Stud.IP Uni Oldenburg
Universität Oldenburg
19.10.2019 07:21:27
ges144 - Westeuropäische Geschichte des 19./20. Jahrhunderts
Institut für Geschichte 9 KP
Modulteile Semesterveranstaltungen Wintersemester 2019/2020 Prüfungsleistung
Vorlesung
  • Uneingeschränkter Zugang 4.02.040 - Klassen in der Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts headache
    • Prof. Dr. Gunilla Budde

    Donnerstag: 14:00 - 16:00, wöchentlich (ab 24.10.2019)

    Kurz nach dem Zweiten Weltkrieg attestierte der Soziologe Helmut Schelsky der westdeutschen Gesellschaft, sie sei eine "nivellierte Mittelstandsgesellschaft". Hundert Jahr zuvor, so die Beobachtung von Historikern, wandelte sich die Gesellschaft zu einer Standes- in eine Klassengesellschaft. Und wenige Jahre vor seinem Tod entdeckte der Sozialhistoriker Hans Ulrich Wehler neue "soziale Ungleichheiten". Dass der Platz in einer Gesellschaft nicht zuletzt auch von der sozialen Herkunft abhängt und maßgeblich die Biographie prägt, gilt ungeachtet aller historischen Veränderungen bis heute. In der Vorlesung wird mit Blick auf das 19. und 20. Jahrhundert einerseits dem Lebenszuschnitt von Adel, Bürgertum und Arbeiterschaft in der Moderne nachgegangen und andererseits den unterschiedlichen Klassenbeziehungen nachgespürt.

Seminar
  • Eingeschränkter Zugang 4.02.042 - Blütezeit und Niedergang? Das deutsche Bürgertum im 19. und 20. Jahrhundert headache
    • Dr. Franziska Meifort

    Dienstag: 12:00 - 14:00, wöchentlich (ab 15.10.2019)

    Bitte kombinieren Sie dieses Seminar mit der Vorlesung 4.02.040. Das lange 19. Jahrhundert gilt als bürgerliches Zeitalter, in dem sich das Bürgertum sowohl als soziale Formation als auch als kulturelle Praxis ausbildete und außerordentlich wirkmächtig wurde. Der lange Zeit herrschende Konsens, dass die Krisen und Kriege des frühen 20. Jahrhunderts dann den Niedergang des Bürgertums besiegelten, ist in den letzten Jahren zunehmend in Frage gestellt worden. Im Seminar soll geklärt werden, was das neuzeitliche Bürgertum geprägt hat und wie es sich im Laufe der Zeit wandelte. Besondere Aufmerksamkeit wird der Debatte um Verfall und Wiederaufstieg von Bürgertum und Bürgerlichkeit gewidmet.

  • Eingeschränkter Zugang 4.02.043 - Revolution in Oldenburg 1918/19 headache
    • Tim Lüdeke, M.A.

    Donnerstag: 08:00 - 10:00, wöchentlich (ab 17.10.2019)

    Mit der Novemberrevolution von 1918/19 begann in Deutschland der Umbruch von der Monarchie hin zur parlamentarischen Demokratie. Mit dem Ende des Ersten Weltkrieges dankten in der Folge nicht nur Kaiser Wilhelm II, sondern auch zahlreiche Bundesfürsten ab. Auch das Oldenburger Land und sein Großherzog Friedrich August II blieben von den Geschehnissen nicht unberührt. Das Seminar will der gesamtdeutschen Situation zum Kriegsende nachspüren, die verschiedenen Demokratiebestrebungen aufzeigen und schließlich auch die Entwicklung zum Freistaat Oldenburg untersuchen. Bitte kombinieren Sie dieses Seminar mit der Vorlesung 4.02.040.

  • Eingeschränkter Zugang 4.02.044 - Oldenburger Erinnerungsorte headache
    • Tim Lüdeke, M.A.

