Geistes. Benedetto Croce zischen Historischem Denken und Krise der Moderne [2005]. Aus dem Italienischen übersetzt von Charlotte Voermanek. Leipzig: Leipziger Universitätsverlag 2007.
Habermas, Jürgen: Karl Löwiths stoischer Rückzug vom historischen Bewußtsein [1963]. In: Ders.: Philosophisch-politische Profile. Frankfurt/Main: Suhrkamp Verlag 1971, S. 116-140.
Hamann, Konrad: Rudolf Bultmann. Eine Biografie. Tübingen: Mohr Siebeck 2009.
Lönne, Karl-Egon: Benedetto Croce. Vermittler zwischen deutschem und italienischem Geistesleben. Tübingen: A. Francke Verlag 2002.
Löwith, Karl: Welt, Geschichte, Deutung. Herausgegeben von Galili Shahar und Felix Steilen. Göttingen: Wallstein Verlag 2019 (Tel Aviver Jahrbuch für deutsche Geschichte, Bd. 47).
Zeitplan:
12.04.2021 Einführung; Croce: Totes und Lebendiges in Hegels Philosophie
19.04.2021 Croce: Totes und Lebendiges in Hegels Philosophie
26.04.2021 Croce: Die Philosophie Giambattista Vicos
03.05.2021 Croce: Die Philosophie Giambattista Vicos
10.05.2021 Auerbach: Vorwort des Übersetzers
17.05.2021 Auerbach: Giambattista Vico und die Idee der Philologie
24.05.2021 Pfingstmontag
31.05.2021 Auerbach: Philologie als kritische Kunst
07.06.2021 Löwith: Weltgeschichte und Heilsgeschehen
14.06.2021 Löwith: Die beste aller Welten und das radikal Böse im Menschen
21.06.2021 Bultmann: Adam, wo bist Du? Das Christentum als orientalische und abendländische Religion
28.06.2021 Bultmann: Das Problem der Hermeneutik
05.07.2021 Bultmann: Eschatologie und Geschichte
12.07.2021 Bultmann: Eschatologie und Geschichte, Abschlussbesprechung
Seminar 2 Prof. Dr. Martin Vialon, (Yeditepe Universität Istanbul)
4.03.1201e Einführung in die Praktische Philosophie Tuesday: 16:00 - 18:00, weekly (from 13/04/21)

Tutorial - Maximilian Paul Schulz
4.03.8009 Begleitveranstaltung zum Orientierungspraktikum/Berufsfeldbezogenem Praktikum im Fach Philosophie/Werte und Normen Dates on Monday. 19.04.21, Monday. 03.05.21, Monday. 31.05.21, Monday. 21.06.21 16:00 - 18:00
Die Begleitveranstaltung zum Orientierungspraktikum/Berufsfeldbezogenem Praktikum im Fach Philosophie/Werte und Normen ist als Vorbereitungsveranstaltung gedacht und verfolgt folgende Ziele:
  • Allgemeine Informationen zum Orientierungspraktikum sowie berufsfeldbezogenem Praktikum im Fach Philosophie/Werte und Normen
  • Ziele des Praktikums
  • Hinweise zum Anfertigen des Praktikumsberichtes
  • Diskussion möglicher Schwerpunktthemen für den Teil "Philosophische Reflexion" des Praktikumsberichtes
miscellaneous - apl. Prof. Dr. Hans-Georg Bensch
4.03.2508 Miteinander leben lernen religiös und/oder philosophisch? Überlegungen zur Begründung Monday: 14:00 - 16:00, weekly (from 12/04/21)

„In Zeiten neuer Konflikte zwischen Ost und West, Nord und Süd ist eines klar geworden: Auf dieser einen Welt müssen wir miteinander leben lernen, ungeachtet trennender Ideologien, Religionen, Überzeugungen.
Aber wie macht man das?
Woran müssen wir uns orientieren?
Gibt es so etwas wie einen gemeinsamen Nenner, der für alle Menschen gilt?“
Diesen Fragen, zitiert vom Klappentext der Monografie „Miteinander leben lernen“ (München 2008) von Hans-Martin Schönherr-Mann, soll im Seminar in mehreren Schritten nachgegangen werden.
Nach einer formalen und inhaltlichen Einführung in das Seminar wird das Ethos in 7 Religionen (Judentum, Christentum, Islam, Hinduismus, Buddhismus, Konfuzianismus und Taoismus) vorgestellt und in einer zusammenfassenden Reflexion nach grundlegenden ethischen Gemeinsamkeiten und nach Verschiedenheiten befragt.
Aus philosophischer Perspektive werden 3 Ansätze beleuchtet:
Der verantwortungsethische (Max Weber, Hans Jonas).
Der kommunikationstheoretische (Karl Jaspers, Hans Gadamer).
Der konsenstheoretische (Jürgen Habermas, Johne Rawls).
In einer abschließenden Reflexion geht es um die Behauptung und Begründung gemeinsamer Grundwerte und Grundtugenden in Religionen und den genannten philosophischen Ansätzen und somit um den Kern eines so genannten Weltethos.
Die Seminarteilnehmerinnen und -teilnehmern sollen je nach den prüfungsrelevanten Erfordernissen durch Referate oder andere geeignete Methoden in Aspekte der Fragestellungen einführen, anschließende Gruppenarbeiten initiieren, Diskussionen moderieren und die jeweiligen Ergebnisse in prägnanten Thesen zusammenfassen.
Geplant und erhofft ist angesichts der Coronapandemie der Modus einer Hybridveranstaltung, in der zur Reduzierung der real Teilnehmenden auf die raumbezogen zulässige Zahl der Personen in zweiwöchigem Rhythmus mal die eine, mal die andere Hälfte real bzw. virtuell mittels BigBlueButton die jeweilige Sitzung aktiv mitgestaltet.
Sollte die Universitätsleitung nur Online-Lehre zulassen, würde das prinzipiell an der Durchführung der Veranstaltung nichts ändern.
Dazu ist sicher Literatur von Hans Küng zum Projekt ‚Weltethos’ sowie die oben genannte Monografie von Hans-Martin Schönherr-Mann hilfreich.
Weitere Literatur wird mit dem Verlaufsplan des Seminars rechtzeitig bekannt gegeben.
Seminar 2 Prof. Dr. Stefan Scheld
4.03.9009 Kolloquium für Abschlussarbeiten Wednesday: 12:00 - 14:00, weekly (from 14/04/21)

Die Beratung im Prozeß der Themenfindung ist ebenso vorgesehen, wie Begleitung in allen anderen inhaltlichen und formalen Fragen, die mit Vorbereitung und Realisierung der jeweiligen Abschlußarbeiten zusammenhängen. Besondere Bedeutung kann auch der gemeinsamen Diskussion und dem Erfahrungsaustausch zukommen.
Colloquium 2 apl. Prof. Dr. Susanne Möbuß
4.03.1005 Kant: Kritik der praktischen Vernunft (Fortsetzung) Friday: 10:15 - 11:45, weekly (from 16/04/21)

