Stud.IP Uni Oldenburg
University of Oldenburg
19.10.2021 23:59:15
sow253 - Specialized subject (Course overview)
Department of Social Sciences 6 KP
Semester courses Sommersemester 2015
Course type: Seminar
Notes for the module
Reference text
6 KP | 4. FS | Wahlpflicht | Martin Heidenreich / Gesa Lindemann
Folgende Veranstaltungs-Tandems können belegt werden:
Themenbereich Europäisierung und transnationale Prozesse:
2 S: 061+0611 oder 1 V: 062+1 S: 0621 oder 1 V: 063+1 S: 0631, 0632, 0633, 0634 oder 1 V: 064+1 S: 0641 oder 1S: 065+ 1AG: 0651 oder 1S: 066+ 1AG: 0661

Themenbereich Selbstbildungen zwischen Inklusion und Exklusion:
2 S: 071+0711 oder 072+0721 oder 073+0731 oder 074+0741 oder 075+0751 oder 076+0761
Module examination
HA
Skills to be acquired in this module
Vorlesung und Seminar bzw. zwei Seminare müssen jeweils im selben Vertiefungsgebiet besucht werden. Ein einmal belegter Themenbereich darf nicht ein zweites Mal in einem anderen Semester belegt werden.

I. Themenbereich Europäisierung und transnationale Prozesse

Im Schwerpunktbereich Europäisierung und transnationale Prozesse stehen die international vergleichende Untersuchung nationaler Vergesellschaftungsprozesse und die Analyse transnationaler, insbesondere europäischer Vergesellschaftungsprozesse im Zentrum. Es sollen die national unterschiedlichen Ausgestaltungen von Raum-, Arbeits-, Bildungs-, Wissens- sowie normativen Ordnungen im internationalen Vergleich und die Öffnung und Entgrenzung nationaler Räume in unterschiedlichen Feldern (Einstellungen und Verhalten, Arbeit und Innovation, Wissen, Bildung und private Lebensformen, Urbanität, Konfliktregulierung) analysiert werden.

1. Politische Einstellungen und Verhalten
Im Mittelpunkt des Modulschwerpunkts Politische Einstellungen und Verhalten steht die Erklärung der Entstehung und Veränderung der Einstellungen politischer Akteure (z.B. Wähler, Parteien, Verbände, Verwaltung) und ihres Verhaltens im Kontext politischer Strukturen und Prozesse. Dazu werden die verschiedenen Teilbereiche und theoretischen Ansätze der Einstellungs- und Verhaltensforschung vorgestellt (z.B. Wahl- und Parteienforschung, Parlamentssoziologie, etc.) und in ausgewählten Politikfeldern (Wirtschafts-, Sozial-, Bildungspolitik, etc.) validiert.

2. Stadtsoziologie
Vermittlung der soziologischen Thematisierung von Stadt, der theoretischen Konzepte und empirischen Befunde der Stadtforschung zu verschiedenen Themengebieten.

3. Sozialwissenschaftliche Europastudien
Die Lehrveranstaltungen sollen die Fähigkeit vermitteln, die Prozesse europäischer Integration, ihre soziokulturellen und gesellschaftlichen Grundlagen und ihre inhärenten Spannungen und Dilemmata selbstständig zu analysieren. Am Beispiel Europa sollen Problembewusstsein und das Verständnis für empirische Zusammenhänge und theoretische Optionen geweckt werden.

4. Arbeit und Organisation im internationalen Vergleich
In den Veranstaltungen dieses Moduls werden der Wandel der heutigen Arbeits- und Organisationsgesellschaft beschrieben. Hierbei werden zum einen grundlegende arbeits- und organisationssoziologische Kenntnisse vermittelt und zum anderen der Wandel der heutigen Arbeitsgesellschaft in einer international vergleichenden Perspektive beschrieben.

5. Soziologie des Lebenslaufs
Der Lebenslauf von Individuen ist ein komplexer Prozess, bestehend aus dem Zusammenspiel von individuellen psychischen Dispositionen und Bedürfnissen einerseits sowie umgebenden sozialen Beziehungen und sozialen Strukturen andererseits. In der Vorlesung und dem zugehörigen Seminar werden die zentralen Konzepte und Zugänge des Lebenslaufansatzes erarbeitet und anhand verschiedener Themen weitergehend vertieft.


II. Themenbereich Selbstbildungen zwischen Inklusion und Exklusion

In dem Modul können folgende Themenbereiche gewählt werden.

1. Themenbereich: Systemtheorie und Organisation
In den Veranstaltungen dieses Themenbereichs werden soziologische Perspektiven auf Wirtschaft und Organisation beschrieben. Hierbei werden grundlegende Kenntnisse der Wirtschaftssoziologie und der Organisationssoziologie vermittelt. Zugleich wird insbesondere in die systemtheoretische Perspektive auf Wirtschaft und Organisation eingeführt, wobei exemplarisch auf dominante Anwendungsformen, unter anderem auch in der Organisationsberatung, eingegangen wird.