    Donnerstag: 10:00 - 12:00, wöchentlich (ab 17.10.2019)

    Spätestens seit der Globalisierung suchen immer mehr Menschen in der Geschichte nach Halt und Orientierung für die Gegenwart und Zukunft. Mit diesem Trend, in Historikerkreisen auch als Wandel zur „permanenten Gegenwart“ bezeichnet, hat auch das Bedürfnis nach sogenannten Erinnerungsorten Konjunktur. Aus dem kollektiven Gedächtnis und der Geschichtserzählung heraus versprechen Sie den Individuen Halt, spenden Trost, offerieren identitätsstiftende Erinnerungen oder Gedenkrituale und enthüllen so oftmals auch gegenwärtige Mystifizierungen der Vergangenheit. Das Seminar soll den diversen Erinnerungsorten und ihren Darbietungsformen in Oldenburg nachgehen und die Studieren-den zu einer kritischen Auseinandersetzung anregen, die Funktionen und Mechanismen des Erinnern auf kollektiver und Individueller Ebene zu untersuchen und anhand eines Lokalbezugs den Umgang mit Erinnerungsorten zu reflektieren. Bitte kombinieren Sie dieses Seminar mit der Vorlesung 4.02.040.

  • Eingeschränkter Zugang 4.02.046 - Selbstzeugnisse als Quellen zur Geschichte von Bürgertum und Arbeiterschaft im 19. und 20. Jahrhundert headache
    • Prof. Dr. Gunilla Budde

    Termine am Donnerstag. 24.10.19 10:00 - 12:00
    Bitte kombinieren Sie dieses Seminar mit der Vorlesung 4.02.040. In dem Blockseminar stehen Selbstzeugnisse von Bürgerinnen und Bürgern, Arbeiterinnen und Arbeitern unterschiedlicher Varianz im Mittelpunkt. Gemeinsam wird einerseits erarbeitet, welche Chancen und Grenzen Ego-Dokumente als Geschichtsquellen aufweisen. Andererseits wird an den unterschiedlichen Beispielen untersucht, welche Selbstentwürfe zu welchen Zeiten aufkommen, welchen Einfluss "gender" hatte und wie sich die Art von EGO-Dokumenten im Laufe der Zeit veränderte.

  • Eingeschränkter Zugang 4.02.047 - Nordland, Rasse, Bullerbü – Deutsche Schwärmerei für den Norden im 19. und 20. Jahrhundert headache
    • Dr. Steffen Werther

    Termine am Freitag. 18.10.19, Freitag. 25.10.19 14:00 - 17:00, Samstag. 26.10.19 12:00 - 15:00, Freitag. 01.11.19 14:00 - 18:00, Samstag. 02.11.19 12:00 - 16:00, Freitag. 08.11.19 14:00 - 18:00
    Bitte kombinieren Sie dieses Seminar mit der Vorlesung 4.02.040. Thema des Seminars sind Formen der deutschen Schwärmerei für Skandinavien und Bilder des Nordens, wobei u.a. die Frage diskutiert werden soll, wie und warum der Norden, meist losgelöst von den tatsächlichen historischen und politischen Gegebenheiten, als Projektionsfläche für verschiedenste Sehnsüchte diente. Beginnend mit der Germanenmode der Kaiserzeit werden wir u.a. die Rassenwissenschaft der 1920er, die großgermanische Ideologie während des Nationalsozialismus und Diskussionen über Wohlfahrtsstaat und Bildungspolitik in der Nachkriegszeit analysieren. Während der Schwerpunkt auf verschiedenen positiven Heterostereotypen (und ihren realpolitischen Implikationen) liegen wird, werden vergleichend auch negative Darstellungen des Nordens sowie skandinavische Autostereotype und Selbstkonstruktionen mit einbezogen. Ausgehend von der Romantik entwickelte sich gegen Ende des 19. Jahrhunderts in Deutschland eine durch Verklärung und Schwärmerei gekennzeichnete spezielle „Skandinavienmode“. Die Rezeption skandinavischer Literatur und Kunst, die Popularisierung nordischer Mythologie durch z.B. Wagners Ring und ihre gleichzeitige enge Verknüpfung mit der völkischen Identität der Deutschen waren auch Ausdruck einer latenten Modernitätskritik, in welcher der Norden als paradiesische Zufluchtsstätte und idyllischer Rückzugsraum imaginiert wurde. Die Nordlandreisen Kaiser Wilhelms II. und dessen antiquarisches Bild von Skandinavien taten das ihre, um den mystischen Status des „Nordlandes“ und seiner Bewohner im deutschen Bürgertum zu etablieren. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts und während der Weimarer Republik erhielt die deutsche Skandinavienschwärmerei eine zunehmend biologistische Ausrichtung. Hans F. K. Günther popularisierte das Konzept einer „nordischen Rasse“ und die Nordische Gesellschaft propagierte unter Alfred Rosenberg für engere kulturelle und politische Beziehungen mit den sogenannten „art- und stammverwandten Nordvölkern“. Während des Nationalsozialismus wurde der Begriff nordisch durch Formulierungen wie „Aufnordung“, „nordisches Blut“ und „nordisch bestimmte Männer“ dann vollständig zum Ideologieträger. Als Reminiszenz an die vermeintlich nordischen Ursprünge der Deutschen wurden beispielsweise Sonnenwendfeiern eingeführt. Heinrich Himmler versuchte Skandinavier für die Waffen-SS zu werben, verwendete Runen als Abzeichen und nannte Divisionen „Wiking“ oder „Nordland“. Bedingt durch die ideologische Kontaminierung verschob sich die Skandinavienbegeisterung der Deutschen nach dem Zweiten Weltkrieg teilweise in andere Bereiche. Der „Schwedenfilm“ wurde zum Symbol der vermeintlichen sexuellen Freiheit in Skandinavien, während gleichzeitig Astrid Lindgrens Bücher das Idyll einer ländlichen, heilen und kinderfreundlichen Welt prägte. Minimalistische Ästhetik, dänisches Design und der skandinavische Krimiboom der letzten Jahrzehnte sind weitere Beispiele. Politisch galt das „skandinavische Modell“ vielen Linken als Vorbild und als Inbegriff einer toleranten und fairen Gesellschaft. Zeitgleich kritisierten Konservative einen vermeintlichen socialism in disguise und nanny state in Nordeuropa. In den letzten Jahren wurde diese Kritik auch auf Bereiche wie Gleichstellungs- und Migrationspolitik ausgeweitet.