Fortsetzung aus dem Wintersemester 2020/2021
Seminar 2 Niklas Angebauer
4.03.1153 Mythentheorien zwischen Ernst Cassirer und Hans Blumenberg Tuesday: 08:00 - 10:00, weekly (from 13/04/21)

Die Mythentheorie gibt seit ihrer Entstehung im 18. Jahrhundert Anlass zu beständigem Streit. Sei es der Anspruch auf eine eigenständige Wahrheit im Mythos, sei es die Zurückweisung dessen als Naivität – die Bewertungen des Phänomens sind vielfältig und kontrovers. Gleichwohl entstehen im 20. Jahrhundert eine Reihe von Werken über die Bedeutung des Mythos, die je für sich die Philosophie des 20. Jahrhunderts prägen. Fünf von ihnen sollen im Seminar besprochen werden, um die Bedeutung, die Wirkmacht, das Gewaltpotenzial aber auch die eigenständige Erkenntnisfunktion von Mythen nachzuvollziehen. Ernst Cassirer Philosophie der symbolischen Formen 1923-29; Max Horkheimer und Theodor W. Adorno Dialektik der Aufklärung 1944; Claude Lévi-Strauss Die Struktur der Mythen 1955; Roland Barthes Mythen des Alltags 1947; Hans Blumenberg Arbeit am Mythos 1979. Diese Theorien wenden sich dem Verhältnis des Mythos zu Politik und Macht, Sprache und Zeichensystem, Medialität und Manipulation. Damit schwindet der Gegensatz von Mythos und Logos und die politische Dimension des Mythos rückt zunehmend in den Fokus. Diese Perspektive soll im Seminar auf ihre Bedeutung für gegenwärtige Entwicklungen hin geprüft werden.
Seminar 2 Dr. phil. Nils Baratella
4.03.2205 Freiheit und Kapitalismus Friday: 14:15 - 15:45, weekly (from 16/04/21)

"Nach Golde drängt, /
Am Golde hängt /
Doch alles! Ach wir Armen!" (Goethe, Faust)

„Der Knecht singt gern ein Freiheitslied /
Des Abends in der Schenke“ (Heine, An einen politischen Dichter)

„Von klein auf stehen wir im Wettbewerb. Ob um den Sieg beim 50-Meter-Lauf, das entscheidende Tor beim Fußballspiel gegen die Nachbarskinder oder die besten Noten in der Klassenarbeit. Immer messen wir uns, immer gibt es einen, der gewinnt, und andere, die das Nachsehen haben.
In der Wirtschaft ist das nicht anders: Unternehmen stehen in Konkurrenz um Aufträge, Personal und Kunden. Die Kunden selbst konkurrieren um günstige Produkte und Arbeitsplätze. Wettbewerb spornt die Beteiligten an und macht sie zu Siegern und Verlierern. Das ist gut so.
Aber: Anders als beim Spiel, gibt es in der Wirtschaft nicht nur Gewinner und Verlierer, sondern häufig ausschließlich Gewinner. Denn jede freiwillig abgeschlossene Vereinbarung ist zum Vorteil für beide Seiten, für den Kunden wie für den Anbieter, für den Arbeitnehmer wie für den Unternehmer. Ein für eine Seite nachteiliger Abschluss kann bei freier Entscheidung nicht zustande kommen.
Außerdem: Der Wettbewerb treibt die Wirtschaft an. Er bringt Unternehmen an ihre Grenzen und zu Bestleistungen. Davon profitieren Konsumenten genauso wie Produzenten. Denn Wettbewerb führt zu Qualitätssteigerungen und Produktinnovationen, er zwingt Unternehmen zu Kosteneffizienz und erzeugt einen Markt mit vielfältigen Waren zu akzeptablen Preisen.
In einer Welt ohne Wettbewerb würde die Wirtschaft stagnieren. Aus wissenschaftlicher (sic) Sicht hat der Wettbewerb folgende Funktionen:
• Innovation: Nur Unternehmen, die immer wieder neue Produkte entwickeln und bereits vorhandene stetig verbessern, können erfolgreich sein und sich am Markt halten. (...)
• Freiheit: Wettbewerb bedeutet Vielfalt und eröffnet damit eine Vielzahl von Handlungsmöglichkeiten. Jeder Marktteilnehmer hat die Freiheit zu wählen, zum Beispiel wo er arbeitet und welches Produkt er kauft. (...)
• Koordination: Der Wettbewerb koordiniert die Produktion so, dass auf den Märkten jederzeit nur Waren und Dienstleistungen in der Art, Qualität und Menge angeboten werden, die der Nachfrage entsprechen.
• Allokation: Wettbewerb regelt den optimalen Einsatz der Produktionsfaktoren Arbeit, Boden und Kapital. So werden Maschinen dort eingesetzt, wo sie gebraucht werden und Arbeitskräfte in denjenigen Berufen ausgebildet, in denen sie benötigt werden.
• Verteilungsfunktion: Jeder erhält, was er verdient: Das Einkommen des Einzelnen richtet sich im freien Wettbewerb nach dessen Leistung, bewertet zu Preisen, die die Marktteilnehmer zu zahlen bereit sind.
Voraussetzung für einen funktionierenden Wettbewerb sind zwei oder mehr Marktteilnehmer, die miteinander in Konkurrenz stehen. Zu einem fairen Wettbewerb, der allen Teilnehmern Chancengleichheit gewährt, gehören aber auch Spielregeln: die rechtlichen Grundlagen, die beispielsweise private Eigentumsrechte, Gewerbefreiheit und Vertragsfreiheit umfassen.“ (Quelle: www.insm.de)

Soweit ein Ausschnitt der landläufigen Selbstdeutung der „sozialen Markwirtschaft“ als das real existierende „Reich der Freiheit“. Man fragt sich nur, wie in dieses marktwirtschaftliche Eden, wie in diese beste aller möglichen Welten so unfassbar viel und entsetzliches und ganz und gar unparadiesisches Elend kommen konnte: Globale Wirtschaftskrisen, Welthunger und globale Armut, kein Zugang zu sauberem Wasser, medizinischer Versorgung und Bildung für den größten Teil der Menschheit; elende Arbeitsbedingungen, Ausbeutung, Hungerlöhne, Kinderarmut, Armut ‚trotz’ Arbeit, Altersarmut (alles auch in der 'freien Welt'), Arbeitslosigkeit etc. etc. etc. - - und das alles bei gleichzeitig vorhandenem ungeheuren privaten Reichtum - - nicht zu sprechen von den „Bestleistungen“ der Ramschwarenindustrie und so schönen „Innovationen“ wie ‚Lasagne mit Pferd’. Das sind dann doch ein bisschen viel bloße 'Auswüchse' von den "Koordinations"leistungen dieser „idealen Welt“ (ebd.) des Marktes mit „häufig ausschließlich Gewinnern“, um sich nicht mal zu fragen, ob die Misere nicht vielleicht System hat.

Die Seminarlektüre wird in Stud.IP zur Verfügung gestellt.