2. Themenbereich: Mensch und Technik
In den Veranstaltungen dieses Themenbereichs werden zwei Fragenkomplexe im Mittelpunkt stehen: 1. Welchen Stellenwert hat der Mensch oder das Menschsein in einer technisierten Welt: Wird der Mensch von der durch ihn ins Leben gerufenen Technik überholt, verändert, verdrängt, beherrscht, perfektioniert, in ein glücklicheres Leben befördert oder von Lebenszwängen des Alterns, der Arbeit usw. befreit? 2. Wie verändert Technologie spezifische gesellschaftliche Lebensbereiche?
Der erste Fragenkomplex betrifft grundlegende theoretische Annahmen der Soziologie, die in den Veranstaltungen dieses Moduls besprochen werden sollen: Analysen zu den Grenzen der Sozialwelt, Debatten um den Status von Technologien, die Rolle der (Ingenieur)Wissenschaften innerhalb moderner Gesellschaften, rechtliche, ökonomische und politische Problemstellungen von Sicherheitstechnologien usw.
Der zweite Fragenkomplex betrifft die Entwicklung einzelner Technologien (Smartphones, Internet der Dinge, selbststeuernde Autos usw.) und ihre Auswirkungen auf einzelne gesellschaftliche Teilbereiche oder soziale Gruppen. Diese sollen dann im Fokus der entsprechenden Veranstaltungen stehen: Neue Medien und ihre Auswirkungen auf eine alternde Gesellschaft, auf den Umgang mit Gesundheitsthemen, auf Bildungsprozesse; intelligente Robotik und Netzwerkrobotik in der Medizin, Pflege, in der Netzökonomie, im Finanzwesen, im Militär, im Alltagsleben oder im Straßenverkehr.
Ziel dieses Moduls ist es (a) das Verhältnis von Mensch, Technik und Gesellschaft auf der Grundlage aktueller soziologischer Debatten reflektieren zu können, (b) sich Grundwissen zu diesem Themenbereich anzueignen, © eigenständig eine Perspektive und Lösungsstrategien auf Probleme dieses Themenbereichs entwickeln zu können (u.a. interessant für die Bereiche Technikfolgenabschätzung, Usability, Public Relations).

3. Themenbereich: Exemplarische Analysen soziologischer Theorien
Soziologische Theorien gehören zusammen mit den Methoden empirischer Sozialforschung zum Rüstzeug jedes Soziologen und jeder Soziologin. Das Durcharbeiten ganzer Bücher kostet Mühe und Überwindung. Doch erst die Lektüre soziologischer Texte versetzt einen dazu in die Lage, Ereignisse, Phänomene und Daten einordnen zu können und z.B. zu verstehen, wie sich Verwaltungsakte von einem äußerem Zweck entkoppeln und um ihrer Selbstreferentialität willen prozessieren (Luhmann).
In diesem Tandem sollen ganze Werke gelesen werden, die mittlerweile zum Portfolio der gegenwärtigen Theoriediskussionen in der Soziologie und darüber hinaus gehören und in unterschiedlicher Weise eine Perspektive auf die moderne Gesellschaft erlauben.

4. Themenbereich: Internet und Gesellschaft
Anhand verschiedener soziologischer Perspektiven auf das Verhältnis von Internet und Gesellschaft wird in den Veranstaltungen dieses Themenbereichs der Zusammenhang von sozialtheoretischen Grundannahmen, empirischer Forschung und gesellschaftstheoretischen Aussagen betrachtet.

5. Themenbereich: Systemtheorie und Empirie
In den Veranstaltungen dieses Themenbereichs werden verschiedene Vorschläge zur Verbindung von Systemtheorie und Empirie erarbeitet und anhand von Anwendungsbeispielen diskutiert. Die Auseinandersetzung mit systemtheoretischen Problemstellungen und Beispielen aus der empirischen Forschung vertieft das Verständnis für die Verbindung von Theorie und Empirie.

6. Themenbereich: Gewalt und Ordnungsbildung
In der neueren soziologischen Diskussion wird Gewalt primär als soziales Problem begriffen, aber kaum auf der Ebene einer allgemeinen Theorie sozialer Ordnungsbildung analysiert. Dieser methodologische Pazifismus führt zu einem verzerrten Verständnis sozialer Wirklichkeit. Das Ziel des Seminars besteht darin, aktuelle Vorschläge zur Analyse von Gewalt zu analysieren und mit Bezug auf empirische Phänomene zu diskutieren. Auf diese Weise erlangen die Studierenden ein vertieftes Verständnis für die Bildung sozialer Ordnung.