  • Eingeschränkter Zugang 4.02.049 - Katastrophen in der Geschichte. Vom Erdbeben in Lissabon bis zum Klimawandel headache
    • Prof. Dr. Thomas Etzemüller
    • Dr.phil. Nikolaus Buschmann

    Mittwoch: 16:00 - 20:00, wöchentlich (ab 16.10.2019)

    Bitte kombinieren Sie das Seminar mit der Vorlesung 4.02.040. In dem Seminar sollen weltbewegende Katastrophen seit dem 18. Jahrhundert in den Blick genommen werden. Wie wurden Menschen von diesen Unglücken betroffen, wie haben sie sie wahrgenommen, wie sind sie damit umgegangen? Wie wurden und werden Katastrophen erklärt und mit Sinn versehen, und wieweit wurden sie auch als Chancen des historischen Lernens im Umgang mit der Umwelt begriffen? Vergleichend untersucht werden könnten das Erdbeben von Lissabon (1755), Sturmfluten in Hamburg (1962/2002), Chemieunfälle in Seveso, Bhopal und Basel (1976/1984/1986), Kernkraftunglücke seit den 1950er Jahren, aber auch der Absturz der Concorde und der Klimawandel. Dadurch untersucht werden, was überhaupt als Katastrophe gilt? Welche Rolle spielen die Erfahrungen vergangener für die Deutung gegenwärtiger Katastrophen, und wie wird durch sie konkretes politisches Handeln angestoßen.

Hinweise zum Modul
Kapazität/Teilnehmerzahl 100 (
Um eine möglichst homogene Verteilung der Teilnehmer*innen zu gewährleisten, sind die Seminare teilnahmebeschränkt. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte direkt an die jeweiligen Veranstalter*innen.
)
Kompetenzziele
Das Fachmasterstudium baut auf den im Bachelor gelegten Grundlagen auf und erweitert folgende Kompetenzen mit Blick auf die eigenständige Entwicklung von Forschungskonzepten:
  • fundierte Kenntnis der Geschichte des 19./20. Jahrhunderts in europäischer Perspektive;
Fähigkeit, die Spezifika der Epoche vor dem Hintergrund der historischen Entwicklung zu verstehen und zu beurteilen sowie die Prägekraft der Epoche für nachfolgende Jahrhunderte resp. für die Gegenwart zu analysieren;
  • Fähigkeit, historische Fachkenntnisse im interdisziplinären und internationalen Kontext zu situieren und zu diskutieren;
  • eigenständige Erschließung neuer Themenstellungen und ihre methodisch und theoretische gelei-tete Bearbeitung;
Fähigkeit historische (Er-)Kenntnisse adressatengerecht zu vermitteln.

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