Weiterführende Literatur:
Hermann Lueer: Kapitalismuskritik und die Frage nach der Alternative, 2. überarbeitete Auflage 2015.
Hermann Lueer: Warum verhungern täglich 100.000 Menschen?, Münster 2007.
Michael Heinrich: Kritik der politischen Ökonomie. Eine Einführung, Stuttgart 2005.
Margaret Wirth / Wolfgang Möhl: Arbeit und Reichtum, München 2014.
Georg Fülberth: Kapitalusmus, Köln 2018.
Christoph Butterwegge: Ungleichheit in der Klassengesellschaft, Köln 2020.
Christoph Butterwegge: Armut, Köln 2019.
Klaus Müller: Lohnarbeit und Arbeitslohn, Köln 2018.
Klaus Ottomeyer: Ökonomische Zwänge und menschliche Beziehungen. Soziales Verhalten im Kapitalismus, Rowohlt 1977.
Seminar 2 Dr. Samuel Klar
4.03.9002 Kolloquium für Abschlussarbeiten/Forschungskolloquium Monday: 16:00 - 18:00, weekly (from 12/04/21)

Im Kolloquium werden aktuelle Forschungsfragen der Praktischen Philosophie behandelt. Das Programm setzt sich dabei aus drei Teilen zusammen: Erstens werden Neuerscheinungen besprochen. Zweitens können Autorinnen und Autoren zur gemeinsamen Diskussion eingeladen werden. Drittens können Teilnehmende ihre Texte (Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Aufsätze, Buchkapitel etc.) zur Debatte stellen. Am Kolloquium können Bachelorstudierende, Masterstudierende, Promovierende sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter teilnehmen. Das Semesterprogramm wird in der ersten Sitzung bestimmt. Das Kolloquium findet online über BBB statt.
Colloquium 2 Prof. Dr. Tilo Wesche
4.03.1201p Einführung in die Praktische Philosophie (Tutorin: Katrin Henkelmann) Thursday: 14:00 - 16:00, weekly (from 13/04/21)

Tutorial - Katrin Henkelmann
Dr.phil. Ingo Elbe
4.03.3802 Philosophieren mit Kindern Tuesday: 12:00 - 14:00, weekly (from 13/04/21)

Insbesondere seit den 70er Jahren werden für Bildungsangebote mit Kindern verschiedene Ansätze entwickelt, die darauf zielen, ‚philosophische Gespräche mit Kindern‘ anzuregen. Sie wurden und werden sowohl inner- als auch außerschulisch praktiziert.
Die verschiedenen Ansätze gründen (im- oder explizit) auf spezifischen Annahmen darüber, was unter ‚philosophieren‘ zu verstehen ist – und leiten daraus etwa bestimmte Zielsetzungen und Vorgehensweisen für entsprechende Bildungsangebote ab. Um die Ansätze inklusive ihrer Praxisvorschläge beurteilen zu können, ist es unerlässlich, selbst nach Gegenstand und Aufgabe von Philosophie zu fragen. Im Seminar gehen wir diesen Fragen in gemeinsamer Textlektüre nach – um die gemachten Erkenntnisse schließlich auf einflussreiche Strömungen des ‚Philosophierens mit Kindern‘ beziehen zu können.
Seminar 2 Caroline Kather
4.03.2208 Natur und Demokratie in Amerika: R.W. Emerson, W. Whitman und D.H. Thoreau Tuesday: 14:15 - 15:45, weekly (from 13/04/21)

