Stud.IP Uni Oldenburg
Universität Oldenburg
21.04.2019 19:02:30
pb036 - Logik
In der Fassung vom 12.02.2017 6.0 KP Institute of Philosophy
Lehrveranstaltungen Sommersemester 2019
Vorlesung
Tutorium
Seminar
  • 4.03.112 - Kritisches Denken headache
    • Prof. Dr. Mark Siebel

    Dienstag: 14:00 - 16:00, wöchentlich (ab 02.04.2019)

    Dieses Seminar mit Vorlesungscharakter soll Ihr kritisches Denken insofern anregen, als es Ihnen helfen soll, Fehlschlüsse zu identifizieren und damit Denkfehler zu vermeiden. Zuerst wird es darum gehen, wie man Schlüsse bzw. Argumente analysiert und was deduktiv gültige von induktiv gültigen Argumenten unterscheidet. Nach der Unterscheidung zwischen Entdecken, Begründen und Erklären werden verschiedene Arten deduktiver Fehlschlüsse thematisiert. Anschließend stehen induktive und dabei insbesondere statistische und kausale Fehlschlüsse im Blickpunkt. Zur Veranschaulichung werden viele reale Beispiele aus Wissenschaft und Alltag herangezogen.

  • 4.03.213 - G.W.F. Hegel, Wissenschaft der Logik II headache
    • Prof. Dr. Johann Kreuzer

    Dienstag: 16:00 - 18:00, wöchentlich (ab 02.04.2019)

    Fortsetzung der Auseinandersetzung mit Hegels theoretischem Hauptwerk: der „Wissenschaft der Logik“. – Im Sommersemester 2019 wird es um den Zweiten und Dritten Abschnitt der ‚Seinslogik’, Hegels Analyse(n) der „Größe“ und des „Maaßes“, gehen. Die Teilnahme an Teil I der Seminarreihe ist wünschenswert, aber nicht Voraussetzung. Text: G.W.F. Hegel, Wissenschaft der Logik. Erster Theil. Die objektive Logik. Erster Band. Die Lehre vom Seyn (1832), diverse Ausgaben bei Meiner (z.B. Hegel, Hauptwerke in sechs Bänden, Bd. 3; Philos. Bibl. Nr. 385) und bei Suhrkamp (Theorie-Werkausgabe Bd. 5).

  • 4.03.235 - Der Nichtwiderspruchssatz. Priest vs. Aristoteles headache
    • Dr. Gregor Damschen, M.A.

    Dienstag: 16:00 - 18:00, wöchentlich (ab 02.04.2019)

    Aristoteles verteidigt im vierten Buch seiner „Metaphysik“ ein oberstes ontologisches und logisches Prinzip, das man als „Satz vom zu vermeidenden Widerspruch“ oder auch als „Nichtwiderspruchssatz“ (NWS) bezeichnet hat. Dieses Prinzip lautet: „Dasselbe kann demselben nicht in derselben Hinsicht zugleich zukommen und nicht zukommen.“ Eine formale Variante des NWS ist das logische Prinzip ~(p & ~p). Der NWS besagt erstens, dass es keine wahren Widersprüche geben kann, und er besagt zweitens, dass eine Wahrheitswerthäufung (truth value glut) bei Aussagen unmöglich ist, es also keine einzige Aussage geben kann, die zugleich wahr und falsch ist. Die verstärkte Lügner-Paradoxie („Dieser Satz ist nicht wahr“) scheint aber eine Aussage zu sein, die dem NWS widerspricht. Denn man kann deduktiv gültig beweisen, dass sie wahr ist, und ebenso, dass sie falsch ist. Sie besitzt also eine Wahrheitswerthäufung, sie ist ein wahrer Widerspruch. Die philosophische Richtung, die behauptet, dass einige Widersprüche wahr sein können, ist der Dialethismus (dialetheism). Einer der Hauptvertreter des Dialethismus ist der Logiker und Philosoph Graham Priest, der in seinem Buch „Doubt Truth to be a Liar“ Aristoteles’ Beweis für den NWS ausführlich kommentiert und angegriffen hat (S. 7-42). Wir werden in diesem Seminar aus dem Bereich der Logik und theoretischen Philosophie zuerst Aristoteles’ Argumentation hermeneutisch genau möglichst im griechischen Original lesen und systematisch zu verstehen versuchen, ehe wir uns mit Priests Kritik auseinandersetzen werden. Unsere systematische Leitfrage wird dabei lauten: Ist der NWS generell gültig oder nicht? Grundkenntnisse des Altgriechischen sind in diesem Kurs von großem Vorteil, Kenntnisse der modernen Standardlogik (zweiwertige Aussagenlogik und Prädikatenlogik erster Stufe) sind unabdingbar und werden vorausgesetzt. Grundkenntnisse der nicht-klassischen parakonsistenten Logik werden im Kurs vermittelt. Literatur: Primärliteratur: Aristoteles, Metaphysik, Erster Halbband: Bücher I (A) - VI (E), Griechisch-Deutsch. Neubearbeitung der Übersetzung von Hermann Bonitz, mit Einleitung und Kommentar herausgegeben von Horst Seidel, griechischer Text in der Edition von Wilhelm Christ, 3. verbesserte Auflage, Hamburg: Meiner 1989. Graham Priest, Doubt Truth to be a Liar, Oxford: Oxford U.P. 2006. („Zweifle, ob die Wahrheit ein Lügner ist“, Hamlet II ii 115) Forschungsliteratur: Aristotle’s Metaphysics Books Γ, Δ, Ε, translated with notes by Christopher Kirwan, Oxford: Clarendon 1971. P. Gottlieb, „Aristotle on Non-Contradiction“, in: Stanford Encyclopedia of Philosophy. https://plato.stanford.edu/entries/aristotle-noncontradiction/

Hinweise zum Modul
Hinweise
6 KP | 1V, 1S/T | 1.FS oder 3.FS | Siebel
Prüfungsleistung Modul
Bei der Kombination Vorlesung + Tutorium: Abschlussklausur (90 Minuten).
Bei der Kombination Vorlesung + Seminar: mündliche Prüfung (15-20 Min.) oder Referat (30 Minuten) mit Handout oder Hausarbeit (ca. 10 Seiten).
Von Studierenden des Faches Philosophie/Werte und Normen kann das Modul nur in der Kombination Vorlesung + Seminar belegt werden.
Kompetenzziele
Fähigkeit zur Analyse und kritischen Reflexion alltäglicher, wissenschaftlicher und philosophischer Rede mit Hilfe formaler Methoden; Fähigkeit zur Aufdeckung von Argumentationsfehlern; Kenntnis grundlegender Begriffe der Logik (z.B. "Argument", "Schlüssigkeit", "logischer Ausdruck"); Kenntnis der Syntax und Semantik der klassischen Junktoren- und Quantorenlogik; Fähigkeit zur Übertragung normalsprachlicher Argumente in junktoren- und quantorenlogische Argumentschemata; Fähigkeit zur Überprüfung der Schlüssigkeit von Argumenten mit Hilfe von Wahrheitswerttafeln und Ableitungen; Reflexions- und Argumentationskompetenzen, hermeneutische Kompetenzen, Sprachkompetenzen, Informationskompetenzen, Transformationskompetenzen.

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