Nach der im November 2020 erfolgten Abwahl des US-Präsidenten D. Trump ist es angebracht, den philosophischen Fragehorizont auf die Ursachen sich musterhaft wiederholender Polarisierungen amerikanischer Gesellschaftsverhältnisse zu lenken. Trumps Verlogenheit und Aufwiegelungsrhetorik trugen nach der Wahlniederlage dazu bei, dass gesetzeswidrige Handlungen die Demokratie vor ihrem Abgrund zeigten: Ein extremistischer Mob unter Neo-Nazi-Beteiligung hatte am 6. Januar 2021 das Capitol in Washington erstürmt, als der neue Präsident J. Biden bestätigt werden sollte. Das organisierte Chaos bildet das bedrohliche Dispositiv identitärer Bewusstseinsstrukturen und sozialer Interaktionen republikanischer Wählerschaft ab, deren Zweck in der Herabwürdigung und Nichtanerkennung demokratischer Institutionen besteht. Von der Sprache entfremdete Menschen und deren Körper sind leichte Beute für politischen Missbrauch geworden. Welche Rolle können für eine prozessuale Erneuerung die Philosophie und Dichtung des 19. Jahrhunderts spielen?
Die beiden Begriffe „Natur“ und „Demokratie“ miteinander zu verknüpfen, so dass die existentiell-praktische und metaphysische Verhältnisbestimmung der Bedingungen des gesellschaftlichen Seins nachvollziehbar werden können, markieren den Ansatzpunkt der Lehrveranstaltung. Beide Termini sind erkenntnisleitend nicht dem Erörterungsgegenstand willkürlich aufgepfropft worden, sondern den denkend-dichterischen und dichterisch-denkenden Positionen von Emerson (1803-1882), Thoreau (1817-1862) und Whitman (1819-1892) abgelauscht. Als Mitbegründer der amerikanischen Renaissance im 19. Jahrhundert hatten sie das humanistische Erbe Europas im Sinne einer translatio studii aufgriffen, aber auch formbildend und semantisch durch philosophisch-poetische Kritik und daraus folgenden Verwerfungen gegenüber staatlichen Verkrustungen verändert.
Emerson und Thoreau gründeten in Concord, gelegen an der Ostküste im Bundesstaat Massachusetts, dem amerikanischen Gegenstück zu dem durch Wieland, Herder, Goethe und Schiller idealistisch konzipierten Fürsten- und Erziehungshof von Weimar, ein demokratisches Denkzentrum, in dem die Abschaffung der Sklaverei schon vor dem Sezessionskrieg gefordert, die transzendentale Bestimmung der Freiheit vorgenommen, ästhetische Diskurse über christlich-unitaristische Tendenzen innerhalb der Grenzen der Religion geführt oder ein phänomenologischer Sprach- und Wissenschaftsbegriff als umfassendes Modernekonzept entwickelt wurde, an dem auch der Dichter Walt Whitman großen Anteil hatte. Die in Blankversen gehaltene Gedichtsammlung „Leaves of Grass“ (1855) und der Traktat „Democratic Vistas“ (1871) belegen die Zusammengehörigkeit von Individualismus und Vergesellschaftung als Ausdruck eines großen Gesanges vom Selbst und dessen eingreifender Tätigkeit auf der Erde, woraus die Gemeinschaftsidee liebender Schwester- und Brüderschaft als solidarische Geisteshaltung hervorgeht. Das sozialpolitische Telos besteht darin, alte Feudalstrukturen und orthodox-kirchliche Vorstellungen abzustreifen, um sich selbst regieren zu lernen.
Im Kontext der Vernichtung indianischer Kulturen, expansiver Landnahme und Industrialisierung waren alternative Lebensformen wie Thoreaus schriftstellerische Einsiedelei am Walden Pond oder Selbstverwirklichungsprojekte in nachhaltigen Landkommunen entstanden. Emerson und seine Freunde schrieben und sprachen über philosophisch-literarische Erziehungskonzepte, feministische Ideen (Margret Fuller) und praktizierten naturverbundene Lebensstile (u. a. kontemplative Wanderungen in den Wäldern Neuenglands), wodurch intellektuell weitreichende Anstöße für spätere politische Akteure wie die amerikanische Bürgerrechts-, Studenten- und Hippiebewegung, den libertären Anarchismus, die Occupy-Solidarität oder Black Lives Matter erfolgten.
Kurzum: Ob und wie Natur als Subjekt eigenen Rechts und Demokratie als kreatives Mittel des Zoon politikon aufzufassen sei und sich zu einer ethischen Synthese verdichten, wird anhand literarisch-philosophischer Gattungen von Gedichten, Traktaten, Vorträgen, Tagebucheinträgen und Essays untersucht. Leidenschaftliche Stimmen und anschaulich-poetische Denkbilder der „Kinder des Waldes“ (Emerson) sprechen zu uns in eine von Infantilismus und selbstverschuldeter Corona-Separierung geprägten Zeit. Gleichsam spiegelbildlich erzählen sie, dass technologische Fortschrittsideologie und anarchische Wirtschaftsweise allen Lebewesen den Garaus macht und keine Erlösung von den Grundübeln der Egomanie, Gier und Gleichgültigkeit bietet. Heute sind es die im Silicon Valley konzentrierten High-Tech-Unternehmen, die durch algorithmischen Erfindungsreichtum das Alltagsbewusstsein steuern und zugleich die Reduktion dreidimensionalen Denkens vorantreiben. Von den Algorithmen ihrer Zeit – dem Summen neuer Telegraphenkommunikationsleitungen entlang der Eisenbahnlinien – waren Emerson & Co genauso wie vom langsummenden Balzruf des dämmerungsaktiven Goat Milker (Ziegenmelker, Familie der Caprimulginae) fasziniert, aber sie erkannten die Zunahme unsinnlicher Ähnlichkeit des Menschen mit sich selbst und formulierten einen fundamentalen Kulturwandel, indem durch die Verbindung von Natur und Geist ein neues moralisches Gesetz entsteht. Im Kern beruht es auf der von antiken, religiösen und humanistischen Vorbildern (Anaximander, Platon, Paulus, Montaigne, Goethe) begründeten Achtung der Kreatur und dem zweckdienlichen Zusammenwirken aller natürlich-organischen Teile des Kosmos, worin sich die symbiotische Nutzbarkeit und Dienlichkeit der Natur als sich selbst stabilisierendes Apeiron erweist. Der Mensch ist nur ein Teil, nicht Herr der Natur, denn er hat sich den dynamisch wiederkehrenden Naturprozessen einzuordnen.
Voraussetzungen und Organisationsform: Lust und Freude am Lesen als forschendem Lernen und gemeinsamer Austausch über die ausgewählten Textsorten. Vorbereitende Lektüre von Emersons Essay „Natur“ und der beiden Aufsätze des deutsch-amerikanischen Komparatisten Hans Ulrich Gumbrecht (s. Bibliographie) für die erste Seminarsitzung.
Das Seminar findet im Online-Modus auf Big Blue Button (STUD.IP) statt. Die selbständige Aneignung der Primärtexte (vgl. auch die im „Zeitplan“ aufgelisteten Werke) ist relevant, und ferner sind Bestons soziologische Vogelbeobachtungen als Fortschreibung des von Thoreau mitbegründeten Topos zu empfehlen. Die ausgewählte Forschungsliteratur kann bei der Abfassung von Leistungsnachweisen herangezogen werden und den Zugriff auf verschiedene Kontexte erleichtern. Alle Texte sind über meinen in der UB Oldenburg eingestellten Handapparat zugänglich. Wer sich eine eigene Handbibliothek aufbauen möchte, kann im Buchhandel, bei „antiquariat.de“ oder im „Zentralen Verzeichnis antiquarischer Bücher“ (ZVAB) die angegebene Literatur erwerben. Absprachen von Essays, Hausarbeiten, akademischen Abschlussarbeiten (Bachelor, Master) sind willkommen.
Primärliteratur:
Beston, Henry: Das Haus am Rand der Welt [1928]. Ein Jahr am großen Strand von Cape Cod. Aus dem Amerikanischen von Rudolf Mast. Mit einem Nachwort von Cord Reichelmann [1928]. Hamburg: Mareverlag 2018.
Emerson, Ralph Waldo: Natur [1836]. Herausgegeben und aus dem Amerikanischen übertragen von Harald Kiczka. Mit einem Nachwort auf Emerson von Hermann Grimm. Zürich: Diogenes Verlag 2003.
– Repräsentanten der Menschheit [1850]. Sieben Essays. Aus dem Amerikanischen von Karl Federn. Mit einem Nachwort von Egon Friedell. Zürich: Diogenes Verlag 1989.
– Drei Ansprachen über Bildung, Religion und Henry David Thoreau. Aus dem Englischen von Heiko Fischer. Freiburg. i. Br.: Derk Janßen Verlag 2007.
– Fortune of the Republic [1878/79]. In: The Complete Works of Ralph Waldo Emerson, Vol. XI. (Miscellanies), digitalisiert unter dem Link: RWE.org
Thoreau, Henry David: Über die Pflicht zum Ungehorsam gegen den Staat [1849]. Übersetzung, Nachwort und Anmerkungen von Walter E. Richartz. Zürich: Diogenes Verlag 1973.
– Leben ohne Prinzipien [1854]. In: Ebd., S. 37-62 (oder auch die schöne Einzeledition des Textes in der Übersetzung von Peter Kleinhempel, herausgegeben und mit einem Nachwort versehen von Frank Schäfer. Innsbruck Limbus Verlag 2017).
– Walden oder Leben in den Wäldern [1854]. Aus dem Amerikanischen von Emma Emmerich und Tatjana Fischer. Mit einem Vorwort von Walter E. Richartz. Zürich: Diogenes Verlag 2015.
– Wilde Äpfel [1859]. In: Lob der Wildnis. Aus dem amerikanischen Englisch von Esther Kinsky. Berlin: Matthes & Seitz 2014, S. 61-101.
– Vom Spazieren [1862]. Ein Essay aus dem Amerikanischen von Dirk van Gunsteren. Zürich: Diogenes Verlag 2004.
– Tagebuch I [1837-1842]. Aus dem amerikanischen Englisch von Rainer G. Schmidt. Berlin: Matthes & Seitz 2017; Tagebuch II [1843-1850], 2017; Tagebuch III [1851], 2018.
Whitman, Walt: Grashalme [1855/91892, mit über 400 Gedichten]. Nachdichtung von Hans Riesinger. Zürich: Diogenes Verlag 2019.
– Demokratische Ausblicke [1871]. Aus dem Englischen von Martin Nissen. Freiburg i. Br.: Derk Janßen Verlag 2005.
Forschungsliteratur:
Auster, Paul: Mit Fremden sprechen. Ausgewählte Essays und andre Schriften aus 50 Jahren. Herausgegeben von Laurenz Bolliger. Übersetzt von Werner Schmitz, Marion Sattler Charnitzky, Robert Habeck, Alexander von Pechmann. Hamburg Rowohlt Verlag 2020.
Curtius, Ernst Robert: Emerson. In: Ders.: Kritische Essays zur europäischen Literatur [1950]. Frankfurt/Main: Fischer Taschenbuch Verlag 1984, S. 120-137.
Graeber, David: Anarchie – oder was? Gespräche mit Mehdi Belhaj Kacem, Nika Dubrovsky und Assia Turquier-Zauberman. Aus dem Englischen von Sabine Schulz. Zürich: Diaphanes 2020.
Gumbrecht, Hans Ulrich: Das Tramp-Syndrom. In: Die Welt, 6. 11. 2020, S. 21.
– Donald Trump ist kein Irrtum der amerikanischen Geschichte. In: Neue Zürcher Zeitung, 12. 11. 2020, S. 32.
Harrison, Robert Pogue: Wälder: Ursprung und Spiegel der Kultur. Übersetzt aus dem Englischen von Martin Pfeiffer. München, Wien: Hanser Verlag 1992.
– [Review] John Matheson: The Lives of Margret Fuller. New York: Norton & Company 2012. In: The New York Review, 25. 4. 2013.
– [Review] Megan Marhall: Margret Fuller: A New American Life. Boston: Houghton Mifflin Hartcourt 2013. In: The New York Review, 25. 4. 2013.
– [Review] Selected Journals, 1820–1842 by Ralph Waldo Emerson, edited by Lawrence Rosenwald, Library of America, 910 pp.; Selected Journals, 1841–1877 by Ralph Waldo Emerson, edited by Lawrence Rosenwald. In: The New York Review, 28. 10. 2010.
– [Review] Henry David Thoreau: A Life by Laura Dassow Walls. University of Chicago Press, 615 pp.; Walden by Henry David Thoreau, with an introduction and annotations by Bill McKibben. Beacon, 312 pp.; Expect Great Things: The Life and Search of Henry David Thoreau by Kevin Dann. Tarcher Perigee, 387 pp.; Thoreau’s Animals by Henry David Thoreau, edited by Geoff Wisner and illustrated by Debby Cotter Kaspari. Yale University Press, 256 pp.; Thoreau and the Language of Trees by Richard Higgins, with a foreword by Robert D. Richardson and photographs by Richard Higgins. University of California Press, 230 pp.; The Boatman: Henry David Thoreau’s River Years by Robert M. Thorson. Harvard University Press, 315 pp.; This Ever New Self: Thoreau and His Journal. An exhibition at the Morgan Library and Museum, New York City, June 2–September 10, 2017; and the Concord Museum, Concord, Massachusetts, September 29, 2017–January 21, 2018; When I Came to Die: Process and Prophecy in Thoreau’s Vision of Dying by Audrey Raden. University of Massachusetts Press, 156 pp.; Bird Relics: Grief and Vitalism in Thoreau by Branka Arsić. Harvard Universtiy Press, 455 pp.; Thoreau’s Wildflowers by Henry David Thoreau, edited by Geoff Wisner and illustrated by Barry Moser. Yale University Press, 300 pp. In: The New York Review, 17. 8. 2017.
Herget, Winfried (Hg.): Revisiting Walt Whitman. On the Occasion of his 200th Birthday. Berlin: Peter Lang Verlag 2019.
Janßen, Derk: Walt Whitman: Grashalme, Ausblicke, Gesänge. In: Sukzession. Zwischengänge: Natur – Demokratie – Kunst. Herausgegeben von Andreas Nebelung, Derk Janßen. Freiburg i. Br.: Derk Janßen Verlag [Themenheft: Vom Untergang der Demokratie]. Nr. 1, 1/2020, S. 42-50.
Krusche, Thomas: Ralph Waldo Emersons Naturauffassung und ihre philosophischen Ursprünge. Eine Interpretation des Emersonschen Denkens aus dem Blickwinkel des deutschen Idealismus. Tübingen: Gunter Narr Verlag 1987.
Matthiessen, Francis Otto: Amerikanische Renaissance. Kunst und Ausdruck im Zeitalter Emersons und Thoreaus [1941]. Deutsch von Friedrich Thein. Wiesbaden: Metopen-Verlag 1948.
Park, Benjamin E.: Transcendental Democracy: Ralph Waldo Emerson’s Political Thought, the Legacy of Federalism, and the Ironies of America’s Democracy. In: Journal of American Studies, Vol. 48, 2, 2014, pp. 481-500.
Rorty, Richard: Achieving Our Country. Leftist Thought in Twentieth-Century America. Cambridge: Harvard University Press 1998.
Schäfer, Frank: David Henry Thoreau: Waldgänger und Rebell. Eine Biographie. Berlin: Suhrkamp Verlag 2017.
Wagner, Richard: Die Kunst des fortschreitenden Denkens: Ralph Waldo Emersons Ästhetisierung von Selbst und Gemeinschaft. Heidelberg: Universitätsverlag Winter 1999.
Weinberger, Eliot: Neulich in Amerika. Herausgegeben von Beatrice Faßbender. Aus dem Englischen von Beatrice Faßbender, Eike Schönfeld und Peter Torberg. Berlin: Berenberg Verlag 2020.
Zeitplan:
13. 04. 2021 Einführung: Gumbrechts beide Trump-Essays; Emerson: Natur (1836)
20. 04. 2021 Emerson: Natur
27. 04. 2021 Emerson: Natur
04. 05. 2021 Emerson: Drei Ansprachen (Der amerikanische Gelehrte, 1837)
11. 05. 2021 Emerson: Drei Ansprachen (Der amerikanische Gelehrte, 1837)
18. 05. 2021 Emerson: Emerson: Drei Ansprachen (Rede an der theologischen Fakultät der Universität Harvard, 1838)
25. 05. 2021 Emerson: Drei Ansprachen (Rede an der theologischen Fakultät der Harvard Universität, 1838)
01. 06. 2021 Thoreau: Über die Pflicht zum Ungehorsam gegen den Staat (1849)
08. 06. 2021 Thoreau: Über die Pflicht zum Ungehorsam gegen den Staat
15. 06. 2021 Thoreau: Leben ohne Prinzipien (1854)
22. 06. 2021 Thoreau: Vom Spazieren (1862)
29. 06. 2021 Whitman: Grashalme; Demokratische Ausblicke (1871)
06. 07. 2021 Whitman: Demokratische Ausblicke
13. 07. 2021 Emerson: The Fortune of the Republic (1878/79), Abschlussgespräch
Seminar 2 Prof. Dr. Martin Vialon, (Yeditepe Universität Istanbul)
4.03.8004 Begleitveranstaltung zur Praxisphase Werte und Normen (GHR300) Friday: 10:00 - 12:00, weekly (from 16/04/21)

Diese Veranstaltung begleitet Sie vor, während und nach dem Praxisblock ab Februar 2021. Es wird der Frage nachgegangen, was guten Werte und Normen Unterricht ausmacht. Hierbei werden die Lehrer_innenpersönlichkeit im Beziehungskontext zu Schüler_innen sowie eine problemorientierte Unterrichtsgestaltung im Vordergrund stehen. Praxisnah werden Unterrichtseinheiten/-stunden nach curricularen Vorgaben und fachdidaktischen Ansätzen geplant. Eine (Selbst-)Reflexion wird über zwei Semester die berufliche und persönliche Entwicklung begleiten.
Seminar - Thomas Fokken, M.Ed.
Taalke Hanna Joosten
4.03.1201n Einführung in die Praktische Philosophie Thursday: 08:00 - 10:00, weekly (from 15/04/21)

Tutorial - Kay Langfeldt
Maximilian Paul Schulz
4.03.2106 Leibniz, Monadologie Dates on Tuesday. 13.04.21 10:00 - 12:00, Monday. 26.07.21 - Friday. 30.07.21 10:00 - 13:00
Gottfried Wilhelm Leibniz (1646-1716) ist nicht nur einer der bedeutendsten neuzeitlichen Philosophen, sondern ein Universalgenie, das sich ebenso auf dem Gebiet der Mathematik, der Physik, der Logik, der Theologie, der Linguistik, der Psychologie, der Biologie, der Geschichte, der Politik und der Rechtswissenschaften hervorragend auskannte und in jeder dieser Disziplinen bahnbrechende Leistungen erbracht hat. Unter anderem verdankt man ihm die Entwicklung der Infinitesimalmethode, die Systematisierung des Dualsystems sowie die Entwicklung der ersten mechanischen Rechenmaschinen, die als Vorläufer des modernen Computers gelten können. Dabei war Leibniz nie als Professor tätig, sondern stand als Diplomat und Bibliothekar in fürstlichen Diensten, entwickelte eine ausgedehnte Reisetätigkeit durch ganz Europa und unterhielt eine umfangreiche, mehrsprachige Briefkorrespondenz mit über 1000 verschiedenen Adressaten der unterschiedlichsten Berufe und Stände (Wissenschaftler, Philosophen, fürstliche Persönlichkeiten, Geistliche usw.).

Leibniz’ bewegtes Leben ist denn auch der Grund dafür, dass er sein philosophisch-wissenschaftliches Denken nicht in umfangreichen Büchern, sondern teils in seinen Briefen, teils in kurzen Abhandlungen niedergelegt hat. Unter seinen philosophischen Schriften hat ein kleiner Traktat, den er 1614 (d.h. zwei Jahre vor seinem Tod) verfasst hat und der später unter dem Titel 'Monadologie' veröffentlicht wurde, besondere Berühmtheit erlangt. Leibniz entwickelt darin in 90 kurzen Paragraphen eine metaphysische Deutung der Wirklichkeit, die originelle Lösungsansätze für zahlreiche philosophische Grundprobleme bietet: die Vereinbarkeit von absoluter Individualität und logisch-gedanklicher Universalität, das Verhältnis von Geist und Körper, die Frage der Unsterblichkeit der Seele, die Stellung des Menschen im Gesamtzusammenhang der belebten Natur sowie die Frage der Theodizee, d.h. die Rechtfertigung des Glaubens an die Existenz Gottes angesichts des Bösen in der Welt. So kurz dieser kleine Traktat auch anmutet, so dicht gedrängt sind die darin entfalteten Gedanken und so zahlreich die philosophiegeschichtlichen Anspielungen, die es zu entschlüsseln und zu verstehen gilt.

Kerngedanke der 'Monadologie' ist, dass die gesamte Wirklichkeit aus einfachen, nicht weiter zerlegbaren Einheiten („Monaden“, von griechisch: monas = Einheit) besteht, die immaterieller, rein geistiger Natur sind und dennoch in einer unauflöslichen universalen Verbindung miteinander stehen. Der Einheitsgedanke ist bei Leibniz also gerade nicht im Sinne einer Negation von Differenz und Individualität gemeint, sondern dient vielmehr dazu, die gesamte materielle wie nichtmaterielle Wirklichkeit als „universale Harmonie“ zu verstehen, in der jedes Ding (Materie, Pflanze, Tier, Mensch und Gott) seinen Platz hat und auch das kleinste und unscheinbarste Wesen zur Vollkommenheit, Vernunftgemäßheit und Schönheit des Ganzen beiträgt und daher unverzichtbar ist.

Das Seminar stellt sich die Aufgabe, diesen leibnizschen Grundtext auf seine philosophiegeschichtlichen (v.a. neuplatonischen, scholastischen und neuzeitlich-cartesianischen) Voraussetzungen hin zu untersuchen und den monadologischen Denkansatz unter systematischen Gesichtspunkten auf seine philosophische Aktualität hin zu befragen.


Literaturhinweise:

Primärtext: G.W. Leibniz, Monadologie, frz./dt., übers. und hg. von Hartmut Hecht, Stuttgart, Reclam, 1998.

Sekundärliteratur:
• Hans Poser, Gottfried Wilhelm Leibniz zur Einführung, Hamburg, Junius, 2016 (3. Aufl.).
• Michael-Thomas Liske, Gottfried Wilhelm Leibniz, München, C.H. Beck, 2000.
• Hubertus Busche, Gottfried Wilhelm Leibniz: Monadologie (Klassiker auslegen, Bd. 34), Berlin, Akademie Verlag, 2009.
• Hubertus Busche, Leibniz’ Weg ins perspektivische Universum. Eine Harmonie im Zeitalter der Berechnung, Hamburg, Meiner, 1997.
• Heinz Heimsoeth, Atom, Seele, Monade. Historische Ursprünge und Hintergründe von Kants Antinomie der Teilung, Wiesbaden, Steiner, 1960.
• Hanns-Peter Neumann, Monas, Monaden, Monadologien (1600-1770), Stuttgart, Steiner, 2013.
• Dietrich Mahnke, Unendliche Sphäre und Allmittelpunkt. Beiträge zur Genealogie der mathematischen Mystik, Tübingen, Niemeyer, 1937; Nachdruck: Frommann, 1966.
• Werner Schneiders, Gottfried Wilhelm Leibniz: Das Reich der Vernunft, in: Josef Speck (Hrsg.), Grundprobleme der großen Philosophen – Philosophie der Neuzeit I, Göttingen, Vandenhoeck & Ruprecht, 1979, 139-175.
• Hans-Ulrich Baumgarten, „Bewegung als Selbsttätigkeit. Überlegungen zur Theorie der Monaden bei Leibniz“, Philosophisches Jahrbuch 103 (1996), 355-366.
• Kurt Hübner, „Der logische Aufbau der Monadologie“, Studia Leibnitiana 13,2 (1981), 267-277.
• Wulf Hübner, „Monade und Welt. Ein Beitrag zur Interpretation der Monadologie“, Studia Leibnitiana 7 (1975), 105-121.
• Klaus-Erich Kaehler, „Wie ist Monadologie möglich?“, Perspektiven der Philosophie 10 (1984), 249-269.
• Hans Poser, Zum Begriff der Monade bei Leibniz und Wolff, in: Albert Heinekamp u. a. (Hrsg.), Metaphysik, Ethik, Ästhetik, Monadenlehre (Studia Leibnitiana, Supplementa 14), Wiesbaden, Steiner, 1975, 383-395.
• Robert E. Butts, „Leibniz’ Monads: A Heritage of Gnosticism and a Source of Rational Science“, Canadian Journal of Philosophy 10,1 (1980), 47-62.
• Karl Eswein, „Die Spiegelung des Universums in den Monaden bei Leibniz“, Philosophisches Jahrbuch der Görres-Gesellschaft 41 (1928), 83-97.
• Hans Leisegang, „Die Erkenntnis Gottes im Spiegel der Seele und der Natur“, Zeitschrift für philosophische Forschung 4 (1949), 161-183.
• Marielle Echelard-Dumas, „Der Begriff des Organismus bei Leibniz: ›biologische Tatsache‹ und Fundierung“, Studia Leibnitiana 8 (1976), 160-186.
• Mamuka Bitchaschwili, „Gibt es neuplatonische Elemente in Leibniz’ Philosophie?“, in: T. Kobusch / B. Mojsisch / O.F. Summerell (Hrsg.), Selbst – Singularität – Subjektivität: Vom Neuplatonismus zum Deutschen Idealismus, Amsterdam, Grüner, 2002, 241-247.
• Werner Schneiders, „Harmonia universalis“, Studia Leibnitiana 16 (1984), 27-44.
• Werner Schneiders, „Respublica optima. Zur metaphysischen und moralischen Fundierung der Politik bei Leibniz“, Studia Leibnitiana 9,1 (1977), 1-26.
Seminar - Dr. phil. Martina Roesner
4.03.9910 Information zum Masterarbeitsmodul (Fachmaster) The course times are not decided yet.
Im Masterarbeitsmodul gibt es keine eigens ausgewiesene Begleitveranstaltung. Die Studierenden können nach Absprache mit der/dem betreuenden Gutachter/in aus den Aufbau- und Vertiefungsmodulen eine zum Masterarbeitsthema passende Veranstaltung belegen. Es ist auch möglich, statt eines Seminars ein Kolloquium zu belegen.
WICHTIG: Als Begleitveranstaltung darf keine Veranstaltung gewählt werden, die bereits im Rahmen eines anderen Moduls belegt wird.
miscellaneous - in Bearbeitung
4.03.1255 Einführung in die Rechtsphilosophie Friday: 12:00 - 14:00, weekly (from 16/04/21)

Es gibt kaum einen Bereich in unserer Gesellschaft, der nicht rechtlich geregelt wird. Recht stellt dabei keine beliebige soziale Regel dar, sondern ist in der Moderne mit dem emphatischen Anspruch verbunden worden, Gewalt zu hegen und einer universalistisch verstandenen Vernunft zu unterwerfen. Die Frage nach dem Wesen des Rechts beschäftigt daher auch das philosophische Denken, das unter anderem in die Lager des Rechtspositivismus, des Vernunftrechts und der Rechtskritik gespalten ist. Im Seminar sollen zentrale Probleme und kontroverse Fragen der Rechtsphilosophie behandelt werden: Gibt es ein Naturrecht? In welchem Verhältnis stehen Recht und Moral? Ist staatliches, positives Recht auf den Befehl des Souveräns zu reduzieren? Welche gesellschaftlichen Probleme werden durch das Recht geregelt oder verfehlt und in welchem Verhältnis steht es überhaupt zu Herrschaft?
Seminar 2 Dr.phil. Ingo Elbe
4.03.1010 John L. Austin: Zur Theorie der Sprechakte (Fortsetzung) Thursday: 16:15 - 17:45, weekly (from 15/04/21)

Dieses Seminar ist die Fortsetzung der Veranstaltung „John L. Austin: Zur Theorie der Sprechakte“, die im Wintersemester 2020/21 innerhalb des Moduls phi101 begonnen hat.
In diesem Seminar werden wir John L. Austins „Zur Theorie der Sprechakte“ lesen. Austin beschäftigt sich darin mit der Frage, wie wir mit Sprache handeln. Für Austin ist dabei die normale Alltagssprache Gegenstand und Mittel philosophischer Betrachtungen. Entsprechend wird Austins Theorie der Sprechakte der Philosophie der normalen Sprache zugeordnet. Er grenzt sich damit von der Philosophie der idealen Sprache ab, in welcher die Alltagssprache als ungenau und vage betrachtet wird und formale Logiksprachen zur Untersuchung der Sprache herangezogen werden.
Des Weiteren grenzt sich Austin von der stillschweigend vorausgesetzten Annahme ab, dass Sprache in erster Linie dazu verwendet wird, etwas über die Welt auszusagen. Austin untersucht vielmehr, wie wir mit Sprache handeln. Beispielsweise ist die Äußerung „Ich verspreche dir, morgen die Küche aufzuräumen“ keine Aussage über die Welt, die wahr oder falsch sein kann, sondern eine sprachliche Handlung – die Handlung ein Versprechen abzugeben. Es macht keinen Sinn von dieser Äußerung zu sagen, dass sie wahr oder falsch ist, sie kann aber – wie jede andere Handlung auch – ge- oder misslingen.
Das Seminar richtet sich an Anfängerinnen und Anfänger im Philosophiestudium. Es wird nur im Modul phi101 angeboten und läuft über zwei Semester. Austins Buch „Zur Theorie der Sprachakte“ besteht aus 12 Kapiteln (12 Vorlesungen), die wir im Laufe dieser zwei Semestern durcharbeiten werden. Dabei werden wir grundlegende Techniken und Methoden des philosophischen Arbeitens einüben, z.B. wie man einen Essay schreibt, wie eine Literaturrecherche funktioniert, wie ein Quellenverzeichnis angelegt wird, etc. Nähere Informationen zum Ablauf des Seminars erhalten Sie vor Veranstaltungsbeginn per Email.
Seminar 2 Dr. phil. Stephan Kornmesser
5.02.904 I Achtsamkeitsübungen in der Natur für angehende Lehrer I Dates on Monday. 30.08.21 - Friday. 03.09.21 10:00 - 14:00
Seminar - Prof. Dr. Corinna Hößle
4.03.3705 Beunruhigung als didaktisches Prinzip Wednesday: 12:00 - 14:00, weekly (from 14/04/21)

Hermeneutisch verstanden sind Philosophie und Didaktik zwei Seiten derselben Medaille. Verstehen (Philosophie) und Lehren und Lernen (Didaktik) verbinden sich innerhalb der unterrichtlichen Praktik des Philosophierens mit Schülerinnen und Schülern (SuS) zu einer Einheit, die aus dem Erlernen des Verstehens der SuS und dem Verstehen lehren und lernen der Lehrerinnen und Lehrer besteht. Der kategoriale Rahmen für die Doppelrolle der zugleich lehrenden und lernenden Lehrenden ist ein sokratischer, der von den beunruhigenden und offenen Dimensionen philosophischen Fragens bestimmt sein sollte, ohne die eine kompetenzorientierte Philosophiedidaktik nicht auskommt.
Das dabei zum Thema Gemachte reduziert sich nicht auf die diskursive Dimension und das begriffliche Resultat der gesprochenen Sprache (Wie sage ich, was ich schon weiß?), sondern dient dem Verstehen: Wie habe ich a) zu verstehen, was ich b) erfahre oder sich mir zeigt? – wobei a) und b) Praktiken sind, bei denen auf der Subjektseite eine sokratische (fragende) Grundhaltung und auf der Objektseite ein verstehendes (die Unterrichtsthemen problematisierendes) Prinzip vorherrschend sein sollte.
Verstehendes Philosophieren verwirklicht sich im schulischen Unterricht über Vorverständnisse (z.B. aus der Lebenswelt der SuS) und in gemeinsamen kommunikativen Vollzügen und benötigt vorab nichts theoretisch und methodisch Vor-, Neben- oder Übergeordnetes, welches sich vielmehr erst im gemeinsamen Gespräch problembezogen schrittweise sowohl konkret wie abstrakt, sowohl praktisch wie theoretisch erschließen soll. Das Verhältnis dieser Vollzüge zur akademischen Philosophie ist voller Spannungen, weil die verstehenden Praktiken niemals vollständig im diskursiven System theoretischer Ausarbeitungen oder philosophischer Deutungen aufgehen können. „Das Spiel möchte man sagen, hat nicht nur Regeln, sondern auch einen Witz.“ (Ludwig Wittgenstein)
Bei diesem Seminar handelt es sich um eine seit dem Sommersemester 2014 durchgeführte gemeinsame Bearbeitung und Erprobung von studentischen unterrichtspraktischen Ideen, Beispielen und Methoden auf der Grundlage einer individuellen Präsentation, bei der sowohl Bachelor- wie Masterstudierende gerne willkommen sind. Wie schon in den vergangenen Semestern handelt es sich auch dieses Mal wieder um ein Online-Seminar (BigBlueBotton).

Literatur:
Martin Wagenschein: Verstehen lehren. Genetisch – Sokratisch – Exemplarisch, Weinheim 1999; Horst Rumpf/Ernst-Michael Kranich: Welche Art von Wissen braucht der Lehrer? Stuttgart 2000; Martin Wagenschein: „zäh am Staunen“. Pädagogische Texte zum Bestehen der Wissensgesellschaft, Seelze - Velber 2002; Andreas Gruschka: An den Grenzen des Unterrichts, Opladen 2010; Andreas Gruschka: erziehen heißt Verstehen lehren. Ein Plädoyer für guten Unterricht, Stuttgart 2019; Volker Pfeifer: Didaktik des Ethikunterrichts. Bausteine einer integrativen Wertevermittlung, Stuttgart 2013, 3., überarbeitete und erweiterte Auflage; Julian Nida-Rümelin/Irina Spiegel/Markus Tiedemann (Hg.): Handbuch Philosophie und Ethik, 2 Bände, Paderborn 2017, 2. durchgesehen Auflage; Ludwig Wittgenstein: Philosophische Untersuchungen (1958) Frankfurt am Main 1971; Hans Joas: Die Entstehung der Werte, Frankfurt an Main 1999, 6. Auflage 2013; Michael Hampe: Die Lehren der Philosophie. Eine Kritik, Frankfurt am Main 2014.
Seminar 2 Reinhard Schulz
4.03.1258 Philosophie der Lüge Wednesday: 16:15 - 17:45, weekly (from 14/04/21)

Das Seminar widmet sich dem Thema der Lüge in mehrerlei Hinsicht. Unter Rückgriff auf klassische Texte von Augustinus, Thomas von Aquin, Kant, Nietzsche, Freud, Sartre, Arendt sowie von zeitgenössischen Autoren und Autorinnen soll die Lüge theoretisch verständlich gemacht, psychologisch betrachtet sowie ihre moralische und politische Dimension beleuchtet werden. Zudem soll das paradox anmutende Phänomen der Selbsttäuschung thematisiert werden.
Seminar 2 Sebastian Spanknebel
4.03.1201f Einführung in die Praktische Philosophie Tuesday: 18:00 - 20:00, weekly (from 13/04/21)

Tutorial - Christoph Klose
Simon Fischer
4.03.2301 Philosophie der Medizin Thursday: 16:00 - 18:00, weekly (from 15/04/21)

Seit ihren frühsten Anfängen beschäftigt sich die Philosophie mit dem Leib-Seele-Problem. Die Frage nach der Verhältnisbestimmung von Körper und Geist ist eine interdisziplinäre Frage, die sich neben der Philosophie sowohl in der Medizin als auch in der Psychologie stellt. Vor dem Hintergrund zahlreicher Erkrankungen erfährt die Frage nach der Interaktion zwischen Psyche und Körper besondere Relevanz. Im Rahmen dieser Veranstaltung wollen wir uns mit verschiedenen Aspekten des Verhältnisses zwischen Körper und Geist beschäftigen. Neben einigen Texten philosophischer Autoren (z.B. Nagel) werden wir uns zugängliche medizintheoretische Texte erschließen und diskutieren.

Das Seminar findet digital statt und ist so konzipiert, dass wir uns innerhalb der Vorlesungszeit wöchentlich von 16:15-17:45 Uhr über das Video-Format BBB treffen werden. Die Treffen werden sowohl einen gemeinsamen Austausch in der Seminargruppe als auch Gruppenarbeiten in kleinen Gruppen beinhalten. Prüfungsleistungen können in Form von Hausarbeiten, mündlichen Prüfungen, Referaten erbracht werden.
Seminar 2 Victoria Paul
4.03.2202 Ökomomische Zwänge und menschliche Beziehungen. Soziales Verhalten im Kapitalismus Friday: 16:15 - 17:45, weekly (from 16/04/21)

Das Seminar behandelt die zwischenmenschlichen (sozialen) Beziehungen in der freiheitlich-kapitalistisch verfassten Gesellschaft und das daraus resultierende soziale - oder vielmehr asoziale - Verhalten der freien und gleichen Bürger.

Seminarlektüre:
Klaus Ottomeyer: Ökonomische Zwänge und menschliche Beziehungen. Soziales Verhalten im Kapitalismus, Rowohlt 1977 (sowie verschiedene Neuauflagen).
Seminar 2 Dr. Samuel Klar
4.03.9001 Kolloquium für Dissertationen und Abschlussarbeiten Tuesday: 18:15 - 20:45, fortnightly (from 13/04/21)

Das Kolloquium dient der Vorbereitung von Abschlußarbeiten (BA-, Magister- und Masterarbeiten) sowie von Dissertationen. Nach Wunsch und Vorschlag werden jeweilige Projekte bzw. Teiltexte besprochen. Für den Termin der ersten Sitzung bitte Aushang bzw. StudIP beachten.
Colloquium 2 Prof. Dr. Johann Kreuzer
139 courses

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